Regierungsgremium empfiehlt vegane Alternativen

Produkttester werden und vegane Produkte testen Bildquelle: 06photo / shutterstock.com

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik betont in einem aktuellen Gutachten, dass ein geringerer Konsum von tierischen Lebensmitteln ökologisch sinnvoll sei, um Treibhausgasemissionen und Ressourcenverschwendung zu verringern – und empfiehlt vegane Alternativen.

Innerhalb nur weniger Wochen hat das dritte regierungsnahe Expertengremium der Bundesregierung empfohlen, sich für eine pflanzenorientierte Ernährung einzusetzen. Aktuell betont der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, dass ein geringerer Konsum von tierischen Lebensmitteln ein ökologisch sinnvoller Schritt sei, „da die Erzeugung von Fleisch und tierischen Produkten meistens mit deutlich höheren Treibhausgasemissionen und Ressourcenaufwendungen verbunden ist als die pflanzliche Erzeugung“.

Nutztierhaltung nicht zukunftsfähig

Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik hatte sein Gutachten mit dem Titel „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ Ende März 2015 im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft vorgestellt. Hierbei machten die Experten deutlich, dass die sogenannte Nutztierhaltung in ihrer heutigen Form nicht zukunftsfähig sei. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft interdisziplinär besetzt. Er erarbeitet unabhängig Gutachten und Stellungnahmen zur Zukunft der Agrarpolitik.

Vegane Alternativen gefordert

Auch pflanzliche Alternativprodukte zu tierischen Lebensmitteln sind Thema des Gutachtens. Diese seien „grundsätzlich […] aus ökologischen Gründen durchaus sinnvoll und von einem Teil der Verbraucher […] auch gewünscht.“ Hieran zeigt sich die zunehmend positive Wahrnehmung pflanzenorientierter Ernährung. Der Markt bietet heute eine Vielzahl pflanzlicher Alternativen, die den Speiseplan bereichern und zum Schutz von Tieren, Umwelt und Gesundheit beitragen. In den letzten Jahren sind Angebot und Nachfrage bei veganen Produkten beträchtlich gestiegen, das heißt, die Verbraucher wollen anders essen.

Zentrale Empfehlung des Gutachtens: mehr pflanzliche Produkte

Der VEBU war bei der Übergabe des Gutachtens vor Ort. Vertreter der Fleischwirtschaft haben dort versucht, die Forderung nach Konsumänderungen als Randthema zu diskreditieren. Hierauf betonte Professor Harald Grethe, der Leiter des Beirats, ausdrücklich, dass es sich bei der Empfehlung zu einem reduzierten Konsum tierischer Produkte keineswegs um einen Randbereich, sondern um eine zentrale Empfehlung des Gutachtens handle.

Zuletzt hatten bereits das Umweltbundesamt und der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen die Politik dazu aufgerufen, für eine pflanzenorientierte Ernährung einzutreten. Im Zentrum der Berichte der beiden Institutionen standen durch Tierhaltung hervorgerufene Stickstoffemissionen.

Fazit

Jetzt ist die Politik an der Reihe, die Realitäten einer ethisch nicht vertretbaren Tierhaltung und deren Folgen anzuerkennen und Veränderungen auf den Weg zu bringen. Der VEBU fordert die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden und den Forderungen der Gutachten nachzukommen.

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Till Strecker