ProVeg stellt Kernforderungen an künftige Bundesregierung

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ProVeg formuliert zentrale Anliegen, die seitens der Politik nach Bildung einer neuen Bundesregierung berücksichtigt werden müssen.

Die Herausforderungen, vor denen die Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik steht, sind in der 19. Wahlperiode gewaltig. Das aus gesundheitlicher Sicht viel zu hohe Konsumniveau tierischer Produkte, der massive Beitrag zum Klimawandel und gesellschaftlich zunehmend abgelehnte Haltungsbedingungen sogenannter Nutztiere: Es gibt viel Diskussions- und Handlungsbedarf. Leider verheißen die bisherigen Ergebnisse der Sondierungsgespräche zwischen CDU/CSU und SPD eher agrarpolitischen Stillstand anstelle von Aufbruch – und zementieren damit den Status quo.

Potenziale pflanzlicher Ernährung nutzen

ProVeg stellt anlässlich der Koalitionsverhandlungen daher politische Kernforderungen an die zukünftige Bundesregierung. Oft wird nur über graduelle Veränderungen diskutiert, beispielsweise bei Standards in der Tierhaltung. Wirkliche Fortschritte im Bereich des Tier-, Klima-, Umwelt-, Gesundheits- und Ressourcenschutzes sind allerdings ohne eine deutliche Verringerung der Tierbestände und des Konsumniveaus tierischer Produkte nicht realisierbar. Umgekehrt tragen pflanzliche Produkte und Ernährungsstile zur Lösung diverser Problemfelder bei.

Passende Rahmenbedingungen schaffen

Wichtig ist eine Vorbildfunktion der Politik. Zu ihren Aufgaben gehört es, Regeln aufzustellen, die auf das Leben der Menschen positiv Einfluss nehmen und ihnen eine möglichst bewusste und freie Wahl erlauben. Entscheidend ist insbesondere, passende Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine vegan-vegetarische Ernährung – ob gelegentlich oder generell – im Alltag erleichtern. Neben strukturellen Problemen wie der steuerlichen Benachteiligung pflanzlicher Produkte ist das derzeitige Informationsangebot nicht ausreichend. Beispielsweise können sich Verbraucherinnen und Verbraucher momentan noch nicht einmal anhand der Produktverpackung über die Haltungsbedingungen der Tiere informieren.

Herausforderungen und Chancen

Die skizzierten Herausforderungen sind enorm, bieten aber auch Chancen. Die Agrar- und Ernährungspolitik der Zukunft muss dringend ökologisch und ökonomisch nachhaltiger, tierfreundlicher, ressourcenschonender und gesundheitsorientierter werden. Nur so hat sie die Aussicht, gesamtgesellschaftlich akzeptiert und getragen zu werden.

Die ausführlichen Kernforderungen von ProVeg finden Sie unter hier [PDF].

Felix Domke