Kennen Sie die häufigen Diskussionen, weil sie vegan oder vegetarisch leben? Rechtfertigen Sie sich nicht, sondern argumentieren Sie richtig! Dieser Leitfaden lotst Sie souverän durch alle Diskussionen.

Nicht Diskussionen, sondern Herzen gewinnen

Trotz ihres Verstandes treffen viele Menschen Entscheidungen nicht auf rationaler, sondern auf emotionaler Basis. Dies gilt insbesondere für Gewohnheiten wie die tägliche Ernährung. Die besten Argumente und Antworten bewirken keine Einstellungsänderung, wenn sich das Gegenüber nicht respektiert und verstanden fühlt. Wer sich angegriffen fühlt, wehrt ab. Es ist wichtiger, das Herz des Gesprächspartners zu gewinnen als die Diskussion.

Typische Rechtfertigungen und Ausreden

Alles ausklappen
Es ist natürlich, dass Menschen Fleisch essen

Wirft man einen Blick auf die Anatomie des Menschen wird deutlich, dass sowohl die Beschaffenheit unserer Zähne, die Länge unseres Verdauungstraktes, die Struktur unseres Magens sowie die Zusammensetzung unseres Speichels und der Magensäure eher für eine pflanzliche Ernährungsform sprechen. Der überhöhte Fleischverzehr der Bundesbürger läuft dem zuwider – mit gravierenden gesundheitlichen Auswirkungen.

Hinzu kommt, dass Menschen diejenigen Bestandteile eines Tieres, die von Fleischfressern in erster Linie verzehrt werden (Blut, Innereien etc.), nicht mitessen. Auch der Geruch von rohem Fleisch ist für den Menschen meist abstoßend, während er auf wirkliche Fleischfresser anziehend wirkt.

Menschen haben schon immer Fleisch gegessen
Dieses Argument nennt man in der Ethik einen „naturalistischen Fehlschluss“. Aus der Beschaffenheit der Welt kann nicht abgeleitet werden, was ethisch erwünscht ist und was nicht. Dies liegt daran, dass Ethik als von der realen Beschaffenheit der Welt unabhängig definiert ist. Wäre das nicht der Fall, könnte man die Ethik durch die Wissenschaft, die die Struktur der tatsächlichen Welt untersucht, ersetzen. Dies hätte jedoch Konsequenzen zur Folge, die die meisten Menschen nicht bereit sind zu akzeptieren. So könnte man mit der gleichen Argumentation auch Mord, Krieg oder Vergewaltigung rechtfertigen, da Menschen dies ebenso „schon immer gemacht haben“.

Es wird oft gesagt, dass die Menschen schon immer Fleisch gegessen hätten, als ob dies eine Rechtfertigung wäre dies weiterhin zu tun. Gemäss dieser Logik dürften wir nicht versuchen, Menschen daran zu hindern andere Menschen umzubringen, da dies auch schon seit jeher getan wurde. Isaac Bashevis Singer

Menschen sollten frei entscheiden können, was sie tun wollen
Meinungsfreiheit steht jedem Einzelnen zu, aber diese muss von Handlungsfreiheit unterschieden werden. Egal ob ein Mensch oder sehr viele Menschen der Meinung sind, dass manches Leben mehr Wert ist als anderes, gibt es ihnen noch lange nicht das Recht, dieses Dogma auch praktisch umzusetzen. Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.

Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet. Matthias Claudius

Menschen sollten nicht indoktriniert werden
Unter Indoktrination versteht man die gezielte Manipulation von Menschen durch eine gelenkte Auswahl von Informationen, um ideologische Absichten durchzusetzen oder Kritik auszuschalten. Die Tierrechtsbewegung lehnt eine derartige Form der Propaganda strikt ab und fordert die Menschen auf, Verantwortung für sich und ihr Umfeld zu übernehmen, für sich selbst zu denken und alles kritisch zu hinterfragen. Das, was gesagt wird oder auf Informationsmaterial steht, kann leicht überprüft werden.
Menschen können mit ihrem Besitz machen, was sie wollen
Besitz ist die tatsächliche Herrschaft einer Person über eine Sache, unabhängig von der rechtlichen Beziehung zu dieser Sache. Als selbstdenkende und vor allem empfindungsfähige Lebewesen sind Tiere jedoch alles andere als pure Sachgegenstände und somit auch nicht unser Eigentum. Auch Haustiere gehören uns nicht. Wie unsere Freunde, Familienmitglieder und unsere Partner, können wir auch diese Tiere nicht besitzen, aber wir tragen die Verantwortung für ihr Wohlergehen.
Ich habe das Tier ja nicht getötet

