Bevormundung durch Wurstminister stoppen: Veggie-Schnitzel soll ein Schnitzel bleiben!

Vebu-Petition

Der Bundesagrarminister Christian Schmidt, der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) wollen über 50 Millionen flexitarisch, vegetarisch und vegan lebende Menschen1,2 bei ihrem Einkauf bevormunden. All jenen, die sich klar gegen Tierleid aussprechen, soll somit maßgeblich die Orientierung erschwert werden.

Das Problem:

Fleischerlobby und Wurstminister  fordern ein Verbot von Produktbezeichnungen wie „Veggie-Schnitzel“ oder „vegane Currywurst“. Finden Sie nicht auch, dass das ein Schlag gegen die Interessen aller ist, die nach Alternativen zu tierischen Produkten suchen?

Unser Ziel:

Eine klare, transparente Benennung von Fleischalternativen, die es auch Einsteigern möglich macht, Alternativprodukte einfach zu finden. Unterstützen Sie uns jetzt mit Ihrer Stimme für eine tierleidfreie Lebensweise!

5 Gründe, warum wir dringend gegen die Fleischerlobby vorgehen müssen:

  • Die Fleischerlobby möchte die starke Umsatzentwicklung des Marktes für vegan-vegetarische Fleischalternativen behindern und somit auch die stark positive Entwicklung für Tierschutz und tierleidfreie Ernährung.
  • Sie will für uns entscheiden, wie wir Fleischalternativen nennen und argumentiert, dass Bezeichnungen wie „vegane Currywurst“ irreführend und verbrauchertäuschend seien.
  • Die vegetarisch-vegane Eigenschaft eines Produktes ist ein starkes Verkaufsargument. Produkte werden deutlich als vegetarisch oder vegan gekennzeichnet. Verbraucher suchen nach Bezeichnungen wie „vegane Salami“, da sie auf den ersten Blick Ähnlichkeit zu früheren Lieblingsprodukten aufweisen.
  • Die Fleischerlobby weiß um dieses Verkaufsargument und will gegensteuern, indem sie den Einkauf von vegan-vegetarischen Alternativprodukten erschwert – betroffen sind vor allem diejenigen, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten.
  • Lobbyisten der Nutztierindustrie waren mit solch einem Ansinnen bereits früher erfolgreich: Sojamilch darf nicht als Sojamilch, sondern nur als Soja-Drink vermarktet werden. 

Was der VEBU macht:

Der VEBU gibt Ihrer Stimme Gewicht und setzt sich mit seiner Arbeit und in der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission dafür ein, dass die Verwendung von „Fleischbegriffen“ für vegetarische und vegane Alternativprodukte auch weiterhin gängige Praxis bleibt. Seien Sie Teil unserer Bewegung und stoppen Sie gemeinsam mit uns den Wurstminister und die Fleischerlobby!

Vielen Dank für Ihr Engagement und Ihre Stimme!

#wumistoppen

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Weiterführende Informationen

Behinderung der positiven Umsatzentwicklung durch Fleischerlobby

Zwischen 2012 und 2016 stieg der Umsatz mit Fleischalternativen laut dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) um 88 Prozent.3 Dies ist jenen Fleischproduzenten ein Dorn im Auge, die selbst keine Fleischalternativen herstellen und nun das Wegbrechen wichtiger Marktanteile fürchten.

Fleischerlobby fordert sinnlose Restriktionen

Bislang gibt es keine klaren Regeln für die Kennzeichnung vegetarischer und veganer Produkte mit „Fleischbegriffen“. Das führt aber in der Praxis nicht zu Fehlkäufen oder Verwirrung auf Seiten der Verbraucher, weil Alternativprodukte deutlich als „vegan“ oder „vegetarisch“ gekennzeichnet werden. Für Hersteller wäre mehr Rechtssicherheit bei der Kennzeichnung von Fleischalternativen jedoch hilfreich. Deshalb setzt sich der VEBU für entsprechende Leitsätze im Deutschen Lebensmittelbuch (DLMB) ein. Die Verbände der Fleischer und Bauern (DFV und DBV) haben das entgegengesetzte Ziel und bei der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission beantragt, dass vegetarische und vegane Fleischalternativen nicht mehr die Bezeichnungen von Fleischerzeugnissen tragen dürfen.

