ProVeg beteiligt sich an internationalen Klimaverhandlungen

Bildquelle: UNclimatechange

Vom 30. April bis 10. Mai 2018 war Bonn wieder Zentrum internationaler Klimaverhandlungen. Die im Frühjahr eines jeden Jahres stattfindenden Zwischengespräche dienen der Vorbereitung zur jährlichen Weltklimakonferenz (COP). ProVeg war vor Ort und beteiligte sich an den Verhandlungen zum Thema Landwirtschaft.

Schon im letzten Jahr – während der COP 23 in Bonn – wurde deutlich, dass der Rolle der Landwirtschaft in den Klimaverhandlung mehr Raum und Beachtung geschenkt wird als in den Jahren zuvor. Das war auch während den zweiwöchigen Zwischenverhandlungen Anfang Mai 2018 in Bonn zu spüren. Erfolgreich beendete Verhandlungen und zahlreiche Diskussionsrunden zum Thema Landwirtschaft und Klimaschutz, die von verschiedenen Organisationen veranstaltet wurden, bestätigten diesen Eindruck. Die während der COP 21 ausgehandelten Pariser Verträge¹ mit den ambitionierten Zielen, die Erderwärmung auf unter 2° und möglichst 1,5° Celsius zu beschränken, sollen 2020 in Kraft treten. Bis es soweit ist, muss aber noch am Inhalt nationaler Klimaschutzpläne gearbeitet und gefeilt werden.

Zeitrahmen für das Thema Landwirtschaft steht

Insbesondere im Bereich der Landwirtschaft gibt es noch viel zu verhandeln. Auch darum ging es in Bonn. Wichtigstes Ergebnis war ein von den Nationen gemeinsam erarbeiteter Zeitrahmen für die nächsten eineinhalb Jahre. So soll die Nutztierhaltung Mitte des Jahres 2020 diskutiert werden und konkrete Maßnahmen zur Verringerung der Emissionen aus der Landwirtschaft Eingang in die Verträge finden. Die künftigen Gesprächsrunden sollen dabei immer im Kontext der Ernährungssicherheit eingebunden werden, ein vor allem für den globalen Süden sehr relevantes Themenfeld, um eine gesunde Ernährung zu gewährleisten und den Hunger zu beenden. Neben dem konkreten Zeitrahmen wurde festgehalten, dass eine Beteiligung der Zivilgesellschaft in den Verhandlungen erwünscht und möglich ist. Dies ist aus Sicht von ProVeg ein wichtiges Ergebnis, um sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen.

Gemeinsame Stimme, um die Ziele zu erreichen

Parallel zu den Verhandlungen nutzte ProVeg die Gelegenheit, um bestehende Netzwerke und Partnerschaften weiter auszubauen. Schon seit 2017 ist ProVeg aktives Mitglied der Food and Climate Alliance. Die Allianz kam in Bonn zusammen, um an der gemeinsamen Mission zu arbeiten, sodass das Thema Ernährung, insbesondere die Nutztierhaltung, in den Verhandlungen ausreichend Beachtung findet. Außerdem soll es eine größere Auswahl an pflanzlichen Optionen bei den täglich angebotenen Gerichten während der Konferenzen geben.

ProVeg nimmt an der Weltklimakonferenz COP 24 in Polen teil

Die Klimakonferenz in Bonn war somit ein weiterer Meilenstein zur Ausgestaltung der Pariser Verträge und für ProVeg eine Plattform, um die Strategie und die Projekte zu den internationalen Klimaverhandlungen weiter zu konkretisieren. Ob die Aufmerksamkeit, die die Problematik der Landwirtschaft bezüglich des Weltklimas auf internationaler Bühne während des letzten halben Jahres erhalten hat, auch weiterhin Bestand haben wird, wird sich Ende des Jahres auf der Weltklimakonferenz COP 24 in Katowice, Polen, zeigen.

Nico Nettelmann, ProVeg Campaigning

Quellen

[1] BMU, Die Klimakonferenz in Paris. Online unter: https://www.bmu.de/themen/klima-energie/klimaschutz/internationale-klimapolitik/pariser-abkommen [24.05.2018]