Auch Beihilfe und Anstiftung zur Tötung sind „strafbar“. Menschen, die Fleisch kaufen oder aus Tieren hergestellte Produkte verwenden (z.B. Leder, Pelz), tragen die Verantwortung dafür, dass allein in Deutschland, laut dem Statistischen Bundesamt, jährlich ca. 920 Millionen Tiere für unseren Fleischkonsum getötet werden. Ohne diese Nachfrage gäbe es kein derartiges Angebot. Der Konsument macht sich somit zwangsläufig mitschuldig. Außerdem ist fraglich, ob es die feine Art ist, einen anderen diese Billiglohnarbeit – Schlachten im Akkord – machen zu lassen und seine eigenen Hände dadurch in Unschuld waschen zu wollen.

Die Tiere werden human getötet

Die große Nachfrage nach Fleisch zu einem möglichst günstigen Preis führt dazu, dass Schlachtbetriebe versuchen, ihre wirtschaftliche Effizienz mehr und mehr auszubauen. Eine stetige Steigerung der Schlachtgeschwindigkeit führt jedoch unweigerlich dazu, dass das ordnungsgemäße Betäuben und Ausbluten der Tiere nicht mehr gewährleistet werden kann. Bei der Schlachtung von beispielsweise über 600 Schweinen pro Stunde hat der Arbeiter nur wenige Sekunden Zeit, einen sauberen Stich zum Ausbluten des Tieres durchzuführen. Untersuchungen haben ergeben, dass rund 560.000 Schweine jährlich in Deutschland nicht sachgemäß getötet werden und somit lebendig in den Brühtank geraten.

Doch die Schlachtbedingungen sind nicht der springende Punkt. Töten ist Unrecht und wird immer Unrecht bleiben – egal wie »human« es auch durchgeführt wird. Würden wir jemals einen Kindermörder von seiner Schuld freisprechen, weil er seine Opfer »human« getötet hat?

Die Tiere werden extra für uns gezüchtet – ohne die fleischverarbeitende Industrie wären sie gar nicht auf der Welt

Sogenannte Nutztiere, die für unseren Konsum gezüchtet werden, sind nicht weniger empfindsam und damit genauso leidensfähig wie ihre in Freiheit lebenden Artgenossen. Diese Tiere werden in ein kurzes, miserables und leidvolles Leben hineingeboren, das schon wieder vorbei ist, ehe es wirklich begonnen hat. Für diese Tiere wäre es ohne Zweifel besser, nie gelebt zu haben. Tieren ein solch unwürdiges und qualvolles Leben zu bereiten, dessen Bestimmung es einzig und allein ist, als Fleisch für unseren Konsum herzuhalten, ist mit Sicherheit kein gutes Werk.

Weitere Informationen:

  • Massentierhaltung und die Ausbeutung von Tieren

    Über 1.000 Tiere isst der durchschnittliche Bundesbürger in seinem Leben, die meisten davon stammen aus Betrieben der Massentierhaltung. Doch nicht nur dort leiden sie unter großen Qualen.

Tiere sind dazu da, genutzt zu werden

Leblose, materielle Gegenstände können benutzt werden, aber mit einem anderen Lebewesen kann man höchstens „umgehen“. Menschen und andere Tiere sind selbständig fühlende und intelligente Lebewesen und es gibt weder einen vernünftigen Grund, noch haben wir das Recht, sie für irgendwelche Zwecke zu (be-)nutzen, leiden zu lassen und sie zu töten. Wer heute den Tieren ein Leben in Freiheit und Würde abspricht, ist das moderne Pendant der Vertreter früherer Zeiten, in denen nicht nach Mensch und Tier, sondern nach Hautfarbe, Geschlecht und Kultur differenziert wurde. Heutige Tierfabriken und Schlachtverfahren können nicht der Schlusspunkt unserer Ethik sein.

