Wursthersteller erstmals fleischfrei

Der VEBU unterstützt regelmäßig Unternehmen dabei, fleischfreie und vegane Produkte am Markt zu etablieren. Das bisher ausschließlich für seine Fleischprodukte deutschlandweit bekannte Unternehmen Rügenwalder Mühle produziert seit 2014 vegetarische Wurst- und Fleischalternativen und führte im November 2015 auch erste vegane Produkte am Markt ein. Die wichtigsten Fragen zum Austausch mit dem Unternehmen Rügenwalder Mühle beantwortet der VEBU in den FAQs, die Sie weiter unten finden.

Wer heute seinen Wocheneinkauf im Supermarkt nebenan erledigt, stellt schnell fest, dass Tofuwurst und Seitanschnitzel die Regale erobern. Alle bekannten Supermärkte und Discounter führen mittlerweile ein breites Produktsortiment an vegetarisch-veganen Wurst- und Fleischalternativen.

Diese Entwicklung ist nicht zuletzt dem Team von VEBU-Business zu verdanken, Deutschlands erste Unternehmensberatung für den vegetarisch-veganen Markt. Das Berater-Team besteht aus erfahrenen Kommunikationsprofis sowie Handels- und Marketingexperten, die sich seit Jahren für die vegetarisch-vegane Lebensweise engagieren.

Begleitung der Entwicklungen

So auch bei der Rügenwalder Mühle. Das Unternehmen produziert seit 2014 fleischfreie Produkte und steht in regelmäßigem Dialog mit dem VEBU-Team. Darüber hinaus wurde bis August 2016 das Logo ‘Unterstützt vom VEBU’ vergeben,das darauf hinwies, dass der VEBU den eingeschlagenen Weg des Unternehmens unterstützt und begrüßt. Das Logo ist mittlerweile zur Kommunikation des Dialogs zwischen VEBU und Rügenwalder Mühle an die Verbraucher in Form des Abdrucks auf den Produktverpackungen nicht mehr notwendig.

Fleischverarbeitendes Unternehmen bietet erstmals Veggie-Wurst

Laut Rügenwalder Mühle ist das primäre Ziel der Produkte, fleischessende Konsumenten anzusprechen, die kurz- oder langfristig ihren Fleischkonsum reduzieren oder einstellen möchten. Viele der Produkte sind derzeit vegetarisch, langfristig setzt sich der VEBU dafür ein, dass neben den bisherigen zwei veganen Produkten, die seit November 2015 erhältlich sind, weitere pflanzliche Alternativen entwickelt und angeboten werden sowie bei den vegetarischen Produkten der Anteil der tierischen Zutaten reduziert und im besten Falle durch pflanzliche Alternativen ersetzt wird. Die Veggie-Schnitzelspezialitäten sollen ebenfalls ab Anfang des Jahres 2017 vegan werden. Auf dieses Ziel arbeitet der VEBU zusammen mit Rügenwalder Mühle hin.

Wir denken, dass es ein Fortschritt ist, wenn jetzt sogar ein zuvor ausschließlich fleischverarbeitendes Unternehmen vegetarische und vegane Wurst- und Fleischalternativen anbietet. Auch in Zukunft wollen wir weitere Firmen gewinnen, pflanzliche Produkte zu entwickeln. Sebastian Joy

Bei einem Besuch in den Produktionshallen der Rügenwalder Mühle konnte sich der VEBU-Geschäftsführer ein Bild von einer fleischfreien Zukunft machen. Bereits jetzt geben knapp 50 Prozent der Bevölkerung an, weniger Fleisch zu essen und 7,8 Millionen Menschen in Deutschland leben vegetarisch, Tendenz steigend. Experten schätzen, dass bis zum Jahr 2020 gut 20 Prozent der Menschen in Deutschland überwiegend vegetarisch essen. In einem Spiegelinterview von September 2016 antwortet der Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle, Christian Rauffus, auf die Frage“Wann werden wir lesen: Rügenwalder Mühle stellt komplett auf vegetarische Produkte um?“: „Ich bin jetzt 64. Kann sein, dass ich das noch erlebe“. Und Marketingchef Godo Röben ergänzt als Zielwert für die nächsten Jahre: „Unser Ziel ist es, bis 2020 40 Prozent vegetarische Produkte zu verkaufen.“

Veggie-Wurst unter den TOP 10

In den TOP 10 der meistverkauften Produkte der Rügenwalder Mühle befinden sich alleine drei vegetarische Produkte.

