Vegane Katzenernährung: Katzen fleischlos ernähren

Unter Zufuhr aller notwendigen Nährstoffe ist eine vegane Katzenernährung möglich. Dabei ist eine sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Nährstoffbedarf von Katzen wichtig. Im Handel sind zahlreiche vegane Katzenfutter erhältlich.

Aufgrund der Antibiotikarückstände und anderer gesundheitsgefährdender Inhaltsstoffe in Fleischprodukten, die unsere Haustiere stark belasten, sowie aus ethischen Gründen, greifen immer mehr Menschen auf vegane Katzennahrung zurück. Katzen vegan zu ernähren, ist noch sehr umstritten. Die Praxis zeigt jedoch, dass es möglich ist und sich die Vierbeiner bester Gesundheit erfreuen.

Wichtige Nährstoffe bei veganer Katzenernährung

Die Umsetzung einer veganen Katzenernährung sollte keinesfalls leichtfertig erfolgen. Eine sorgfältige Auseinandersetzung mit dem Thema ist notwendig, um eine angemessene und ausreichende Versorgung von Katzen mit allen benötigten Nährstoffen zu gewährleisten. Die Ergänzung von Nährstoffen wie Taurin, L-Carnitin, Eisen, Vitamin B12, Vitamin D, Arachidonsäure und der aktiven Form von Vitamin A zur Katzennahrung ist hierfür erforderlich. Diese Zusätze sind für selbst gekochtes Futter gedacht, um die Nährstoffanforderungen der Katze voll zu erfüllen. Veganes, schon fertiges Katzenfutter kann in veganen Supermärkten und Onlineshops erworben werden. Freigängerkatzen können sich zusätzliche Happen draußen erjagen.

Schon vor Jahrtausenden setzte man auf vegane Katzenernährung

Katzenknochenfunde aus Zentralchina zeigen, dass Katzen bereits vor über 5.000 Jahren viel Pflanzliches gegessen haben. Katzen wurden damals domestiziert, da sie Nagetiere von den Feldern und der Getreideverarbeitung fernhalten sollten. Dabei stand hauptsächlich Hirse auf dem Katzenspeiseplan. Wahrscheinlich wurden sie in dieser Zeit mit Hirsebrei gefüttert, da die Menschen in dieser Region selbst viel Hirse gegessen haben. Eine vegane Ernährung ist Katzen also gar nicht so fremd.

Studie bestätigt: Vegane Katzenernährung ist gesund

In einer universitären Studie wurden 15 Katzen einem klinischen Check samt Blutabnahme unterzogen. Sie wurden über mindestens 6 Monate hinweg ausschließlich vegan ernährt. Eine Bedingung für die Teilnahme war, dass die Katzen in diesem Zeitraum nur in einer geschlossenen Umgebung leben durften. Dadurch konnte ausgeschlossen werden, dass die Katzen während der Testphase andere Nahrung aufnahmen. Beim klinischen Check nach 6-monatiger veganer Ernährung konnten keine Veränderungen an den Katzen festgestellt werden, die mit der Ernährungsweise in Verbindung stehen. Bei der Blutuntersuchung konnten die von den Forschern erwarteten bedeutsam niedrigeren Protein-, Eisen- und Vitamin-B12-Werte nicht festgestellt werden. Allerdings kamen signifikant niedrigere Folsäurewerte zum Vorschein, deren Ursache in dieser Studie nicht geklärt werden konnte.

Die Ergebnisse zeigen, dass eine Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig ist, um eine gesunde und nährstoffreiche vegane Katzenernährung zu gewährleisten. Das heißt, dass Katzen auch aus gesundheitlichen Gründen vegan ernährt werden können. Wünschenswert sind Langzeitstudien, die diese Untersuchung weiter stützen.

Unnatürliche Ernährung von Katzen

Manche Menschen behaupten, dass eine vegane Ernährung von Katzen unnatürlich sei. Doch: Ist eine Ernährung aus Konservendosen natürlicher? Eigentlich stehen Mäuse und kleine Vögel auf dem Speiseplan wild lebender Katzen und nicht etwa Rinder, Schweine oder Thunfisch. Vegane Katzennahrung ist auch nicht deshalb unnatürlicher als konventionelles Futter, weil es mit Nahrungsergänzungsmitteln angereichert ist. Denn auch dem herkömmlichen Dosen- und Trockenfutter werden meist Zusatzstoffe zugeführt wie beispielsweise synthetisches Taurin. Jeder muss also für sich selbst entscheiden, ob er verantworten kann, dass Tiere von Menschenhand getötet werden, um damit wieder andere Tiere zu ernähren. „Natürlich“ ist dieses System jedenfalls nicht.

