Ökologischer Fußabdruck: 5 einfache Tipps, seinen Footprint zu verkleinern

Ökologischer Fußabdruck: 5 einfache Tipps, seinen Footprint zu verkleinern

Seit den 70er-Jahren verbraucht die Menschheit jährlich mehr Ressourcen, als die Erde zur Verfügung stellen kann. Vor allem die Industrieländer sind dafür verantwortlich, dass wir mittlerweile rund eineinhalb Planeten bräuchten, um unser Konsumverhalten weiterhin so betreiben zu können wie bisher. Eine nachhaltige Lebensweise hilft dabei, die Umwelt nicht weiter zu zerstören.

Am 2. August 2017 jährt sich der sogenannte „Earth Overshoot Day“, zu deutsch „Erdüberlastungstag“. Dieses Datum wird von der amerikanischen Organisation „Global Footprint Network“ errechnet. Es markiert den Zeitpunkt eines jeden Jahres, ab dem der weltweite Ressourcenverbrauch nicht länger von der Erde kompensiert werden kann. Alles, was wir danach konsumieren, geht zu Lasten zukünftiger Generationen. Obwohl die Berechnung gewissen Schwankungen unterliegt, zeigt die Statistik der letzten Jahre eindeutig eine alarmierende Entwicklung auf: Der „Earth Overshoot Day“ rückt von Jahr zu Jahr tendenziell immer weiter nach vorne im Kalender.

Footprint, Biokapazität und globaler Overshoot

Das Konzept des ökologischen Fußabdrucks

Ökologischer Fußabdruck in DeutschlandDer Nachhaltigkeitsforscher und Präsident des „Global Footprint Network“ Mathis Wackernagel entwickelte eine Methode, mit der sich unser Naturverbrauch messen lässt: den ökologischen Fußabdruck (Footprint). Dieser Begriff beschreibt die Fläche, die wir für die Produktion von Nahrungsmitteln und Kleidung sowie für die Art und Weise wie wir wohnen, uns fortbewegen und unseren Müll entsorgen benötigen. Der ökologische Fußabdruck wird in „globale Hektar“ angegeben. Bei einer fairen Verteilung kämen jedem Menschen auf der Welt 1,7 globale Hektar pro Jahr zu (Stand 2011). Der weltweit durchschnittliche Verbrauch liegt jedoch bei 2,7.

Darf es noch ein bisschen mehr Planet sein?

Der Organisation „Global Footprint Network“ zufolge, steht die Menschheit seit den 70er-Jahren bei der Erde jährlich in der Kreide. Seither steigt unser Ressourcenverbrauch kontinuierlich an. Deutschland bewegt sich mit einem Footprint von 4,2 globale Hektar leider deutlich oberhalb der weltweit verfügbaren Biokapazität von 1,7, verfügt jedoch nur über eine Biokapazität von 2,0. Dadurch ist Deutschland nicht in der Lage, sich selbst zu versorgen und muss Ressourcen durch Importe beziehen. Wäre das deutsche Konsumverhalten weltweite Norm, würden wir bereits mehr als doppelt so viele Planeten benötigen, um den Bedarf an Rohstoffen decken zu können.

Absolute Spitzenreiter in puncto Footprint sind Kuwait (9,9 globale Hektar), Australien (8,4) und die Vereinigten Arabischen Emirate (8,3), dicht gefolgt von Katar (7) und den USA (6,8). Zu den Ländern mit dem kleinsten ökologischen Fußabdruck zählen Osttimor (0,3), Eritrea (0,4) und Haiti (0,5). Die Industrienationen leben damit nicht nur auf Kosten nachfolgender Generationen, sondern auch auf Kosten der Ärmsten der Armen.

Footprint
Mathis Wackernagel, Bert Beyers

Footprint

Die Welt neu vermessen
CEP 2016, 252 Seiten, 19,90 €
ISBN 978-3-86393-074-5

Gründe für die Überlastung

Wir leben in einer Gesellschaft, deren Wirtschaft trotz des bereits vorhandenen Überflusses immer weiter nach Wachstum verlangt. Die industrielle Massentierhaltung, insbesondere die Fleischproduktion, verbraucht Unmengen an Ressourcen und Ackerflächen für den Anbau von Tiernahrung – für die ganze Regenwälder weichen müssen – und verursacht zusätzlich einen beträchtlichen CO2-Ausstoß. Dies wirkt sich auch auf die Artenvielfalt der Pflanzen- und Tierwelt aus und befeuert den Klimawandel ungemein.

Den eigenen ökologischen Fußabdruck bestimmen

Ein weiterer Aspekt, der den globalen Footprint beeinflusst, ist die Anzahl der Menschen selbst. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf schätzungsweise 9–10 Milliarden Menschen anwachsen. Es werden somit immer weniger globale Hektar pro Person zur Verfügung stehen. Höchste Zeit also, seinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.

Hätten Sie’s gewusst?

Hätten Sie’s gewusst?

Kennen Sie Ihren ökologischen Fußabdruck? Finden Sie ihn heraus unter www.fussabdruck.de.

Wie man seinen ökologischen Fußabdruck verringern kann

Den eigenen Footprint reduzieren zu wollen, hat laut Mathis Wackernagel unter anderem ganz pragmatische Gründe: „Eine ressourcensichere Wirtschaft ist stabiler und weniger erpressbar. Ein Leben zu führen, das nicht besonders ressourcenintensiv ist, wird für jeden Einzelnen zur Versicherung, dass wir auch dann noch gut leben können, wenn die Situation enger wird.“

Im Folgenden gibt Mathis Wackernagel 5 einfach umsetzbare Tipps, wie jeder seinen persönlichen Footprint verkleinern kann:

1. Unsere Wohnung energieeffizienter machen (isolieren, LED-Lampen anschaffen, gezielt lüften …).

2. In der Nähe unserer Arbeit leben und auch dort einkaufen. So kann man die meisten Besorgungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Falls man doch einmal ein Auto brauchen sollte, bietet sich Carsharing an (so spart man sich außerdem Versicherungen, Reparaturkosten, die Parkplatzsuche …).

3. Uns köstlich ernähren, ohne viele Tierprodukte – das ist meist auch gesünder.

4. Müll soweit möglich vermeiden und unseren Abfall trennen, besonders den Kompost. Das verhindert beispielsweise auch Methanbildung auf Mülldeponien.

5. Darauf achten, dass unsere Investitionen ressourcenschonend sind – also eher in Windkrafträder als in Kohlekraftwerke investieren.

Zum Schluss verrät uns der Schweizer Mathis Wackernagel noch einen persönlichen Tipp mit dem größten Einfluss: „Wir können uns für eine kleinere Familie entscheiden. Sonst wird die Weltbevölkerung bis Ende dieses Jahrhunderts fast 10-mal größer als noch vor 100 Jahren – ein weiterer Grund, schon jetzt aus der fossilen Energie auszusteigen und Ressourcen für die Zukunft zu schonen. Eine kleinere Bevölkerung würde uns enorm helfen, gut auf diesem wunderbaren Planeten zu leben.“

Elena de Figueiredo Oliveira

Autorin

Elena de Figueiredo Oliveira

Redaktionsassistentin