Begleitung marktbestimmender Unternehmen

Durch die Begleitung bekannter Unternehmen und Marken auf ihrem Weg zu einem größeren vegetarisch-veganen Angebot kann das Ziel einer fleischfreien Gesellschaft erreicht werden.

Marktbestimmende Unternehmen sollten aus unserer Arbeit nicht ausgeschlossen, da sie die Produktpalette der konventionellen Supermärkte bedeutend mitgestalten und somit viel Beachtung finden. Durch die Begleitung von Unternehmen durch das VEBU Business-Team wird sich langfristig die Anzahl der geschlachteten Tiere für den Markt in Deutschland durch die Veränderung des Produktsortiments reduzieren. Außerdem werden Menschen, die die Produkte bekannter Marken bereits kennen und kaufen, eher auch eine vegetarische oder vegane Alternative von diesem Anbieter ausprobieren. Sebastian Joy

Infrastruktur verbessern

Insgesamt sind die fleischfreien Produkte langfristig in rund 23.500 Märkten in Deutschland erhältlich. Zum Vergleich: 2012 gab es in Deutschland knapp 500 Bio-Supermärkte und insgesamt knapp 2.400 Naturkostfachgeschäfte, in denen ein solches Angebot zu finden war. Die leichtere und breitere Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten ist dem VEBU wichtig. Die Infrastruktur insgesamt zu verbessern, ist ein Weg, den Fleischkonsum in der Gesellschaft maßgeblich zu reduzieren.

FAQs

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1. In welcher Form erfolgt der Austausch mit der Rügenwalder Mühle?
Der VEBU steht im Dialog mit dem Unternehmen Rügenwalder Mühle und unterstützt es dabei, vegetarische und vegane Produkte am Markt zu etablieren und weitere neue fleischfreie Produkte einzuführen, weil der VEBU ein Engagement von Unternehmen in Richtung „vegetarisch“ und „vegan“ grundsätzlich begrüßt. Zur Entwicklung von veganen Produkten aus dem Hause Rügenwalder steht der VEBU in engem Kontakt mit den Verantwortlichen des Unternehmens. Der VEBU regt die Rügenwalder Mühle dazu an, neben den bereits eingeführten veganen Produkten weitere pflanzliche Produkte einzuführen und plädiert für eine mögliche Veganisierung der bisher eingeführten vegetarischen Produkte.
2. Was ist zukünftig geplant?
Wir möchten die Rügenwalder Mühle weiterhin auf dem Weg begleiten, den Anteil der tierischen Produkte zu reduzieren. Das Ziel, erste vegane Produkte des Unternehmens in den Händen halten zu können,  ist bereits erreicht. Seit November 2015 gibt es die ersten veganen Produkte aus dem Hause Rügenwalder Mühle. Das Unternehmen von Beginn an, auf dem Weg hin zu mehr fleischfreien Produkten begleitet zu haben und weiterhin im Austausch zu stehen, ist uns ein Anliegen.
3. Gibt es einen Austausch wie diesen mit großen Unternehmen beim VEBU öfter?
Über unsere Abteilung VEBU-Business berät der VEBU viele Unternehmen auf ihrem Weg in den vegetarischen oder veganen Markt. Ähnlichen Austausch gab und gibt es beispielsweise mit den Unternehmen FRoSTA, Sante, HiPP und Katjes.
4. Warum steht der VEBU im Dialog mit der Rügenwalder Mühle?
Der VEBU arbeitet mit einflussreichen Institutionen, Verbänden, Unternehmen u. ä. zusammen, um vegetarische und/oder vegane Wurst- und Fleischalternativen verfügbarer zu machen und damit den Pro-Kopf-Fleischkonsums zu reduzieren. Hier geht es im Speziellen um die Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel. Für den bisher rein fleischverarbeitenden Betrieb war die Produktion von vegetarischen Wurst- und Fleischalternativen ein erster Schritt in die vegetarische Richtung, den wir sehr begrüßen. Es gibt bereits auch die ersten veganen Fleischalternativen der Rügenwalder Mühle. Die Infrastruktur insgesamt (d. h. die Verfügbarkeit von entsprechenden Produkten) zu verbessern, ist ein Weg, den Fleischkonsum in der Gesellschaft effektiv reduzieren zu können.
5. Was verspricht sich der VEBU vom Austausch mit der Rügenwalder Mühle? Welche kurzfristigen und langfristigen Ziele verfolgt der VEBU durch diesen Austausch?
Wir verstehen, wenn ein Dialog des VEBU mit einem vormals ausschließlich fleischverarbeitenden Unternehmen kritisch gesehen wird. Der VEBU wird diesen Dialog jedoch heute und in Zukunft suchen, wenn hierdurch substantielle Fortschritte hinsichtlich einer Reduktion des Fleischkonsums und der Erhöhung der Bekanntheit und Akzeptanz fleischfreier oder pflanzlicher Fleischalternativen in der Gesellschaft zu erzielen sind. Die Produkte der Rügenwalder Mühle sind nicht nur für Vegetarier und Veganer geeignet, sondern stehen auch Flexitariern und anderen Menschen in ihrem gewohnten Einkaufsumfeld abseits der veganen und vegetarischen Nischen zur Verfügung. Wir sind überzeugt, so eine breite Masse für vegetarische und vegane Fleischalternativen gewinnen zu können. Das kurzfristige Ziel ist es, die Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel zu verbessern. Das langfristige Ziel ist es, den Fleischkonsum in der Gesellschaft zu reduzieren.
6. Das überwiegende Angebot der Rügenwalder Mühle besteht aus Fleisch. Ist der Austausch mit dem VEBU nicht reine Imagepflege für die Rügenwalder Mühle?