Claudia Zeier Kopp vom Schweizer Verein gegen Tierfabriken fasst die Folgen der Ernährung mit solcherart Futter zusammen: „Seit es die Tierfutter-Industrie gibt, erkranken immer mehr Hunde und Katzen an Krebs. Diabetes ist bei Katzen stark angestiegen und immer mehr Heimtiere leiden unter krankhaftem Übergewicht, was nicht nur auf mangelnde Bewegung zurückzuführen ist.“

Katzen vegan ernähren – Geduld und Experimentierfreude sind gefragt

Da Katzen bekanntlich eigensinnig sind, kann sich eine Umstellung auf veganes Katzenfutter etwas schwierig gestalten. Es kommt vor, dass sie das Futter vorerst verweigern – Geduld ist hier gefragt. Hinzu kommt, dass konventionelles Katzenfutter oft mit Lockstoffen versetzt ist, von denen Katzen regelrecht abhängig werden können.
Es ist auf jeden Fall empfehlenswert, die Umstellung langsam anzugehen, damit sich der Verdauungstrakt der Katze an die neue Nahrungszusammenstellung gewöhnen kann. Anfangs mischt man also nur geringe Mengen des veganen Katzenfutters in die alte Katzennahrung und dieser Anteil wird dann allmählich gesteigert, bis die Katze sich voll an die neue Mahlzeit gewöhnt hat. Auch sollte experimentiert werden, da es bei Katzen unterschiedliche Präferenzen bezüglich der Konsistenz des Futters gibt. Im Handel erhältlich sind neben Trockenfutter auch diverse Nassfutter.

Gefährliche Nahrungsmittel für Katzen

Der Verzehr bestimmter Nahrungsmittel kann für Katzen gesundheitschädlich oder gar tödlich sein. So weisen erwachsene Katzen häufig eine Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) auf und sollten daher nicht mit Milch oder anderen Milchprodukten ernährt werden. Zwiebeln, Knoblauch und Schnittlauch können zu Vergiftungen und Weintrauben oder Rosinen zu einem Nierenversagen führen. Auch der Verzehr von Schokolade, Alkohol oder koffeinhaltigen Getränken ist für Katzen giftig.

Die Liste gefährlicher Lebensmittel für Katzen lässt sich noch fortführen, daher ist eine sorgfältige Recherche notwendig. Allgemein sprechen Rückstände in Fisch und Fleisch wie Antibiotika oder Methylquecksilber gegen eine Verfütterung von tierischen Produkten.

Persönliche Erfahrungsberichte

„Als ich meine Katze aus dem Tierheim geholt habe, wurde mir gesagt, dass sie sehr wählerisch beim Futter sei. Ich solle ihr ein ganz bestimmtes Trocken- und Nassfutter geben, alles andere fresse sie nicht. Zuhause stand bereits das vegane Trockenfutter und ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was ich mache, falls sie es tatsächlich nicht frisst. Am nächsten Morgen ging sie dann an das vegane Trockenfutter und fraß! Damals war mir nicht bewusst, dass man die Umstellung Stück für Stück durchführen soll. Meine Katze bekommt jetzt seit über 3 Jahren veganes Trockenfutter und dazu hin und wieder veganes Nassfutter, das ihr sehr gut schmeckt. Und sie ist putzmunter!“ Christiane F.

„Als mein Mann und ich auf eine vegane Lebensweise umgestellt haben, war uns schnell klar: Die Ernährung unserer Tiere stellen wir auch um! Es kam uns falsch vor, die Fleischindustrie für uns zu boykottieren, aber diese weiterhin für unsere Tiere zu unterstützen. Zusammen mit unserer Tierheilpraktikerin und guter Fachlektüre haben wir zunächst die Verdauung und den Nährstoffbedarf von Katzen unter die Lupe genommen. Wir haben uns kleine Probierpakete schicken lassen und einige Sorten wurden von den Tieren gut angenommen. Für die Umstellung haben wir das alte Futter mit dem neuen gemischt, leider bekamen die Katzen trotzdem Durchfall. Aber nach zwei Tagen wurde es besser. Heute – über 2 Jahre nach der Umstellung – muss ich sagen: Es war die beste Entscheidung, die wir für unsere Stubentiger haben fällen können: Quietschfidel, aktiv, kerngesund, gute Verdauung, ihr Fell hat einen tollen Glanz und riecht wunderbar. Die gesundheitlichen Probleme unserer Seniorin sind wie weggezaubert – die Arthrose hat sich gebessert und die chronischen Darmprobleme sind vollständig weg. Ich würde niemals wieder etwas anderes füttern. Die Umstellung kann schwierig werden, da Katzen sehr wählerisch sind – bitte nicht aufgeben! Vielleicht eine andere Futtersorte ausprobieren, mal Räuchertofu oder Brühe unter das Futter mischen und den Katzen etwas Zeit geben. Wer unsicher ist, sollte regelmäßig einen Check-up mit großem Blutbild beim Tierarzt machen lassen.“ Kim W.

Fazit: Vegane Katzenernährung ist möglich

Wer für eine Katze Sorge trägt, sollte ihren Speiseplan abwechslungsreich gestalten und sicherstellen, dass sie nicht an für Katzen giftige Lebensmittel gelangt. Vegane Katzenernähung kann sich positiv auf die Gesundheit von Katzen auswirken und stellt damit eine alternative Ernährungsform von Katzen dar.

Lisa Mair, M.A.

Autorin

Lisa Mair, M.A.

Medien- und Nachhaltigkeitsmanagerin