Weitere Informationen:

  • Warum Tierrechte wichtig sind

    Für Tierschützer steht in erster Linie die „artgerechte“ Haltung von Tieren im Vordergrund. Die Tierrechtsbewegung geht einen Schritt weiter und fordert eine moralische Berücksichtigung von Tieren in allen Belangen.

Irgendwann und irgendwie müssen die Tiere ja sowieso sterben
Irgendwann und irgendwie müssen auch Menschen sterben. Deshalb muss der Tod nicht vorzeitig und zudem auf gewaltvolle Art und Weise herbeigeführt werden. Menschen und andere Tiere haben ein Recht auf Leben und sollten eines natürlichen Todes sterben dürfen.
Eine vegane oder vegetarische Lebensweise ist in unserer Gesellschaft schwer praktizierbar

Dieser Aussage könnte man Recht geben, wäre sie vor ca. 30 Jahren aufgestellt worden. Mittlerweile leben wir im 21. Jahrhundert und das Wissen um pflanzliche Ernährung hat sich sehr zum Positiven verändert. Immer mehr Menschen werden sich der zahlreichen Vorteile einer vegan-vegetarischen Lebensweise bewusst. Die Voraussetzungen und das entsprechende Angebot, seine Ess- und Lebensgewohnheiten zu ändern, sind heutzutage also besser denn je.

Trotzdem wird es weiterhin Menschen geben, die es für zu „aufwendig“ halten, ihre Gewohnheiten zu ändern und sich erklären zu müssen. Aber: Kein Tier sollte zur Vermeidung sozialer Unbequemlichkeiten leiden und sterben müssen. Die Einzigen, die wirklich eine Rechenschaft schuldig sind, sind Fleischesser.

Weitere Informationen:

Vegane Restaurants: Die besten Restaurants in der Nähe finden
Vegetarisch-vegan im Urlaub: vegane Hotels und Reiseangebote
Nachhaltig und vegan einkaufen mit der VEBU-Card
Aus Tieren hergestellte Produkte steigern unsere Lebensqualität

Zur Steigerung der Lebensqualität sind keine tierischen Produkte wie Pelzmäntel, Ledersofas oder ähnliches nötig. Es ist unethisch, das Leiden und Sterben zahlreicher Tiere aus reiner Konsum- und Vergnügungssucht zu verursachen. Schließlich werden keine Tiere getötet, um zu überleben, sondern um angeblich besser zu leben. Das ist weder fair, noch sozial. Fair wäre es, in allen Bereichen auf Alternativen zurückzugreifen: Kunstpelz, Kunstleder, Fleischalternativen, Kakao aus fairem Anbau, Kleidung, die ohne Kinderarbeit produziert wurde etc.

Weitere Informationen:

Nachhaltig und vegan einkaufen mit der VEBU-Card
Wenn nur ich mich vegan/vegetarisch ernähre, würde das nichts ändern

Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.

Jeder Mensch kann zu einer positiven Veränderung beitragen, wenn er seinen Fleischkonsum reduziert. Nicht zu handeln, nur weil ein großer Teil der Gesellschaft nicht gleich mitzieht, sollte keine Ausrede sein. Entscheidet man sich gegen Fleisch, setzt man ein konkretes Zeichen. Dadurch beeinflusst man automatisch das Umfeld und schnell werden aus einem vegan-vegetarisch lebenden Menschen plötzlich zwei und mehr – der altbekannte Dominoeffekt! In Deutschland leben bereits über sieben Millionen Menschen vegetarisch und 900.000 vegan.