Der Schwerpunkt der Rügenwalder Mühle liegt bisher weiterhin bei Fleischprodukten, das ist richtig und dazu steht das Unternehmen. Die Rügenwalder Mühle ist sich jedoch auch über das veränderte Konsumverhalten ihrer Kunden bewusst. Aus diesem Grund – und weil der Fleischkonsum in Deutschland rückläufig ist (was der VEBU ausdrücklich begrüßt) – möchte das Unternehmen auf die Wünsche der Verbraucher reagieren und zusätzlich fleischfreie Alternativen anbieten und das fleischfreie Sortiment fortlaufend weiter ausbauen. Hier gibt es schon erste positive Entwicklungen. Das Unternehmen hat im Jahr 2015 ein Fünftel seines Gesamtumsatzes mit den Veggie-Produkten gemacht.

In einem Spiegelinterview von September 2016 antwortet der Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle, Christian Rauffus, auf die Frage “Wann werden wir lesen: Rügenwalder Mühle stellt komplett auf vegetarische Produkte um?“: „Ich bin jetzt 64. Kann sein, dass ich das noch erlebe“. Und Marketingchef Godo Röben ergänzt als Zielwert für die nächsten Jahre: „Unser Ziel ist es, bis 2020 40 Prozent vegetarische Produkte zu verkaufen.“

7. Viele der angebotenen Produkte sind nicht vegan. Wie steht der VEBU zu den vegetarischen Zutaten in den Produkten?

Der Anspruch der Rügenwalder Mühle besteht laut Unternehmen darin, die Produkte so fleischähnlich wie möglich anzubieten, d. h. den fleischfreien Produkten einen starken fleischähnlichen Geschmack zu geben sowie das Mundgefühl so fleischähnlich wie möglich zu gestalten. Ziel ist es, Verbraucher und Konsumenten anzusprechen, die kurz- oder langfristig ihren Fleischkonsum reduzieren oder einstellen möchten. Hier möchte die Rügenwalder Mühle Veggie-Produkte als echte Alternative anbieten und davon überzeugen, auch den Griff zu fleischfreien Produkten zu wagen. Der VEBU hat die Rügenwalder Mühle darum gebeten, in die Produktentwicklung vegane Alternativen mit einzubeziehen und diese auszuprobieren. Diesem Wunsch hat das Unternehmen entsprochen und vegane Alternativen getestet. Allerdings konnten diese die Produktentwickler bisher geschmacklich und in der technischen Machbarkeit bei der Herstellung der Produkte für einige der derzeitig verfügbaren Produkte noch nicht überzeugen.

Der VEBU ist bei der Weiterentwicklung der vegetarischen Produktlinie mit an Bord und berät die Rügenwalder Mühle dabei, die angebotenen Fleisch- und Wurstalternativen zukünftig zu veganisieren, d. h., sie rein pflanzlich anbieten zu können. Die Veggie-Schnitzelspezialitäten wurden bspw. bisher mit einem minimalen Eianteil produziert. Hier befinden wir uns auf einem guten Weg hin zu veganen Alternativen. Voraussichtlich Anfang 2017 werden diese eingeführt.

