Das Veg-Barometer von ProVeg

Das Veg-Barometer nimmt die Entwicklung des vegetarischen und veganen Marktes in Deutschland unter die Lupe: Wo geht die Entwicklung hin, was sind die Impulse dafür und wo ordnen sich die Unternehmen selbst ein?

 

Für die Umfrage wurden die Marketing- und Innovationsmanagements der 50 größten Partner des Lebensmittelhandels1 befragt. Somit zeigt es einen Querschnitt der Sichtweisen von großen Unternehmen auf die vegetarisch-vegane Lebensweise.

Die zukünftige Entwicklung des vegan-vegetarischen Marktes schätzt die Mehrheit der Befragten als positiv ein. Gut ein Drittel geht davon aus, dass der Trend weiterhin an Fahrt aufnimmt und sich verstärkt. Zwei Drittel erwarten eine Konsolidierung des Marktes. Keiner der befragten Unternehmen geht davon aus, dass Nachfrage und Angebot zurückgehen werden. Für über 40 % der Unternehmen spielen vegane Lebensmittel schon heute eine durchschnittliche oder hohe Rolle. Gut die Hälfte der Unternehmen vermarktet außerdem bereits vegetarische oder vegane Produkte.

 

Gründe für die positive Entwicklung des vegan-vegetarischen Marktes

Das wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher gilt für die Mehrheit der Befragten als schlagkräftigster Grund für die positive Marktentwicklung hin zu mehr veganen und vegetarischen Produkten. Für zwei Drittel der Befragten trägt die breite Verfügbarkeit pflanzlicher Produkte maßgeblich zur weiteren positiven Marktentwicklung bei. Zudem führen steigende Verbrauchererwartungen zu verbesserten Angeboten, die wiederum absatzfördernd wirken. Deutlich mehr als die Hälfte ist davon überzeugt, dass die Ablehnung von Massentierhaltung durch die Verbraucher eine wesentliche Rolle spielt. Ein generell nachhaltiger Lebensstil, der den bewussten Konsum von Lebensmitteln beinhaltet, wird von 42 % als entwicklungsfördernd für den Veggie-Markt erachtet.

Die deutliche Mehrheit der befragten Unternehmen erwartet, dass sich vegane Produkte auch in Zukunft auf gleichbleibendem Niveau behaupten. Mehr als 20 % sieht in veganen Produkten eine zukunftsweisende Entwicklung und erwartet, dass sich ihre Bedeutung deutlich erhöht. Von einer reinen Modeerscheinung spricht mittlerweile kein Unternehmen mehr.

Zukunftsvision: „Cultured Meat“ könnte Massentierhaltung ablösen

Die spannendste Entwicklung geschieht aktuell in den USA, wo viele Produkte in Geschmack und Qualität den tierischen Pendants bisher am nächsten kommen. Für die entsprechende Forschung werden große Summen an Geldern benötigt ‒ und erfolgreich akquiriert. Insgesamt wurden im Jahr 2016 in den USA 1 Milliarde US Dollar in Food-Start-ups angelegt. Der führende Fleischkonzern Tyson Foods investierte bereits 2016 in Beyond Meat, dessen Fleischalternativen auf Pflanzenbasis durch isolierte Hämoglobin-Moleküle sogar „bluten“. Auch in Deutschland arbeiten innovative Unternehmen mit molekularbiologischen Methoden weiter daran, funktionelle Pflanzenstoffe für authentische Geschmacks- und Qualitätserlebnisse aufzuspüren und so das Tier im Lebensmittelsektor überflüssig werden zu lassen. Die aktuelle Entwicklung hat den Mainstream im Auge und fordert die Norm heraus.

Die Ergebnisse basieren auf einer im Juli und August 2017 online durchgeführten Befragung mit standardisiertem Fragebogen. Nach dieser ersten Durchführung plant ProVeg, die Umfrage in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, um die weitere Entwicklung vergleichbar zu dokumentieren.

Manuela Edenhofer

Autor

Manuela Edenhofer

Assistenz im Bereich Corporate Outreach

Quellen

[1] http://www.lebensmittelzeitung.net/industrie/Ranking-Top-100-Lieferanten-Deutschland-2016-126061 [11.10.2017]