Die 10 beliebtesten Weihnachtsgewürze

Die 10 beliebtesten Weihnachtsgewürze Bildquelle: shutterstock.com / kuvona

In der Adventszeit duftet es nach Zimt, Sternanis und Kardamom. Neben den feinen Aromen haben die Weihnachtsgewürze zudem einen positiven Effekt auf die Gesundheit. Erfahren Sie im Folgenden alles Wissenswerte rund um die beliebtesten Gewürze für die Weihnachtszeit.

Kardamom

Zuordnung: Kardamom wird der Familie der Ingwergewächse zugeordnet und wächst bevorzugt in tropischen Regionen.

Geschmack: Das Aroma von Kardamom ist fein, süßlich und gleichzeitig leicht scharf.

Verwendung: Die getrocknete Fruchtkapsel mit aromahaltigen Samen gehört mit Safran und Vanille zu den teuersten Gewürzen. Zu kaufen gibt es sowohl die ganzen Kapseln als auch die gemahlenen Samen. Jedoch verfliegt das Aroma bei gemahlenem Kardamom recht schnell, sodass man die Samen in den Kapseln am besten immer kurz vor der Verwendung frisch mörsert.

Gesundheitlicher Nutzen: Seine krampflösenden und blähungstreibenden Eigenschaften machen Kardamom zu einem bewährten Hausmittel.

Muskatblüte (Macis) und Muskatnuss

Zuordnung: Macis und Muskatnuss sind von derselben Pflanze der Muskatnussgewächse, dem Muskatbaum, der überwiegend in tropischen Gebieten wächst. Grenada, eine Insel der Antillen, ist heute der Hauptproduzent dieser beiden Gewürze.

Geschmack: Während die Muskatnüsse einen sehr kräftigen, leicht nussigen und holzigen Geschmack haben, zeichnet sich Macis durch sein mildes und feines Aroma aus.

Verwendung: Das fälschlicherweise als Nuss bezeichnete Gewürz ist der Samen der Muskatfrucht. Und Macis ist nicht die Blüte, sondern der Samenmantel der Muskatnuss. Zu kaufen gibt es entweder beide in Pulverform oder aber ganze Nüsse sowie Macisstreifen. Muskatnüsse sind in hoher Dosis giftig ‒ deshalb nur sparsam verwenden. Aber wenn Sie nicht gerade eine ganze Muskatnuss auf einmal reiben und essen, werden sich keine Nebenwirkungen einstellen.

Gesundheitlicher Nutzen: Hilfreich sollen die Wirkstoffe der Muskatblüte und -nuss bei Appetitlosigkeit, Verdauungs- sowie rheumatischen Beschwerden sein.

Nelke

Zuordnung: Gewürznelken gehören zur Familie der Myrtengewächse. Ursprünglich stammen sie aus Indonesien. Heute werden sie weltweit angebaut, wobei aber von den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe, aus Madagaskar und Sansibar die besten Nelken kommen.

Geschmack: Nelken weisen einen intensiven, süßlich-würzigen und leicht brennenden Geschmack auf.

Verwendung: Nelken sind die getrockneten Blütenknospen des Gewürznelkenbaumes. Man erhält sie entweder als ganze Knospen oder gemahlen als Pulver. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Pulver dunkelbraun ist. Eine sandige Farbe verrät mitvermahlene Blütenstängel. Frische Nelken sinken im Wasser und fühlen sich leicht fettig an, wenn man gegen den Stiel drückt.

Gesundheitlicher Nutzen: Als Hausmittel eignen sich Gewürznelken bei Zahnschmerzen, da sie leicht betäubend und entzündungshemmend wirken.

Sternanis

Zuordnung: Sternanis reiht sich in die Familie der Magnoliengewächse ein und stammt aus Südchina.

Geschmack: Sein Geschmack erinnert an Anis. Das liegt daran, dass beide Früchte Anethol als Bestandteil ihres ätherischen Öls enthalten.

Verwendung: Die sternförmigen Früchte bestehen aus 6 bis 10 Kapseln samt Samenkorn. Die ätherischen Öle sind vor allem in der Frucht zu finden, nicht im Samen.

Gesundheitlicher Nutzen: Da dem Sternanis reizlindernde und schleimlösende Wirkungen nachgesagt werden, findet er in Hustenmitteln Anwendung. Er besitzt auch verdauungsfördernde und harntreibende Eigenschaften.

Ingwer

Zuordnung: Ingwer gehört zur Familie der Ingwergewächse und wird überwiegend in China und Indien angebaut.

Geschmack: Für die leichte Schärfe des Ingwers sorgen die Scharfstoffe Gingerole, die sich bei längerer Lagerung in die milderen Shoagole umwandeln. Weiterhin schmeckt Ingwer erfrischend, leicht zitronig und holzig.

Verwendung: In der Küche wird das Rhizom (die Knolle), nicht die Wurzel, eingesetzt und entweder frisch gerieben oder getrocknet als Pulver verwendet. Beim Kauf sollte auf eine glatte, feste Haut geachtet werden, denn dann ist die Knolle frisch.

Gesundheitlicher Nutzen: Ingwertee hilft besonders gut gegen kalte Füße im Winter, aber auch bei Übelkeit und nach einem üppigen Essen.

Piment (Nelkenpfeffer)

Zuordnung: Der Pimentbaum gehört zu den Myrtengewächsen. Zu finden sind die Bäume heute vor allem in Mexiko und Jamaika.