Der VEBU hat sich dafür eingesetzt, dass die Rügenwalder Mühle bereits 2015 vegane Produkte am Markt etabliert. Dieses Vorhaben war erfolgreich. Seit November 2015 sind die ersten veganen Fleischalternativen von Rügenwalder Mühle erhältlich. Wir sind überzeugt davon, dass es ein Fortschritt ist, wenn jetzt sogar ein zuvor rein fleischverarbeitendes Unternehmen Veggie-Wurst und Veggie-Fleisch anbietet. Wir wollen auch in Zukunft weitere Firmen gewinnen, vegetarische und vegane Produkte zu entwickeln. Denn wir wissen, dass in einigen Jahren Fleisch keine Hauptrolle mehr am Markt und auf den Speisekarten spielen wird und schließen uns der Food-Expertin Hanni Rützler an, die sagt: „Fleisch wird zur Beilage.“ Wir begleiten Unternehmen, die neue Wege gehen wollen. Auch wir stehen dazu, neue Pfade zu beschreiten und mit den Unternehmen den „Weg der vielen Schritte“ gemeinsam zu gehen.

8. Ist es nicht doch nur Marketing, dass die Rügenwalder Mühle nun fleischfreie Produkte herstellt? Das Kerngeschäft bleibt Teewurst. Gefährdet der VEBU mit dem Dialog mit dem Unternehmen damit nicht die eigene Marke?

Die Transferleistung der Verbraucher, von der Rügenwalder Mühle auf den VEBU zu schlussfolgern, ist ein Szenario, auf das sich der VEBU bewusst eingelassen hat bzw. damit rechnet, dass dies geschieht. Der VEBU empfiehlt keine Produkte. Der VEBU begleitet und unterstützt die Rügenwalder Mühle auf dem Weg hin zu immer mehr vegetarischen und veganen Produkten.

Die Rügenwalder Mühle ist sich über das veränderte Konsumverhalten ihrer Kunden bewusst. Das zeigt sich auch in der konsequenten Weiterentwicklung des vegetarischen Sortimentes. Seit Dezember 2014 wurden bereits 21 vegetarische bzw. vegane Produkte eingeführt. Aus diesem Grund – und weil der Fleischkonsum in Deutschland rückläufig ist (was der VEBU ausdrücklich begrüßt) – reagiert das Unternehmen auf die Wünsche der Verbraucher und bietet zusätzlich zu den fleischfreien seit November 2015 auch vegane Alternativen an. Ziel ist es, Verbraucher und Konsumenten anzusprechen, die kurz- oder langfristig ihren Fleischkonsum reduzieren oder einstellen möchten. Hier möchte die Rügenwalder Mühle Veggie-Produkte als echte Alternative anbieten und davon überzeugen, auch den Griff zu fleischfreien Produkten zu wagen.

In einem Spiegelinterview von September 2016 antwortet der Geschäftsführer der Rügenwalder Mühle, Christian Rauffus, auf die Frage “Wann werden wir lesen: Rügenwalder Mühle stellt komplett auf vegetarische Produkte um?“: „Ich bin jetzt 64. Kann sein, dass ich das noch erlebe“. Und Marketingchef Godo Röben ergänzt als Zielwert für die nächsten Jahre: „Unser Ziel ist es, bis 2020 40 Prozent vegetarische Produkte zu verkaufen.“

