Die wichtigsten Meilensteine von ProVeg 2017

Das wahrscheinlich wichtigste Jahr von ProVeg (ehemals VEBU) geht mit der Namensänderung und einer neuen strategischen Ausrichtung zu Ende. ProVeg ist nun die erste internationale Organisation zur Förderung der pflanzlichen Lebensweise. Das Jahr 2017 brachte zahlreiche Erfolge mit sich, die Sie im folgenden Artikel nachlesen können.

Im April 2017 haben unsere Mitglieder entschieden, den VEBU in ProVeg Deutschland e.V. umzubenennen und Teil der internationalen Organisation zu werden. In Großbritannien, Polen und Spanien setzt sich ProVeg International für eine schnelle Verbreitung der pflanzlichen Lebensweise ein. Unsere erfolgreiche Arbeit wird dabei adaptiert und der inhaltliche Fokus verbreitert: Angesichts der finanziellen Ressourcen der Fleischindustrie und des weltweit rasant steigenden Fleischkonsums hat sich ProVeg das Ziel gesetzt, den globalen Tierkonsum bis 2040 zu halbieren. Dies ist nur durch eine internationale Zusammenarbeit zu erreichen.

Bei der Umsetzung unserer Mission, den Tierkonsum bis 2040 um 50 % zu reduzieren, setzen wir auf eine Politik maßvoller und realistischer Schritte. In unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die Zielgruppen und Aktivitäten mit der höchsten Wirkung, um eine effiziente Mittelverwendung zu gewährleisten. Nur wenn ein Hebel das Potenzial aufweist, möglichst viele Menschen gleichzeitig zu erreichen, wird ProVeg ihn bewegen. Dazu gehören die Zusammenarbeit mit Unternehmen ebenso wie das Einwirken auf die Politik oder die Schaffung von mehr Bewusstsein für die pflanzliche Lebensweise.

ProVeg Erfolge 2017

ProVeg-Kampagnen für mehr Problembewusstsein

Zusammen mit zahlreichen europäischen Veggie-Organisationen lancierte ProVeg die erste internationale Kampagne, die zu einem höheren Konsum von Pflanzenmilch beitragen und den Botschaften der Milchindustrie eine Stimme entgegensetzen soll. Dafür erklärten wir gemeinsam den 22. August zum Welt-Pflanzenmilch-Tag. Eine Woche lang schufen alle Organisationen mehr Bewusstsein für den grausamen Alltag in der Milchindustrie und die vielen Vorteile von Pflanzenmilch: durch Social-Media-Kampagnen, Pressearbeit oder Partnerschaften mit Restaurants und Cafés. ProVeg International koordinierte alle Aktivitäten.

2017 koordinierte ProVeg erstmals die weltweite Kampagne Worldwide Vegan Bake Sale, die jedes Jahr dazu aufruft, selbst gebackene, vegane Köstlichkeiten wie Kuchen, Torten, Muffins und Kekse zu verkaufen. 2017 gab es einen neuen Rekord: 23 Länder aus 5 Kontinenten beteiligten sich an der globalen Kampagne. Premiere feierte das Event zum Beispiel in Bolivien und Slowenien. Weltweit sammelten Aktivistinnen und Aktivisten rund 60.000 US-Dollar. Der Worldwide Vegan Bake Sale beweist, dass Eier und Milchprodukte nicht nötig sind, um köstliches Backwerk zu zaubern.

Die politische Arbeit von ProVeg

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU), der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Fleischer-Verband (DFV) forderten im Dezember 2016 ein Verbot von Produktbezeichnungen wie „Veggie-Schnitzel“ oder „vegane Currywurst“. ProVeg setzte sich 2017 mit großem Erfolg in der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission (DLMBK) für eine klare und transparente Benennung von Fleischalternativen ein, damit deren jetzige Benennung gängige Praxis bleibt und Alternativprodukte weiterhin leicht im Supermarktregal zu finden sind. Um auch die Meinung der Öffentlichkeit deutlich zu machen, startete ProVeg einen Appell, um den „Wurstminister“ zu stoppen, der von mehr als 12.000 Menschen unterschrieben wurde. Einen Teilerfolg gibt es schon: „Schnitzel“, „Bratwurst“ und „Frikadelle“ können laut des neuesten Leitsatzentwurfs der DLMBK weiterhin für vegetarisch-vegane Fleischalternativen verwendet werden. ProVeg und 18 weitere Unternehmen fordern nun in einer gemeinsamen Stellungnahme, dass „Fleischbegriffe“ für alle Fleischalternativen weiterhin zulässig sind.

