Wasserverschwendung: Wasser sparen durch Ernährung

Wasserverschwendung: Wasser sparen durch Ernährung
Bildquelle: T.Dallas / shutterstock.com

Bei der Erzeugung von Nahrungsmitteln wird sehr viel Wasser benötigt. Vor allem tierische Produkte verbrauchen am meisten davon. Eine vegetarisch-vegane Ernährung spart wertvolles Trinkwasser.

Wasser ist nicht gleich Wasser

Unsere Erde wird blauer Planet genannt, weil sie größtenteils aus Wasser besteht. Allerdings gelten nur 2,5 % davon als Frischwasser und davon wiederum zwei Drittel als unerreichbar in Gletschern und Dauerschnee1. Um unsere Grundbedürfnisse zu stillen, werden pro Person 20 bis 50 Liter sauberes Wasser täglich benötigt2. Wasser ist daher eine kostbare Ressource, dessen Verknappung schwerwiegende Folgen hat.

Hoher Wasserverbrauch durch Erzeugung von Nahrungsmitteln

Wie viel Wasser wir verbrauchen, hängt nicht maßgeblich davon ab, wie viel wir trinken oder für Kochen, Waschen und Körperpflege benötigen. Am stärksten wird unser Wasserbedarf indirekt, über unsere Ernährung, bestimmt. Die Erzeugung von Nahrungsmitteln verursacht im Durchschnitt einen bis zu 10-mal höheren Wasserverbrauch als unser sonstiger privater Bedarf an sauberem Wasser. Weltweit benötigt die Landwirtschaft 70 % des vorhandenen Frischwassers3. Dies ist vor allem auf die Bewässerung beim Nahrungs- und Futtermittelanbau zurückzuführen.

Tierische Produkte verbrauchen am meisten Wasser

Tierische Produkte sind dabei deutlich ressourcenintensiver als die Erzeugung von pflanzlicher Nahrung wie Obst, Gemüse und Getreide: Laut der UNESCO sind im Schnitt 700 Liter Wasser nötig, um 1 kg Äpfel zu produzieren, 1 kg Eier verbrauchen 3.300 Liter Wasser, 1 kg Käse 5.000 Liter und 1 kg Rindfleisch erfordert sogar 15.500 Liter4. Würde man jährlich auf 1 kg Rindfleisch verzichten, könnte eine Person rein rechnerisch mit dem eingesparten Wasser ein ganzes Jahr lang täglich für mehrere Minuten duschen5. Weitere Angaben stellt das Water Footprint Network zur Verfügung6.

Die folgende Grafik veranschaulicht, wie viel Liter Wasser benötigt werden, um 1 kg des jeweiligen Produkts zu produzieren.

Wasserverbrauch pro kg

Wie sich der “water footprint” zusammensetzt

Der “water footprint” (Wasserfußabdruck) setzt sich zusammen aus dem Gesamtvolumen an Süßwasser, das für ein Produkt insgesamt verbraucht und verschmutzt wird. Bei Nahrungsmitteln heißt das konkret: vom Bewässern des Ackerlandes über die Wassermenge, die ein Tier trinkt, bis hin zur Reinigung von Ställen, Tiertransportern und Schlachthäusern4.

Tierische Exkremente verschmutzen Grundwasser

Vor allem die landwirtschaftliche Nutzung schmälert das Vorkommen sauberen Wassers: Tierhaltung und Fleischerzeugung tragen zur Verschmutzung des Grund- und Oberflächenwassers durch tierische Exkremente bei, die über Düngung und Abwässer in die Umwelt gelangen. Eine Kuh produziert beispielsweise knapp 60 Liter Exkremente täglich7. Die weltweiten Ausscheidungen aus der sogenannten Nutztierhaltung werden auf etwa 8 Milliarden Tonnen jährlich geschätzt. Sind Grundwasserquellen einmal verschmutzt, dauert es Jahre bis Jahrzehnte, bis sie sich erholt haben. Zusätzlich verschärfen tierische Exkremente in der Umwelt den globalen Klimawandel auf vielfältige Weise, dessen Folgen laut Umweltbundesamt wiederum die Verfügbarkeit von sauberem Wasser für viele Regionen der Erde gefährdet.8

Tierische Erzeugnisse bedingen Wassermangel

Während für 1 kg Rindfleisch rund 15.000 Liter Wasser verbraucht werden, haben 2 von 5 Menschen auf unserem Planeten keinen dauerhaften Zugang zu sauberem Trinkwasser.9 Sogenannte Nutztiere verbrauchen ca. 8 % des globalen Trinkwassers und stellen damit die größte Verbrauchergruppe dar.10 Der Wasserentwicklungsbericht der UN prophezeite bereits 2003, dass “im schlimmsten Fall 7 Milliarden Menschen in 60 Ländern und im besten Fall 2 Milliarden Menschen in 48 Ländern Mitte dieses Jahrhunderts unter Wassermangel leiden werden.”1

Fazit

Um diese Prognose nicht zu erfüllen, ist ein Umdenken dringend notwendig. Das Credo lautet: Reduzierung des Fleischkonsums und anderer tierischer Produkte. Durch eine konsequent vegetarisch-vegane Ernährung würde sich unser momentaner Wasserverbrauch sogar halbieren. Allein durch einen deutschlandweiten, wöchentlichen Veggietag, könnten 7,79 Billionen Liter Wasser pro Jahr gespart werden.11

Weltwassertag am 22. März

Der Weltwassertag findet jährlich am 22. März statt. Er klärt Fragen, wo das Trinkwasser zukünftig herkommen soll, wie es verteilt ist und wofür es verwendet wird. Zum Weltwassertag werden wir dazu aufgefordert, unserem Wasserverbrauch auf den Grund zu gehen.

Quellen

1) Water for People, Water for Life, Executive Summary, The UN Water Development Report, World Water Assessment Programme, 2003

2) UNESCO: World Water Assessment Programme 2003: http://www.unesco.org/water/wwap/facts_figures/basic_needs.shtml

3) FAO, Review of agricultural water use per country: http://www.fao.org/ag/agl/aglw/aquastat/water_use/index.stm

4) IHE der UNESCO (2008). Water Footprint: www.waterfootprint.org

5) Worldwatch Institute (2004). Meat – Now It‘s Not Personal! www.worldwatch.org/system/files/EP174A.pdf (S. 14)

6) Water Footprint Network, c/o University of Twente, Horst Building, P.O. Box 217, 7500 AE Enschede, The Netherlandsd

7) J R Archer & R J Nicholson, Liquid Wastes from Farm Animal Enterprises, Farm Animals and the Environment, C Phillips and D Piggins, (eds) CAB International, 1992

8) Umweltbundesamt Österreich (2010). Weltwassertag: www.umweltbundesamt.at/umweltschutz/wasser/unwasserdekade/weltwassertag/ und Umweltbundesamt (2010). Beim Wasser lebt Europa über seine Verhältnisse: www.umweltbundesamt.de/wasser-und-gewaesserschutz/index.htm

9) WHO: http://www.menschenfuermenschen.de/Projekte/wasser/index.htm

10) FAO Livestock impacts on the environment 2006

11) www.siwi.org/documents/Resources/Policy_Briefs/CSD_More_nutrition_per_d