9. Ist der Austausch mit einem Unternehmen wie Rügenwalder Mühle ein Novum für den VEBU oder machen Sie das öfter?
Die Gespräche mit einem ehemals ausschließlich fleischverarbeitenden Unternehmen sind ein Novum für den VEBU. Wir verstehen, wenn ein Dialog des VEBU mit einem vormals ausschließlich fleischverarbeitenden Unternehmen kritisch gesehen wird. Der VEBU wird diesen Dialog jedoch heute und in Zukunft suchen, wenn hierdurch substantielle Fortschritte hinsichtlich einer Reduktion des Fleischkonsums und der Erhöhung der Bekanntheit und Akzeptanz fleischfreier oder pflanzlicher Fleischalternativen in der Gesellschaft zu erzielen sind. Die Produkte der Rügenwalder Mühle sind nicht nur für Vegetarier und Veganer eine Bereicherung. Vielmehr stehen sie erstmals auch Flexitariern und anderen Menschen in ihrem gewohnten Einkaufsumfeld, im klassischen Lebensmitteleinzelhandel, abseits der veganen und vegetarischen Nischen zur Verfügung. Wir sind überzeugt, so eine breite Masse für vegetarische und vegane Fleischalternativen gewinnen zu können. Das kurzfristige Ziel ist somit, die Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel zu verbessern. Das langfristige Ziel ist es, den Fleischkonsum in der Gesellschaft zu reduzieren. Wir begleiten Unternehmen, die neue Wege gehen wollen. Auch wir stehen dazu, neue Pfade zu beschreiten und mit den Unternehmen den „Weg der vielen Schritte“ gemeinsam zu gehen.
10. Warum ausgerechnet die Rügenwalder Mühle und nicht auch ein anderer Fleischwarenhersteller? Wenn sich der VEBU mit der Rügenwalder Mühle austauscht, warum dann nicht in Zukunft auch mit Tönnies und anderen großen Fleischproduzenten? Hat der VEBU gar keine ethischen Grundsätze mehr?

Wir sind sehr daran interessiert, eine möglichst breite Zielgruppe zu erreichen. Durch die Begleitung bekannter Unternehmen und Marken auf ihrem Weg zu einem größeren vegetarischen und veganen Angebot können wir dieses Ziel gut erreichen. Marktbestimmende Unternehmen werden aus unserer Arbeit nicht ausgeschlossen, da sie die Produktpalette der konventionellen Supermärkte bedeutend mitgestalten und somit viel Beachtung finden. Wir befürworten, dass sich ein Unternehmen – auch wenn es zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausschließlich Fleisch- und Wurstwaren anbietet – Alternativprodukten annimmt.

Gerade Rügenwalder Mühle besitzt einen sehr hohen Bekanntheitsgrad und genießt ein hohes Vertrauen im Handel und bei den Verbrauchern. Das Unternehmen und die Marke werden von den Kunden als sympathisch wahrgenommen. Im Jahr 2015 gab das Unternehmen das gesamte Werbebudget für die Bekanntmachung und Unterstützung der neuen vegetarischen und veganen Produkte aus. Für 2016 ist das ähnlich und auch 2017 sind große Summen für das Marketing der Veggie-Produkte eingeplant. Durch diese hohe Werbepräsenz wurden und werden sehr viele Menschen erreicht. Verbraucher, die die Qualität der Produkte der Rügenwalder Mühle bereits kennen und schätzen, werden aufgrund dieses Vertrauens mit großer Wahrscheinlichkeit leichter bzw. öfter zu den vegetarischen und veganen Alternativen greifen.

Wenn Firmen wie die Rügenwalder Mühle damit beginnen, vegetarische und vegane Alternativen herzustellen und anzubieten, können ganz neue Zielgruppen hinsichtlich einer fleischreduzierten bzw. fleischfreien Ernährungsweise angesprochen werden. Zudem haben wir durch intensive Gespräche den Eindruck gewonnen, dass das Unternehmen das Thema mit großer Ernsthaftigkeit weiterverfolgt und bereit ist, diesen Weg konsequent zu gehen. Das zeigt sich auch in der stetigen Vergrößerung des fleischfreien Sortimentes. Seit Dezember 2014 wurden bereits 21 Produkte eingeführt. Insgesamt heißen wir es gut, wenn konventionelle Lebensmittelhersteller ebenso wie Supermärkte, die zahlreiche tierische Produkte im Sortiment haben, dieses um vegetarisch-vegane Alternativen erweitern.

11. Unterstützt der VEBU nicht durch solche Aktionen indirekt die Massentierhaltung und das Töten von Tieren?

Der VEBU begleitet die Rügenwalder Mühle auf dem „Weg der vielen Schritte“, bei dem sich langfristig die Anzahl der geschlachteten Tiere für den Verkauf am Markt in Deutschland durch die Veränderung des Produktsortiments reduzieren wird. Der VEBU begleitet Unternehmen, die in vegetarische und vegane Alternativprodukte investieren und diese am Markt etablieren möchten. Auf diese Weise wird zum einen die bessere Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel gefördert und zum anderen werden vermehrt Flexitarier angesprochen, d. h. Menschen, die sowohl Fleisch und – nach dem Clausthaler Prinzip “nicht immer, aber immer öfter” – auch vegetarisch essen. Menschen, die die Produkte der Rügenwalder Mühle bereits kennen und kaufen, werden eher auch eine vegetarische Alternative von diesem Anbieter ausprobieren.