Weitere Informationen:

Anzahl der Veganer und Vegetarier in Deutschland
Die tierverarbeitende Industrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor

Die meisten Verbrechen basieren auf Profitorientierung. Ob eine Verfahrensweise Gewinn verspricht oder nicht, sollte aber nicht im Mittelpunkt der Debatte stehen, wenn es um das Leben von Tieren geht. Ein Gewinn, der auf dem industriellen Töten hochentwickelter Lebewesen basiert und zugleich immense Schäden für Mensch und Natur nach sich zieht, ist kein Gewinn. Die bestehende Essens- und Wirtschaftskultur lässt sich nicht mit einem Mal wegwischen, aber schon ein kleiner Anpassungsprozess hätte eine große Wirkung. Nudeln ohne Ei zu produzieren würde beispielsweise weder dem Hersteller, noch dem Kunden schaden.

Außerdem entstehen neue Arbeitsplätze, wenn die Nachfrage nach Seitansteaks, Sojadrinks und Kunstlederschuhe steigt. Das Motto heißt nicht, nichts mehr zu konsumieren, sondern anders zu konsumieren.

Weitere Informationen:

Vegan-Trend: Daten und Fakten zum Veggie-Boom
Vegan-vegetarische Ernährung ist zu teuer

Wer auf eine pflanzliche, ausgewogene und gesunde Ernährung Wert legt, wird auch bei frischem Obst und Gemüse (im besten Fall saisonal, regional und aus biologischem Anbau) mit entsprechenden Preisen rechnen müssen. Qualität hat wie bei allen Nahrungsmitteln ihren Preis. Trotzdem gibt es auch hier zahlreiche Möglichkeiten, günstig einzukaufen, wie beispielsweise auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Bauern. Außerdem muss es nicht jeden Tag Sojaschnitzel sein.

Die Frage, die sich jeder für sich stellen muss, lautet: In was möchte ich mein Geld langfristig investieren? In qualitativ hochwertige und gesunde Nahrung? Oder in die Arztrechnung? Im Zweifelsfall kommt uns Letzteres teurer zu stehen. Fleisch und Fast Food ist nicht billiger, wir bezahlen es schlicht nicht nur mit Geld, sondern auch mit unserer Gesundheit, unserem Klima und unserer moralischen Integrität. Übermäßiger Fleischkonsum führt nachweislich zu Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedenen Krebsarten.

Außerdem entspricht dieses Argument nicht den Tatsachen: Laut dem Max-Rubner-Institut Karlsruhe geben Vegetarier pro Monat 215,- Euro aus, während Mischköstler 260,- Euro verbrauchen.

Ich esse nur Fleisch aus artgerechter Haltung

Zunächst einmal müsste geklärt werden, was unter “artgerechter” Haltung verstanden wird und ob nur tierische Produkte, die mit dem Bio-Label ausgezeichnet sind, verzehrt werden – man denke an den Döner in der Stadt, das Würstchen auf der Grillparty oder den Braten beim Geschäftsessen.

Wenn 10 statt 23 sogenannte “Masthühner” auf einem Quadratmeter gehalten werden und diese 10 statt 5 Wochen leben dürfen im Gegensatz zu ihren Geschwistern in der Massentierhaltung – ist das dann gut oder “artgerecht”? Hühner haben eine natürliche Lebenserwartung von 20 Jahren. Und zum Schlachthof transportiert und getötet werden alle Tiere gleich, egal ob “bio” oder nicht. Eigentlich schließen sich “bio” und “Töten gegenseitig aus, denn “bios” heißt “Leben”.

Weitere Informationen:

„Nutztiere“ und die Reduktion der natürlichen Lebenserwartung
Auch Tiere töten Tiere

Einige Tiere sind Beutegreifer (oft Raubtiere genannt) wie beispielsweise Löwen, Tiger und Bären. Als Fleischfresser töten sie andere in Freiheit lebende Tiere, um zu überleben und tun dies nur in der von ihnen benötigten Menge. Menschen hingegen bringen Tiere in der Regel aus Profitgründen, Eitelkeit und des Fleischgeschmackes wegen um. Das ist ganz und gar nicht das Gleiche – Beutegreifer haben keine andere Wahl, Menschen hingegen durchaus. Zudem haben sie die Fähigkeit zu reflektieren, ob das, was sie konsumieren wollen, auch das ist, was sie konsumieren sollten.

