3 Gründe, warum Sie Angebote wie die VegMed unterstützen sollten

Über 1.300 Interessierte tauschen sich Ende April auf dem VegMed-Kongress über die pflanzenbasierte Ernährung und ihre Vorteile für unsere Gesundheit aus. Welche Themen sie diskutieren und warum es wichtig ist, solche Angebote wie die VegMed zu unterstützen, erfahren Sie hier.

Vegan-vegetarisch lebende Menschen kennen Aussagen wie „Du nimmst doch dann nicht genug Protein zu dir!“ oder „Ein Leben ohne Fleisch? Das kann nicht gesund sein!“. Doch was ist, wenn zum Beispiel die eigene Hausärztin oder der eigene Hausarzt ähnliche Vorbehalte hat? Gerade hier möchten wir uns gut beraten wissen. Durch Angebote wie den VegMed-Kongress können das ärztliche Fachpersonal und andere Gesundheitsberufe ihr Wissen hinsichtlich des Zusammenspiels von pflanzlicher Ernährung und Gesundheit erweitern. Bei der diesjährigen VegMed lernten die Teilnehmenden unter anderem:

1. … wie sie ihren Patientinnen und Patienten bei der Ernährungsumstellung helfen können.

Neal Barnard, Präsident des Ärztekomitees für verantwortungsvolle Medizin (PCRM), informiert darüber, wie er Patientinnen und Patienten bei der Umstellung ihrer Ernährung auf vegane Lebensmittel unterstützt. Für einen leichten Einstieg empfiehlt das Komitee, die pflanzliche Ernährung zunächst für 4 Wochen auszuprobieren. In dieser Zeit spüren die meisten bereits erste Verbesserungen und ernähren sich weiterhin pflanzlich.

Damit sich die Patientinnen und Patienten nicht allein gelassen fühlen, gibt ihnen das Komitee in wöchentlichen Gruppentreffen die Möglichkeit, sich über Erfolge und Herausforderungen auszutauschen. Zum Beispiel sprechen sie darüber, wie sie ihre Lieblingsgerichte veganisieren oder wie sie mit Vorurteilen innerhalb der Familie umgehen können. Auf diese Weise unterstützen sich die Teilnehmenden gegenseitig und lernen voneinander.

Auch in Deutschland gibt es seit kurzem eine Organisation wie die PCRM und zwar die Physicians Association for Nutrition (PAN). Ziel der Ärzte und Ärztinnen, die sich hier zusammentun, ist, evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen in der Medizin, in der Politik und in der Öffentlichkeit zu fördern.

2. … wie wichtig die Ernährung für die Prävention und Behandlung von Diabetes ist.

Die Ernährungswissenschaftlerin Brenda Davis macht in ihrem Vortrag etwas Elementares über unser Ernährungsverhalten deutlich: „Wir essen Lebensmittel ohne Nährwert [zum Beispiel Weißmehlprodukte] und geben dann noch Abfall hinzu [ungesunde Fette, Zucker und Zusatzstoffe].“1 Bereits in den letzten drei Jahrzehnten hat sich die Anzahl der Menschen mit Diabetes vervierfacht (von 108 Millionen Erwachsenen im Jahr 1980 auf 422 Millionen Erwachsene in 2014).Schon jetzt wird durch Studien belegt, dass Menschen, die sich pflanzlich ernähren, deutlich seltener an Diabetes erkranken als Mischköstlerinnen und Mischköstler.3

Eine vegane Ernährung kann nicht nur präventiv wirken, sie kann auch als Behandlung eingesetzt werden wenn sie ausgewogen ist und vor allem aus Früchten, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten besteht. Für Diabetespatientinnen und -patienten ist diese Ernährungsform gerade deshalb so geeignet, weil sie gesunde Kohlenhydrate, einen hohen Anteil an Ballaststoffen, gesunde Fette und Lebensmittel mit entzündungshemmenden Komponenten enthält.4,5,6

3. … dass eine vegane Ernährung auch in der Schwangerschaft und Stillzeit möglich ist.

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung ist der beste Start ins Leben. Und diese Ernährung beginnt bereits im Mutterleib. Der Nährstoffbedarf ist während Schwangerschaft und Stillzeit bei allen Frauen höher als sonst unabhängig davon, ob sie sich vegan oder mischköstlich ernähren. Die Kinderärztin Dr. Leila Masson geht sehr detailliert darauf ein, welche Nährstoffe (Zink, Selen und weitere) in welcher Menge entweder über die Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden sollten.

Ihr Fazit: Es ist möglich, sich während der Schwangerschaft und Stillzeit pflanzlich zu ernähren. Wichtig dabei sind möglichst naturbelassene, ausgewogene Lebensmittel und mindestens die Supplementierung von Vitamin B12.

Warum sind Angebote wie die VegMed so wichtig?

Dies sind nur 3 Themen, mit denen sich die Teilnehmenden auf dem VegMed-Kongress 2018 beschäftigen. In Vorträgen und Workshops erfahren sie auf solchen Veranstaltungen viel Wissenswertes über die vorbeugenden und heilenden Effekte einer veganen Ernährung. Sie lernen, wie sie die Gesundheit ihrer Patienten und Patientinnen verbessern können. Manche bauen vielleicht noch vorhandene Vorurteile ab. Viele nutzen Konferenztage dieser Art, um sich zu vernetzen. Dieses Netzwerk hilft ihnen dann wiederum im beruflichen Alltag, wenn Sie einen fachlichen Rat benötigen.

Je mehr Ärzte und Ärztinnen sowie andere Gesundheitsprofessionen darüber wissen, welche Lebensmittel unsere Gesundheit unterstützen und fördern statt sie zu gefährden, desto besser können sie ihre Patientinnen und Patienten beraten. Es ist Zeit, dass unser Gesundheitssystem Behandlungen anbietet, die sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.

Damit wir auch künftig weitere Angebote wie die VegMed realisieren können, bitten wir Sie jetzt um Ihre Unterstützung. Werden Sie heute ProVeg-Mitglied und erhalten Sie als Dankeschön das Buch „Vegan Detox“.

Anna Doktor



Quellen

[1] Brenda Davis (2018): „Plant-based diets in the prevention and treatment of chronic disease“, VegMed, 21.04.2018 Berlin

[2] World Health Organization (2016): Global report on diabetes. Online unter: http://www.who.int/diabetes/en/ [09.05.2018]

[3] Tonstad S, Butler T, Yan R, Fraser GE (2009): Type of vegetarian diet, body weight, and prevalence of type 2 diabetes. Diabetes Care 32 (5), 791-6

[4] Barnard ND, Cohen J, Jenkins DJ, Turner-McGrievy G et al. (2006): A low-fat vegan diet improves glycemic control and cardiovascular risk factors in a randomized clinical trial in individuals with type 2 diabetes. Diabetes Care 29 (8), 1777-83

[5] Barnard ND, Cohen J, Jenkins DJ, Turner-McGrievy G et al. (2009): A low-fat vegan diet and a conventional diabetes diet in the treatment of type 2 diabetes: a randomized, controlled, 74-wk clinical trial. Am J Clin Nutr 89 (5 Suppl), 1588S-1596S

[6] Barnard ND, Gloede L, Cohen J, Jenkins DJ et al. (2009): A low-fat vegan diet elicits greater macronutrient changes, but is comparable in adherence and acceptability, compared with a more conventional diabetes diet among individuals with type 2 diabetes. J Am Diet Assoc 109 (2), 263-72