Insgesamt werden die fleischfreien Produkte langfristig in rund 23.500 Märkten in Deutschland erhältlich sein. Zum Vergleich: 2012 gab es in Deutschland knapp 500 Bio-Supermärkte und insgesamt knapp 2.400 Naturkostfachgeschäfte, in denen ein solches Angebot zu finden war. Die leichtere und breitere Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten ist dem VEBU wichtig. Die Infrastruktur insgesamt zu verbessern, ist ein Weg, den Fleischkonsum in der Gesellschaft maßgeblich zu reduzieren.

12. Spricht der VEBU auch mit anderen großen Unternehmen? Was kommt als nächstes? Der Dialog mit McDonald’s und Kentucky Fried Chicken?
Der VEBU hat ein großes Interesse daran, Verbraucher dort abzuholen, wo sie stehen. Der größte Teil der Bevölkerung in Deutschland konsumiert Produkte bekannter Marken und geht im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel (Supermarkt/Discounter) einkaufen. Diese Konsumgewohnheiten zu ignorieren oder nicht wahrhaben zu wollen, ist nicht unser Weg. Wir stellen uns den Realitäten der in Deutschland bisher vorherrschenden Einkaufsgewohnheiten. Hier knüpft der VEBU an. Der VEBU sieht in der vegetarisch-veganen Lebensweise den besten Weg, die Tiere, die eigene Gesundheit, das Klima und die Umwelt auf unserem Planeten zu schützen. Der Austausch mit großen Unternehmen gibt uns die Möglichkeit, eine größere Anzahl von Menschen von unseren Ideen zu begeistern und die vegetarisch-vegane Lebensweise als leicht umsetzbare Alternative aufzuzeigen. Immer unserem Grundsatz treu, den Fleischkonsum in der Gesellschaft zu reduzieren.
13. Befürchtet der VEBU keinen Imageverlust? Wie wollen Sie das verhindern?

Wir verstehen, wenn ein Dialog des VEBU mit einem vormals ausschließlich fleischverarbeitenden Unternehmen kritisch gesehen wird. Der VEBU wird diesen Dialog jedoch heute und in Zukunft suchen, wenn hierdurch substantielle Fortschritte hinsichtlich einer Reduktion des Fleischkonsums und der Erhöhung der Bekanntheit und Akzeptanz fleischfreier oder pflanzlicher Fleischalternativen in der Gesellschaft zu erzielen sind. Die Produkte der Rügenwalder Mühle sind nicht nur für Vegetarier und Veganer eine Bereicherung, sondern erreichen auch Flexitarier und andere Menschen in ihrem gewohnten Einkaufsumfeld, abseits der veganen und vegetarischen Nischen. Wir sind überzeugt, so eine breite Masse für vegetarische und vegane Fleischalternativen zu gewinnen.

Durch den Austausch mit der Rügenwalder Mühle möchte der VEBU bewusst die Flexitarier erreichen. Flexitarier essen Fleisch, sind aber offen dafür, ihren Fleischkonsum zu reduzieren, und interessiert an vegetarischen und veganen Alternativen. Wir sind überzeugt davon, damit die Bekanntheit und Akzeptanz von vegetarischen und veganen Fleischalternativen in der Gesamtbevölkerung enorm zu steigern und den Fleischkonsum in der Gesellschaft effektiv reduzieren zu können.

