Kennzeichnung von Fleischalternativen: eine rechtliche Grauzone

Das Angebot an vegan-vegetarischen Fleischalternativen wird immer größer, ebenso die Nachfrage. Besonders beliebt sind Lebensmittel, die Fleischprodukten nachgeahmt sind. Mit ihnen kann man alte Gewohnheiten beibehalten, aber die vielen negativen Auswirkungen des Fleischkonsums umgehen. Aber darf eine Veggie-Wurst Wurst heißen?

Hersteller entwickeln Produkte, die den Originalen immer mehr ähneln, beispielsweise hinsichtlich Geschmack, Konsistenz und Zubereitung. Da liegt es nahe, bekannte Bezeichnungen zu verwenden. So finden sich „Steaks“ aus Weizeneiweiß oder „Bolognese“ auf Sojabasis in den Regalen. Die traditionellen Benennungen geben Verbrauchern viele Informationen. Wie man ein „paniertes Schnitzel“ zubereitet und wie es aussieht, ist jedem klar. Technische Beschreibungen wie „Zubereitung aus Weizenprotein“ oder Fantasienamen wie „Veganbratstück Österreich“ sind hingegen weniger aussagekräftig. Doch darf eine Veggie-Wurst auch Wurst heißen?

Der VEBU setzt sich für „Schnitzel“ ein

Die Verwendung von herkömmlichen Bezeichnungen bei vegan-vegetarischen Fleischalternativen, aber auch bei rein pflanzlichen Käse- und Milchalternativen, ermöglicht selbstbestimmte und einfache Kaufentscheidungen. Der VEBU setzt sich deshalb für eine rechtliche Zulässigkeit ein. Die Rechtslage ist bislang nicht eindeutig, wodurch sich Hersteller in einer Grauzone bewegen. Die maßgeblichen Richtlinien im Deutschen Lebensmittelbuch berücksichtigen das relativ neue Marktsegment noch nicht. In der Wirtschaft gibt es widerstreitende Interessen, Verbraucherverbände befinden sich noch in der Meinungsbildung. Daher steht der VEBU in regem Kontakt mit den Vertretern von Politik, Verbrauchern und Wirtschaft, um zu einer sinnvollen Regelung zu kommen.

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Till Strecker