Außerdem haben Menschen keine Reißzähne oder Krallen. Anatomisch gesehen eigenen sie sich weit besser dafür Obst zu pflücken oder Gemüse zu ernten als andere Tiere zu töten.

Tiere respektieren Menschenrechte auch nicht

Sollen setzt immer Können voraus. Da Tiere das menschliche Verständnis von “Recht” wohl kaum begreifen können, darf und kann man von ihnen auch nicht die Einhaltung der von Menschen gemachten Gesetze erwarten. Statt eine unfaire und unmögliche Leistung von diesen Individuen zu fordern, sollte das Wesen der Tiere, so wie es im Verlauf der Evolution entstanden ist, bedingungslos respektiert werden.

Weitere Informationen:

  • Warum Tierrechte wichtig sind

    Für Tierschützer steht in erster Linie die “artgerechte” Haltung von Tieren im Vordergrund. Die Tierrechtsbewegung geht einen Schritt weiter und fordert eine moralische Berücksichtigung von Tieren in allen Belangen.

Wäre die Ausbeutung der Tiere unmoralisch, wäre sie bereits gesetzlich verboten
Nur weil etwas legal ist, muss es noch lange nicht legitim sein. Auch Gesetze sollten kritisch reflektiert werden, da sie mit unseren Moralvorstellungen nicht immer als übereinstimmend betrachtet werden können.
So gilt zum Beispiel die Todesstrafe heute auf internationaler, ethischer, rechtlicher und praktischer Ebene als umstritten und wird von vielen als unvereinbar mit den Menschenrechten angesehen. Dennoch war sie in Deutschland bis 1951 legal und wird in vielen Ländern noch heute praktiziert.

Gängige Anschuldigungen

Alles ausklappen
Niemand ist vollkommen fehlerlos

Das ist richtig, aber darum geht es nicht. Es ist kaum möglich, ein Leben zu führen, ohne auf irgendeine Weise Schaden anzurichten. Es liegt aber ein großer Unterschied darin, ob bei der Überquerung einer Wiese versehentlich ein Käfer zertreten wird oder eine Gans wochenlang gemästet wird, um sie dann zu Weihnachten bewusst zu schlachten.

Absichtliche Tierquälerei ist absolut inakzeptabel, da sie vermieden werden kann. Vegan oder vegetarisch lebende Menschen behaupten nicht, perfekt zu sein – sie wenden ihre Ethik einfach auf andere Tiere an, ohne künstlich eine Grenze zu ziehen. Einem Ideal kann man sich zumindest annähern, anstatt es erst gar nicht zu versuchen.

Wo ziehst du die Grenze: Bei Säugetieren, wirbellosen Tieren oder bei Bakterien?

Klare Grenzen zu ziehen und Kategorien zu bilden, ist nicht einfach, da eine eindeutige Trennung oft nicht möglich oder sinnvoll erscheint. Eines ist jedoch sicher: Die Grenze zwischen Mensch und Tier ist eine willkürlich vom Menschen gezogene Grenze, die nicht rational begründet werden kann. Wer andere Lebewesen konkret schützen will, wird mit Kategorienbildungen eher sparsam umgehen und versuchen, so wenig Leid zu verursachen wie möglich. So kann davon ausgegangen werden, dass zumindest Tiere mit einem zentralen Nervensystem dazu fähig sind, Schmerzen zu empfinden.

Weitere Informationen:

Karnismus erkennen: Warum Hunde lieben und Schweine essen
Woher willst du wissen, dass Pflanzen nicht leiden?

Nach heutigem Wissen ist für das Empfinden von Schmerz die Existenz eines zentralen Nervensystems entscheidend. Pflanzen besitzen jedoch im Gegensatz zu den meisten Tieren kein zentrales Nervensystem. Es gibt somit keinen Anhaltspunkt dafür, Pflanzen ein Schmerzempfinden zuzuschreiben.
Auch der Wissenschaft hier total skeptisch gegenüberzustehen, führt hier nicht weiter. Wenn man empirische Belege einfach ablehnt, führt das höchstens dazu, dass sich alle Behauptungen gleichberechtigt gegenüber stehen. So könnte man dann auch behaupten, dass Steine leiden können oder dass Menschen empfindungslose Automaten sind.