14. Was ist denn noch das Besondere am VEBU? Was zeichnet Sie aus? Warum sollte ich Sie unterstützen, wenn ich Fleisch und die Fleischindustrie ablehne?
Der VEBU macht sich stark für weniger Fleischkonsum in der Gesellschaft. Konkret bedeutet dies, dass der VEBU Konsumenten dazu anregt, mehr vegetarische und vegane Produkte zu essen, und Alternativen aufzeigt, wie Menschen vegetarisch oder vegan leben können. Die Begleitung der Rügenwalder Mühle auf dem „Weg der vielen Schritte“ ist eine Chance, vegetarische Produkte leichter für die Konsumenten verfügbar zu machen. Wir unterstützen mit zahlreichen Initiativen die Verbreitung der vegetarisch-veganen Lebensweise. Mit Projekten wie der “Aktion Pflanzen-Power” und dem Projekt “Vegucation” setzt der VEBU sich konsequent für fleischfreie Alternativen und vegane Produkte ein.
15. Der Gewinn, der aus dem Verkauf der Fleischalternativen erzielt wird, fließt direkt auch wieder in die Fleischproduktion? Finanziert der VEBU damit nicht indirekt das Töten von Tieren?
Die Rügenwalder Mühle ist ein fleischverarbeitender Betrieb. Wie die erzielten Gewinne eingesetzt werden, obliegt der Unternehmensleitung. Wir sehen, dass die Herstellung von fleischfreien Produkten seit Dezember 2014 kontinuierlich zunimmt und das Unternehmen entsprechend in diesen Bereich investiert. Zudem stellt die Rügenwalder Mühle ein erhebliches Budget für die Bewerbung der vegetarischen Produkte zur Verfügung (vergleichbar mit den bisherigen Werbe-Ausgaben für die konventionellen Produkte). So werden in einer bisher nie da gewesenen Intensität vegetarische Fleisch- und Wurstalternativen in Deutschland bekannt gemacht.
16. Begleitet der VEBU auch kleine rein vegane Firmen, die ebenfalls Fleischalternativen anbieten oder anbieten wollen?
Für den VEBU ist grundsätzlich ein Austausch mit Unternehmen denkbar, die vegetarische und vegane Produkte entwickeln und am Markt etablieren möchten. Der VEBU ist diesbezüglich in allen Bereichen aktiv und offen. Zahlreiche kleinere Anbieter von vegetarischen und veganen Produkten sind auf den Messen vertreten, die der VEBU als Träger oder Unterstützer mitgestaltet (z. B. VeggieWorld). Die zahlreichen VEBU Card-Partner zeugen von dieser langen Partnerschaft zwischen dem VEBU und den jeweiligen Unternehmen. Der VEBU tauscht sich sowohl mit kleinen als auch mit großen Unternehmen aus. Weitere Informationen zur Begleitung von kleineren Unternehmen sowie Start-ups durch den VEBU finden Sie hier: Der VEBU begleitet Unternehmen von Anfang an.

Die kleineren Unternehmen, die am Markt etabliert sind, stoßen inzwischen teilweise an Kapazitätsgrenzen. Zudem kann ein kleiner Anbieter ein vergleichbares Volumen, z. B. bei der Bewerbung von Produkten, nicht tragen. Die kleinen Unternehmen werden unseres Erachtens langfristig davon profitieren, dass sich immer mehr Konsumenten grundsätzlich für vegetarische und vegane Fleischalternativen interessieren und der Veggie-Markt wächst.

Der VEBU fördert durch die Begleitung der Rügenwalder Mühle die bessere Verfügbarkeit von vegetarischen Fleisch- und Wurstalternativen im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel (dort, wo kleinere bzw. Nischenanbieter in der Regel gar nicht gelistet sind). Insgesamt sind die fleischfreien Produkte langfristig in rund 23.500 Märkten in Deutschland erhältlich. Zum Vergleich: 2012 gab es in Deutschland knapp 500 Bio-Supermärkte und insgesamt knapp 2.400 Naturkostfachgeschäfte, in denen ein solches Angebot zu finden war. Die leichtere Verfügbarkeit von vegetarisch-veganen Produkten ist dem VEBU wichtig. Die Infrastruktur insgesamt zu verbessern, ist ein Weg, den Fleischkonsum in der Gesellschaft maßgeblich zu reduzieren.

17. Ist es nicht besser, ein veganes Produkt zu konsumieren, statt ein vegetarisches? Empfiehlt der VEBU den Verzehr vegetarischer Produkte?
Ein Zwischenschritt hin zum Kauf veganer Produkte ist oft die vegetarische Variante, d. h. Menschen probieren oft erst ein vegetarisches Produkt als Alternative zu Fleisch- und Wurstprodukten und erst anschließend ein veganes. Der VEBU findet es unterstützenswert, wenn sich Verbraucher grundsätzlich auf den Weg machen, ihr Konsumverhalten zu ändern und vegetarische Produkte ausprobieren.