Die Leitsätze im DLMB beschreiben die Beschaffenheit und Benennung von Lebensmitteln. Diese werden dann von Gerichten und der Lebensmittelüberwachung als Maßstab herangezogen und entscheiden letztlich über den Namen eines Produktes. Unterschiedliche Gerichte haben jedoch die Zulässigkeit von Bezeichnungen wie „vegetarische Würstchen“ bereits bestätigt.4,5,6,7

Argumentation der Fleischerlobby und was dagegen spricht

Die Argumentation der Fleischerlobby ist haltlos. Die vegetarisch-vegane Eigenschaft eines Produktes ist ein starkes Verkaufsargument. Es gibt also keinen Grund, diese Produkteigenschaft zu verschleiern. Insbesondere für Menschen, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten, ist es wichtig, weiterhin eine Alternativversion ihres „geliebten Schnitzels“ essen zu können. Zudem weckt eine Bezeichnung wie „Schnitzel“ verschiedene Assoziationen bezüglich der Eigenschaften eines Produktes: Ein „Schnitzel“ wird zum Beispiel in der Pfanne gebraten, schmeckt eher deftig und wird gern zu Kartoffelsalat gegessen. Oftmals verbinden wir außerdem Kindheitserinnerungen mit einzelnen Fleischprodukten. Es ist also von Vorteil, wenn Alternativprodukte nicht nur ähnlich aussehen, sondern auch wie Fleischprodukte aus der Kindheit heißen.

Bei einem „veganen Bratstück“ ist hingegen unklar, was sich dahinter verbirgt. Die Kaufentscheidung wird erschwert. Somit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches Produkt nicht im Einkaufswagen landet. Auf diese Weise sollen Marktanteile für die Fleischindustrie gewahrt werden. Dabei ist es dringend notwendig, dass wir unseren Fleischkonsum von jährlich etwa 60 Kilogramm pro Kopf senken.8 Je weniger Menschen Fleisch oder andere tierische Produkte essen, desto weniger Tierleid wird verursacht, desto weniger Treibhausgase werden produziert und umso positiver sind die Auswirkungen auf unsere Umwelt und Gesundheit.9

Ziel des VEBU als führende Organisation im Bereich der pflanzlichen Lebensweise

Das Ziel ist die Vereinfachung der Lebensumstände für alle Menschen, die sich vermehrt pflanzlich ernähren wollen. Dazu gehört auch, dass wir uns für eine eindeutige rechtliche Zulassung der Verwendung von „Fleischbegriffen“ für vegetarische und vegane Alternativprodukte aussprechen. Zwei Voraussetzungen sollten dafür erfüllt werden: (1) eine ausreichende Ähnlichkeit zum nicht-vegetarischen/-veganen „Vorbild“ und (2) die vegetarische/vegane Eigenschaft wird ausreichend deutlich kommuniziert. Zusammen mit 17 Herstellern von Fleischalternativen hat der VEBU dazu ein Positionspapier erarbeitet.

In diesem Jahr wird die Deutsche Lebensmittelbuch-Kommission über das Anliegen beraten. Auch der VEBU nimmt daran teil, um die Interessen der 50 Millionen flexitarisch, vegetarisch und vegan lebenden Menschen zu vertreten. Mit Ihrer Unterstützung können wir deutlich machen, dass es nicht nur uns als VEBU wichtig ist, dass Fleischalternativen weiterhin „vegetarisches Schnitzel“ oder „vegane Salami“ heißen dürfen, sondern dass auch die Bevölkerung ein großes Interesse daran hat.

 

Quellen

[1] VEBU: „Warum die Veggie-Wurst Wurst heißt” – Artikel in der Fleischwirtschaft (9/2016). Online unter https://vebu.de/vebu/vebu-politik/warum-die-veggie-wurst-wurst-heisst-artikel-in-der-fleischwirtschaft-92016/ [01.03.2017].

[2] VEBU: Anzahl der Veganer und Vegetarier in Deutschland. Online unter https://vebu.de/veggie-fakten/entwicklung-in-zahlen/anzahl-veganer-und-vegetarier-in-deutschland/ [01.03.2017].

[3] 3sat (2016): Wurst für Veggies. Umsatz mit Fleischersatz stark zugenommen. Online unter https://www.3sat.de/page/?source=/nano/technik/187492/index.html [01.03.2017].

[4] AG Neuss, Urteil vom 18. April 1988 – 10 OWiG 18 Js 1948/87 –, juris.

[5] Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen, Beschluss vom 18. Mai 2012 – 13 B 427/12 –, juris.

[6] VG Arnsberg, Urteil vom 26. Oktober 2009 – 3 K 3516/08 –, juris.

[7] VG Gelsenkirchen, Beschluss vom 19. März 2012 – 19 L 145/12 –, juris.

[8] BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) (2015): Jeder Deutsche isst im Jahr rund 60 kg Fleisch. Online unter https://www.ble.de/DE/08_Service/03_Pressemitteilungen/2015/150928-Fleisch.html [01.03.2017].

[9] VEBU: Umweltbelastung: Folgen des Fleischkonsums. Online unter https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelastung-durch-fleischkonsum/ [01.03.2017].

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