Außerdem sollte man aus ethischer Sicht selbst unter der Annahme eines Schmerzempfindens von Pflanzen darauf verzichten, Tiere zu essen. Denn durch den Konsum tierischer Produkte werden viel mehr Pflanzen verbraucht, als es bei einer pflanzlichen Ernährung der Fall ist. Somit würde man ganzheitlich betrachtet durch den Konsum pflanzlicher Produkte am wenigsten Leid erzeugen.

Vegan-vegetarisch lebende Menschen machen oft einen kränklichen Eindruck

Das ist ein Vorurteil. Grundsätzlich begünstigt eine ausgewogene vegane oder vegetarische Lebensweise nicht im Geringsten ein kränkliches Erscheinungsbild, sondern eher das Gegenteil. Viele Menschen ernähren sich gerade deshalb pflanzlich, weil dies eine schlanke Figur begünstigt, fit hält und Krankheiten vorbeugt. Zu einem ungesunden Erscheinungsbild kann es lediglich kommen, wenn sich die betreffende Person nicht ausgewogen ernährt. Denn auch eine rein vegane Ernährung kann bei entsprechender Gestaltung alle Nährstoffe liefern. Genauso können auch Mischköstler durch eine unausgewogene Ernährungsform von Mangelerscheinungen und einem ungesunden Äußeren betroffen sein.

Weitere Informationen:

Woher weißt du, was Tiere wollen?
Tiere wollen ihr Leben mit Sicherheit nicht damit verbringen, lebenslänglich gequält und dann auf grausame Weise getötet zu werden. Wie auch Menschen versuchen sie, bedrohliche Situationen zu vermeiden. Auch sie haben einen Selbsterhaltungstrieb. Menschen und andere Tiere haben bestimmte Grundbedürfnisse und darüber hinausgehende Bedürfnisse und Wünsche – diese zu erfüllen, danach strebt jedes Individuum.

Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. Albert Schweitzer

Du bist zu emotional/sentimental
Seinen Gefühlen Beachtung zu schenken und nicht alles mit dem Kopf zu entscheiden, gehört zu den wichtigsten Eigenschaften des Menschen. Wenn Liebe und Anteilnahme mehr zugelassen würden, könnte viel Leid auf der Welt vermieden werden. Zudem muss eine vegan-vegetarische Ernährung keine reine Herzensangelegenheit sein. Eine kühle Übersicht der Fakten und ein rationales Zukunftskalkül sind ein ebenso berechtigter Einwand wie Mitleid gegenüber den Tieren.

Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung. Albert Einstein

Du bist unvernünftig

Wie kann eine Lebensweise unvernünftig sein, wenn sie zur Rettung anderer Lebewesen beiträgt und die eigene Gesundheit schützt? Im globalen Kontext hilft eine vegan-vegetarische Lebensweise, die Krisen und Probleme dieser Welt zu bekämpfen und vorzubeugen: Welthunger, Klimawandel und Ressourcenverschwendung. Wieso ist es unvernünftig, sich für eine fleischfreie Ernährung zu entscheiden bzw. mit welchen Argumenten ließe sich eine fleischhaltige als “vernünftig” begründen?

Weitere Informationen:

Umweltbelastung: Folgen des Fleischkonsums
Du vermenschlichst die Tiere
Tiere besitzen wie auch Menschen ein zentrales Nervensystem und Intelligenz, das macht beide, Mensch und Tier, leidensfähig. Genau so wie der Mensch wollen Tiere in Frieden leben. Aus diesem Wissen heraus, gibt es keinen Grund, Tiere nicht zu vermenschlichen bzw. die Abstammung des Menschen vom Tier zu leugnen.

Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will. Albert Schweitzer

Du bist unrealistisch und verschließt die Augen vor der Wirklichkeit

Ohne Idealvorstellungen kann sich die Welt nicht positiv weiterentwickeln. Hinzu kommt, dass viele Studien und wissenschaftliche Arbeiten eine sehr realistische Wertschätzung der Vorteile einer vegan-vegetarischen Ernährung erwiesen haben. Gerade vegan-vegetarisch lebende Menschen betrachten Tierhaltung und -tötung sowie die globalen Folgen des Fleischkonsums nüchtern und sachlich, und richten ihre Handlungen danach aus. Ethische Gründe sind der Hauptmotor, vegan oder vegetarisch zu leben.

