Vegane Ernährung: was es bedeutet sich vegan zu ernähren

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Vegan lebende Menschen ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Nahrungsmitteln, sie essen demnach keine Tiere oder tierische Produkte. Zu einer veganen Lebensweise gehört jedoch noch viel mehr.

Bereits vor rund 2.500 Jahren lehnten verschiedene Schulen der griechischen Philosophen den Verzehr von Fleisch, Eiern und Milch aus ethischen Gründen ab und es wurde erkannt, dass eine pflanzliche Ernährung gesund ist. Die Bezeichnung „vegan“ entstand allerdings erst 1944 – Donald Watson, Gründer der britischen Vegan Society, der weltweit ersten veganen Organisation, setzte den Begriff aus den Anfangsbuchstaben und dem Ende von „veg-etari-an“ (deutsch: vegetarisch) zusammen.

Vegane Lebensweise

Veganer meiden alle tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig. Eine vegane Lebensweise beschränkt sich jedoch nicht nur auf die vegane Küche, sondern schließt alle Lebensbereiche mit ein: Vegan lebende Menschen benutzen pflanzliche Kosmetik ohne Tierversuche und kaufen vegane Kleidung, die keine tierischen Stoffe enthält wie Pelz, Leder oder Wolle. Sie meiden alle Formen der Ausbeutung von und Grausamkeiten an Tieren, so auch Zoos oder Zirkusse, die Tiere zur Schau stellen.

Eine vegane Lebensweise schützt Tiere

Sogenannte „Nutztiere“ sind soziale Lebewesen. Sie fühlen, leiden, pflegen Freundschaften und sind individuelle Persönlichkeiten – so wie Hunde und Katzen auch. Dennoch findet eine ungleiche Behandlung statt. Um Milch geben zu können, werden Kühe regelmäßig künstlich befruchtet. Die Kälber werden dann direkt nach der Geburt von ihren Müttern getrennt – oft rufen die Mutterkühe tagelang nach ihnen. Bei den männlichen Kälbern erfolgt die Schlachtung schon nach kurzer Zeit, um sie als Kalbsfleisch verkaufen zu können. Auch in der Ei-Industrie ergeht es den männlichen Küken sehr schlecht: Sie werden direkt nach dem Schlüpfen zerhäckselt oder vergast, weil sie keine Eier legen können. Und sobald die weiblichen Tiere nicht mehr genug Eier oder Milch produzieren, kommt es auch hier zur Schlachtung. Legehennen werden im Schnitt nur 1 Jahr alt – ihre natürliche Lebenserwartung liegt bei mindestens 20 Jahren – und Milchkühe nur 5 Jahre, obwohl ihre natürliche Lebenserwartung etwa 30 Jahre beträgt.

  • Massentierhaltung und die Ausbeutung von Tieren

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Vegan lebende Menschen sind Klima- und Umweltschützer

Die Massentierhaltung verursacht mit mehr als 18 % der weltweiten Treibhausgase mehr Emissionen als der globale Verkehrssektor. Darüber hinaus wird für die Nutztierhaltung jede Minute eine Fläche von etwa 7 Fußballfeldern abgetragen. Außerdem landen etwa 70 % aller geernteten gentechnisch veränderten Pflanzen im Tierfutter. Die unvorstellbar große Menge tierlicher Exkremente führt zudem zu einer immensen Verschmutzung unserer Böden und Gewässer.

Globale Gerechtigkeit durch vegane Ernährung

Um nur 1 Kilogramm Fleisch zu „produzieren“, werden bis zu 15 Kilogramm Getreide und 15.500 Liter Wasser benötigt. Wenn jeder Mensch 25 % seiner Kalorien aus tierischen Produkten bezöge, könnte nicht einmal die Hälfte der Weltbevölkerung davon ernährt werden. Würden die Menschen alle pflanzlichen Lebensmittel direkt essen, anstatt sie an „Nutztiere“ zu verfüttern, so wäre genug Nahrung für alle da.

Eine ausgewogene, vegane Ernährung ist gesund

Eine ausgewogene, vegane Ernährung ist in jedem Alter möglich. Die Academy of Nutrition and Dietetics (A.N.D., ehemals ADA) schreibt in ihrem Positionspapier: „Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kindheit und Jugend.“ Darüber hinaus kann eine rein pflanzliche Ernährung vorbeugend in Bezug auf Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs wirken. Zudem enthält sie weniger antibiotikaresistente Bakterien, Dioxine und Krankheitserreger wie Salmonellen. Vegan lebende Menschen sind bei einer abwechslungsreichen Lebensmittelauswahl gut mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt. Dabei sollte auf eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung geachtet werden: Vitamin-B12-Zahncreme, angereicherte Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel bieten sich an. Um eine ausgewogene, vegane Ernährung sicherzustellen, hilft ein Blick auf die vegane Ernährungspyramide des VEBU.

Eine vegane Ernährung verspricht viel Genuss

Eine vegane Ernährung ist äußerst vielseitig und die Ernährungsumstellung eröffnet vielen Menschen zuvor noch nie gekostete Lebensmittel und spannende, neue Gerichte. Die zahlreichen veganen Koch- und Backbücher sowie Rezepte des VEBU versprechen puren Genuss für alle Sinne.

  • Vegane Rezepte

    Wer sich vegan ernährt, genießt die pflanzliche Vielfalt, ohne geschmackliche Abstriche zu machen. Die veganen Rezepte zeigen, wie einfach die vegane Küche im Alltag zu integrieren ist. Jetzt vegan kochen!

V-Label Kennzeichnung erleichtert den Einkauf

Das V-Label ist eine international geschützte Marke zur Kennzeichnung von veganen und vegetarischen Produkten. Es erleichtert Konsumenten den Einkauf, da sie bei Lebensmitteln, Gerichten auf der Speisekarte oder Kosmetika, die mit dem V-Label gekennzeichnet sind, die Zutatenliste nicht mehr studieren müssen. Vor allem zur Vermeidung von Produkten, deren tierische Bestandteile oft nicht ersichtlich sind – manche Säfte werden mit Gelatine geklärt – ist dies hilfreich. In Deutschland wird das V-Label exklusiv vom VEBU vergeben.

V-Label Logo

V-Label – Siegel für vegetarische und vegane Produkte

Wenn die Zutatenliste nicht eindeutig ist, sorgt das V-Label für Transparenz. Das vom VEBU vergebene Siegel kennzeichnet verlässlich, welche Produkte vegetarisch oder vegan sind.

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Lisa Mair, M.A.

Autorin

Lisa Mair, M.A.

Medien- und Nachhaltigkeitsmanagerin