Der Klimawandel ist aktuell die größte Herausforderung der Menschheit. Im November 2017 trafen sich Delegierte aus Politik, Wissenschaft und
verschiedensten Organisationen auf der diesjährigen Weltklimakonferenz (COP 23) in Bonn. Bisher wurde der landwirtschaftlichen Tierhaltung auf diesen Konferenzen und bei der Erarbeitung nationaler Klimaschutzpläne kaum Beachtung geschenkt. Jedoch ist sie einer der größten Klimakiller und global gesehen für 14,5 % der menschgemachten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – mehr als der gesamte globale Transportsektor. Mit der ersten internationalen Petition für eine Berücksichtigung von Ernährung im Klimaschutz forderte ProVeg von der künftigen Bundesregierung, das Thema auf der COP 23 anzusprechen und in der Ausgestaltung des deutschen Klimaschutzplans zu berücksichtigen. Insgesamt haben bis Anfang November 2017 mehr als 65.000 Menschen diese Forderung mit ihrer Stimme unterstützt. Die Unterschriften wurden anschließend Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, überreicht.

ProVeg-Events für eine vegane Bewegung

Die von uns initiierte, weltweit größte und älteste Publikumsmesse für die vegetarisch-vegane Lebensweise fand 2017 an 6 Standorten in Deutschland sowie in 6 weiteren Ländern statt: Fast doppelt so viele Länder wie 2016. 2017 wurde ein neuer Besucherrekord verzeichnet: Weit mehr als 120.000 Menschen haben die VeggieWorld-Messen europaweit besucht. Zudem war ProVeg auf der Frankfurter Buchmesse und erneut auf der weltweit größten Messe für ökologische Konsumgüter, der Biofach, vertreten.

2017 fand in Berlin zum zehnten Mal das von ProVeg, der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt und dem Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan organisierte Vegane Sommerfest Berlin statt: Mit 65.000 Gästen kamen mehr Menschen als jemals zuvor. Damit ist die Veranstaltung das größte vegane Event der Welt. Auf dem Straßenfest konnte man nicht nur kulinarische Köstlichkeiten wie vegane Burger, Waffeln oder Donuts genießen, sondern sich auch an verschiedenen Ständen zum Thema Tierrechte, Umweltschutz und Nachhaltigkeit informieren. Außerdem spielten vegane Mode und Kosmetik eine große Rolle: Sei es durch die Präsentation des vielfältigen Angebots in einer Modenschau, durch die Versteigerung von Goodie-Bags mit allerlei Kosmetikprodukten oder der Möglichkeit, mit verschiedenen Labels direkt ins Gespräch zu kommen.

Zusammenarbeit von ProVeg mit Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen

Die beliebte „Aktion Pflanzen-Power“ hat 2017 an 13 Aktionstagen über 6.000 Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie lecker und vielfältig die pflanzliche Küche ist – mehr als jemals zuvor. Doch bereits 2018 sollen bis zu 30 Schulen Teil der Initiative werden. Öffentliche Einrichtungen bieten zunehmend pflanzliche Alternativen an, während das Angebot an Kitas und Schulen weiterhin sehr zu wünschen übrig lässt. Deshalb geht ProVeg gemeinsam mit der BKK ProVita auf
Schulen und Caterer zu und bringt ihnen die 5 guten Gründe für pflanzliche Ernährung näher. In Kochworkshops lernen die Kinder, wie lecker und einfach es ist, vegane Gerichte zuzubereiten. In Schulungen vermittelt ProVeg Food Services das nötige Fachwissen, damit in Großküchen vollwertige Gerichte ohne Tierprodukte angeboten werden können.

Alexander Schirm, ProVeg-Fundraising

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