Geschmack: Sein Geschmack erinnert an Nelke, Muskat und Zimt. Das liegt am Eugenol, einem Bestandteil des ätherischen Öls, das auch in der Nelke zu finden ist. „Nelkenpfeffer“ heißt er aufgrund seiner Schärfe. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass „Piment“ aus dem Spanischen übersetzt „Pfeffer“ heißt.

Verwendung: Verwendet werden die getrockneten Beerenfrüchte ‒ als ganze Beeren oder vermahlen.

Gesundheitlicher Nutzen: Piment wirkt verdauungsfördernd und wird deswegen bei Blähungen eingesetzt.

Anis

Zuordnung: Anis gehört zur Familie der Doldengewächse und ist im asiatischen sowie südöstlichen Mittelmeerraum heimisch.

Geschmack: Anis besitzt ein intensives Aroma. Er schmeckt lakritzartig und blumig süß.

Verwendung: In der Küche verwendet man die Anisfrüchte. Sie sind keine Samen, wie oft fälschlicherweise angenommen wird.

Gesundheitlicher Nutzen: Den ätherischen Ölen der Anisfrüchte wie beispielsweise Anethol werden krampflösende, schleimlösende und verdauungsfördernde Eigenschaften nachgesagt.

Tonkabohne

Zuordnung: Der Tonkabaum gehört zu den Schmetterlingsblütlern und stammt aus Südamerika.

Geschmack: Mit ihrem süßen Aroma ist die Tonkabohne mit der Vanille vergleichbar und wird deshalb auch als Vanille-Alternative verwendet.

Verwendung: Die dunklen Samen werden aus den Früchten des Tonkabaumes gewonnen und sind damit streng genommen keine Bohnen. Sie haben mit etwa 6 cm eine beachtliche Größe. Im Gebrauch ähneln sie der Muskatnuss und werden dementsprechend mit einer Muskatreibe gerieben. Jedoch gilt bei der Dosierung: Weniger ist mehr. Denn die Samen haben einen relativ hohen Cumaringehalt (Cumarin ist ein Aromastoff, der bei empfindlichen Personen bei Überdosierung zu vorübergehenden Leberschäden führen kann. Jedoch kommt dies sehr selten vor.).

Gesundheitlicher Nutzen: Bei Nervosität und Angst wird die Tonkabohne verräuchert, da ihr süß-balsamischer Geruch beruhigend wirkt.

Vanille

Zuordnung: Vanille gehört zu den Orchideenpflanzen und stammt aus Mexiko. Heute wird sie hauptsächlich in Madagaskar, Indonesien und auf den Komoren angebaut.

Geschmack: Geschmacklich erinnert Vanille leicht an Süßholz. Mit ihrer sahnigen Süße ist sie die Königin der Gewürze. Vor allem die Bourbon-Vanille besitzt ein intensives Aroma und gehört zu den teuersten Sorten.

Verwendung: Vanilleschoten heißen die Fruchtkapseln mit ihren schwarzen Samen. Die Fruchtkapseln werden gelb geerntet und färben sich dunkel, wenn sie in der Sonne getrocknet und nachts in Säcken luftdicht verpackt werden. Das Aroma, das dabei durch Enzyme freigesetzt wird, ist vor allem das Vanillin. Im Handel gibt es entweder Vanillestangen oder das gemahlene Gewürz zu kaufen. Auch Vanillemühlen sind beliebt. Die Verwendung ist vielseitig: vom Vanillemark über die ausgekratzte Stange im Zuckerglas bis hin zur gemahlenen Stange.

Gesundheitlicher Nutzen: Neben der nachgesagten aphrodisierenden Wirkung soll sie auch den Appetit und den Gallenfluss anregen sowie den Darm stärken.

Zimt

Zuordnung: Der Zimtbaum wird den Lorbeergewächsen zugeordnet. Seine Heimat ist Südasien. Ceylon-Zimt stammt aus Sri Lanka, Cassia-Zimt aus China und Padang-Zimt aus Indonesien (überwiegend Sumatra).

Geschmack: Das erdig-holzige und süßliche Aroma des Zimtes verleiht vielen Süßspeisen eine unvergleichliche Note. Unterschieden werden 3 Sorten: der süßlich-milde, qualitativ hochwertigere Ceylon-Zimt, der dafür aber etwas teurer ist; der Cassia-Zimt (auch China-Zimt genannt), der ein weniger feines, eher stechendes und intensives Aroma aufweist; und der Padang-Zimt, der der Ceylon-Sorte ähnelt, nur etwas kräftiger schmeckt.

Verwendung: Der in der Küche verwendete Zimt ist die innere Rinde des Zimtbaumes. Beim Kauf sollten Sie auf eine eher blasse Farbe achten, die für eine bessere Qualität steht. Bei Zimtstangen erkennen Sie die Sorten ganz leicht: Cassia-Zimtstangen sind in einer dicken Schicht gerollt, Ceylon-Zimtstangen haben viele, eher blättrige Schichten.

Gesundheitlicher Nutzen: Mit seinen antiseptischen und antiviralen Eigenschaften wirkt Zimt als Erkältungsmittel. Er soll aber auch krampflösend und aphrodisierend sein.

Julia Behr

Autorin

Julia Behr

M.Sc. Ernährungswissenschaftlerin