Der VEBU hat für verschiedene Zielgruppen verschiedene Angebote. Nicht jedes Angebot ist für jeden Verbraucher zu jeder Zeit gleich gut geeignet. Der VEBU macht sich auch weiterhin für pflanzliche Alternativen stark und empfiehlt eine vegane Lebensweise. Daher klären wir weiterhin darüber auf, dass auch mit dem Verzehr von z. B. Eiern Tierleid verursacht wird. Die Angebote des VEBU ergänzen sich, sodass insgesamt ein breites Portfolio an Informationen und Angeboten zur Verfügung steht, je nachdem, wo die Verbraucher stehen. Wir holen sie dort ab, wo sie sich in ihrer aktuellen Lebenssituation befinden. Dazu gehört auch, dass der VEBU eine vegetarische Lebensweise als Einstiegsmöglichkeit hin zu einer veganen Lebensweise betrachtet.

Insgesamt werden die fleischfreien Produkte langfristig in rund 23.500 Märkten in Deutschland erhältlich sein. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, den wir gemeinsam mit der Rügenwalder Mühle gehen möchten. Von Anfang an haben wir das Unternehmen auf seinem „Weg der vielen Schritte“ begleitet.

18. Was verspricht sich der VEBU im Hinblick auf das Konsumentenverhalten vom Austausch mit der Rügenwalder Mühle?
Ein Verbraucher, der zuvor ausschließlich fleischhaltig gegessen hat, wird nach dem Verzehr von vegetarischen Wurstalternativen viel eher auch die Neugier besitzen, weitere Alternativprodukte auszuprobieren. Wenn diese Neugier der Verbraucher geweckt ist, kann man davon ausgehen, dass zukünftig auch immer öfter vegane Produkte im Einkaufswagen landen. Durch die Verfügbarkeit der Produkte im Massenmarkt verändert sich das Konsumverhalten der Verbraucher. Langfristig sterben deutlich weniger Tiere und Tierleid wird verhindert. Die Verfügbarkeit alternativer vegetarischer und veganer Produkte ist entscheidend für eine Änderung des Konsumverhaltens (siehe Grafik). Die Rügenwalder Mühle hat vor allem die Flexitarier im Blick, denen sie alternative Produkte anbieten möchte. Es geht der Rügenwalder Mühle um die breite Masse von Menschen, die ihr Konsumverhalten ändert oder ändern möchte. Diese breite Masse möchte auch der VEBU erreichen. Auch so ist es möglich, das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen und die Verbraucher zu erreichen, die in Deutschland immer noch die Mehrheit ausmachen – die Mischköstler.
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19. Wie beurteilt der VEBU die aktuellen Entwicklungen am Markt durch die Einführung der Produkte der Rügenwalder Mühle?
Dem VEBU sind die vielen positiven Nebeneffekte wichtig, die durch den Austausch mit der Rügenwalder Mühle entstehen. Durch die Etablierung der Produkte im Lebensmitteleinzelhandel ziehen viele andere Anbieter bereits nach und bringen ebenfalls – und dann auch oftmals vegane – Produkte in den Handel. Das Thema „vegetarisch-vegan“ weiter in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren, funktioniert auch über die Platzierung von Produkten und deren Verfügbarkeit. In Zukunft wird vegetarische und vegane Wurst ganz normal sein. Das ist ein großer Fortschritt hin zu einer Gesellschaft, in der vermehrt fleischfrei und vegan gegessen wird. Wenn Verbrauchern klar wird, dass in Produkten, die wie Fleisch schmecken, kein Fleisch enthalten sein muss, und diese später erkennen, dass dafür nicht einmal tierische Zutaten verwendet werden müssen, ist viel gewonnen.

Der VEBU setzt sich dafür ein, dass die Rügenwalder Mühle vegane Produkte am Markt etabliert, Rezepturen entsprechend anpasst und ruft dazu das Unternehmen auf, diese zu veganisieren. Im November 2015 wurden die ersten veganen Produkte von Rügenwalder Mühle eingeführt. Voraussichtlich ab Anfang 2017 werden auch die Veggie-Schnitzelspezialitäten der Rügenwalder Mühle vegan erhältlich sein.

Die weitere Begleitung der Rügenwalder Mühle ist uns wichtig. Wir werden mit dem Unternehmen auch weiterhin im Austausch stehen und den Weg hin zu mehr fleischfreien und veganen Produkten auch zukünftig unterstützen. Unser langfristiges Ziel ist die Etablierung möglichst vieler veganer Fleisch- und Wurstalternativen, auch und gerade im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel.

Stephanie Stragies