Nachfrage nach veganen Produkten übersteigt Angebot

Umfrage veganes Angebot fotolia.com / creativenature.nl

Der VEBU hat im Rahmen einer deutschlandweiten Umfrage Konsumverhalten und Bedarf im Hinblick auf vegane Produkte untersucht. Dabei wurden sowohl der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) als auch die Verpflegung in Schnellrestaurants und Kaffeeketten erfragt.

Der VEBU möchte das Lebensmittelsortiment und die Gastronomie nachhaltig verändern und die pflanzliche Produktvielfalt erhöhen. Zu diesem Zweck haben wir Verbraucher gefragt, welcher Bedarf an veganen Lebensmitteln und Speisen besteht. Das Ergebnis: Veränderungen am Markt sind spürbar, die Nachfrage ist damit allerdings noch lange nicht gedeckt. Insbesondere außerhalb der Fleisch- und Wurstalternativen zeigt sich noch großer Nachholbedarf. Auch sind die Umfrageteilnehmer selten in Schnellrestaurants und Kaffeeketten anzutreffen, da ein attraktives pflanzliches Angebot fehlt.

Ergebnisse Lebensmitteleinzelhandel

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 1.  Milch- und Joghurtalternativen: Sieger beim Verzehr

Der größte Verbrauch an pflanzlichen Alternativen wird im Bereich der Milch- und Joghurtalternativen deutlich: Mehr als die Hälfte der Befragten konsumiert diese einmal bis mehrmals pro Woche. Gleichzeitig werden gerade bei diesen Produktgruppen eine größere Verfügbarkeit und Angebotsvielfalt gefordert: Zwei Drittel wünschen sich mehr pflanzlichen Joghurt, Milch und Käse. Der Hälfte der Verbraucher ist es außerdem wichtig, Dressings und Soßen, die häufig noch auf Milch- oder Ei-Basis hergestellt sind, vegan zu erhalten.

2.  Stärkste Nachfrage bei veganen Brot- und Backwaren

Der größte Bedarf an weiteren pflanzlichen Alternativen findet sich im Brot- und Backwarenbereich. 85 Prozent wünschen sich mehr vegane Kuchen, Torten und Kekse. Nun ist es an den Herstellern, auf diese deutliche Nachfrage mit mehr pflanzlichen Optionen zu reagieren. Dies kann durch ein erweitertes Produktsortiment geschehen oder durch Produktveränderungen, bei denen tierische Bestandteile in Brot oder Kuchen durch Alternativen ersetzt werden.

 3. Mehr Auswahl bei Süßwaren – aber bitte ohne tierische Produkte

Deutschland nascht gern! So verputzt auch mehr als die Hälfte unserer Befragten mindestens einmal wöchentlich Schokolade, Eis und Fruchtgummis. Der Wunsch nach einer größeren Auswahl und Verfügbarkeit von pflanzenbasierten Süßwaren deckt sich mit dem hohen Konsum in diesem Bereich.

4. Fleisch- und Wurstalternativen weiterhin stabil

Die Hälfte der Befragten gibt an, mindestens einmal pro Woche pflanzliche Fleischalternativen zu essen. Vegane Wurst kauft ein Drittel der Befragten regelmäßig. Der Bedarf nach noch mehr Auswahl ist durchaus festzustellen, allerdings bemerken wir auch eine gewisse Sättigung am Markt in Bezug auf die Menge der Alternativprodukte. Im Bereich der Nachfrage rangieren diese Produktgruppen auf dem letzten Platz.

 5. Hohes Potenzial für Fischalternativen

Etwa 20 Prozent der Befragten konsumieren bis zu einmal pro Monat Fischalternativen. Genauso viele wünschen sich eine höhere Verfügbarkeit in diesem Bereich. Insbesondere im Vergleich zu Fleisch- und Wurstalternativen, die bereits weitverbreitet sind, steht die Entwicklung im Bereich Fisch noch ganz am Anfang.

6. Convenience-Produkte weiterhin auf dem Vormarsch

Einfach, schnell und bequem soll es auch für mehr als die Hälfte unserer Befragten gehen. Ihre Bedarfsäußerung an die Hersteller lautet: mehr vegane Pizza, Pasta und Gemüseprodukte. Vieles im Kühl- und Tiefkühlregal scheint auf den ersten Blick pflanzlich, enthält aber oft noch tierische Zusatzstoffe wie Molkereiprodukte oder Ei. Für die Industrie ein weiteres Signal, sich noch genauer mit pflanzlichen Alternativen auseinanderzusetzen.

Angebot bei Schnellrestaurants und Kaffeeketten verbesserungswürdig

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Rund zwei Drittel der Befragten besuchen die genannten Restaurants nie. Das am häufigsten besuchte Schnellrestaurant ist Vapiano – vor Subway und McDonald’s. Nordsee schafft es vor Burger King und Pizza Hut, das Schlusslicht bildet KFC.

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Ebenso wie bei den Schnellrestaurants werden die Kaffeeketten nur von insgesamt einem Drittel überhaupt besucht. Die Kaffeeketten werden angeführt von Starbucks als meistbesuchte Kette, danach folgen Coffee Fellows und McCafé gleichauf. Tchibo, Balzac und Dunkin’ Donuts rangieren in dieser Reihenfolge auf den hinteren Plätzen.

Fazit und Ausblick

Heute ist es so einfach wie nie, das Speisenangebot in der Gastronomie sowie Produkte im LEH durch pflanzliche Alternativen zu erweitern. Deshalb arbeiten wir auch 2017 verstärkt daran, Hersteller davon zu überzeugen, auf tierische Inhaltsstoffe in ihren Lebensmitteln zu verzichten oder diese durch pflanzliche Alternativen auszutauschen. Damit durchbrechen wir eingefahrene Prozesse, denn häufig bedarf es nur kleiner Änderungen, um ein Lebensmittel tierleidfrei herzustellen. Als Berater und Vermittler schlagen wir die Brücke zwischen Lebensmittelherstellern und Entwicklern. Wir kennen die neuesten Entwicklungen im Bereich der Lebensmitteltechnologie auf der einen und den Bedarf der Hersteller auf der anderen Seite und bringen beide Parteien an einen Tisch. Der VEBU ist Ansprechpartner für Hersteller während des gesamten Prozesses der Umstellung ihrer Produktion und darüber hinaus.

Im Rahmen der Untersuchung wurden insgesamt 2.454 Mitglieder der VEBU Community sowie weiterer Veggie- und nachhaltigkeitsaffiner Foren befragt. Bei den Befragten handelt es sich um eine Gruppe, die sich aus Veganern, Vegetariern und Fleischessern zusammensetzt.

Simone Gröschl

Autorin

Simone Gröschl

VEBU-Business