Wer aber glaubt, dass Bilder von auf der Weide grasenden Kühen auf tierischen Produkten der Realität entsprechen, der ist tatsächlich unrealistisch und verschließt seine Augen vor der Wirklichkeit. Die Umstellung auf eine vegan-vegetarische Lebensweise hingegen ist ein Zeichen aktiver Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, leistet aktiven Klimaschutz und setzt sich für das Leben der Tiere ein.

Weitere Informationen:

Warum vegan leben? 5 gute Gründe

Hypothetische Fragen

Alles ausklappen
Und wenn eine Entscheidung zwischen Mensch und Tier getroffen werden muss?

Beispiel Tierversuche: Seitens großer Teile der Wissenschaft, Politik und Zivilbevölkerung werden Tierversuche immer noch als eine Notwendigkeit gesehen, um Produkte zu testen und wichtige Fortschritte in der Forschung zu erzielen. Die Gesundheit des Menschen steht dabei im Vordergrund und wird über das Wohlergehen der Tiere gestellt, die für diese Versuche herhalten müssen. Es wird eine klare Wertung vollzogen und zwar die, dass das Leiden und Sterben von Tieren legitim ist, wenn dies dem menschlichen Wohle dient.

Gegen Tierversuche zu sein bedeutet jedoch nicht gegen den Menschen zu sein. Ganz im Gegenteil ist es sogar eine Entscheidung für den Menschen. Tierversuche werden weithin als qualifizierte Methode zur Überprüfung der Unbedenklichkeit von Medikamenten für den Menschen angesehen. Diese Ansicht ist jedoch falsch, denn jedes Jahr sterben über 16.000 Menschen an den Nebenwirkungen von Medikamenten, die zuvor an Tieren getestet wurden. In der Tat fallen neun von zehn Medikamenten in der klinischen Testphase (Tests an Menschen nach der Testphase an Tieren) durch, weil sie als untauglich oder sogar gefährlich für den Menschen befunden werden.

Im Gegensatz zu Tierversuchen machen In-Vitro Testverfahren mit menschlichen Zellen, durch die weder Tiere noch Menschen leiden oder sogar sterben müssen, große Fortschritte und liefern zuverlässigere Ergebnisse.

Weitere Informationen:

  • Tierversuche und die Bekämpfung von Krankheiten

    Häufig hört man, Tierversuche seien notwendig, um Krankheiten zu heilen. Zahlreiche Fakten zeigen aber, dass diese nicht nur gegenüber den Tieren, sondern auch gegenüber den Menschen verantwortungslos sind.

Sollten Vegetarier nicht Beutegreifer davon abhalten, andere Tiere zu töten?

Das Prinzip “fressen und gefressen werden” ist ein natürlicher Bestandteil unseres Ökosystems. Dieses Ökosystem basiert auf einem empfindlichen Gleichgewicht aus Raub- und Beutetieren, welches äußerst sensibel auf widernatürliche Einflüsse reagiert.

So führten beispielsweise Einwanderer Hasen nach Australien ein, welche dem dortigen Ökosystem völlig fremd waren und durch explosionsartige Vermehrung in kürzester Zeit die australische Pflanzenwelt gefährdeten. Um dieser Bedrohung entgegen zu wirken, führte der Mensch wiederum Füchse ein, welche neben den Hasen allerdings zahlreiche heimische Kleintiere erbeuteten und dadurch deren Bestand in Gefahr brachten. Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass bereits kleinste Eingriffe des Menschen in das ökologische Gleichgewicht der Natur fatale Auswirkungen haben können.

“Fressen und gefressen werden” kann jedoch nicht als Rechtfertigung für den menschlichen Fleischkonsum gesehen werden, da der Mensch nicht von Natur aus Fleischfresser ist, sondern aus Gewohnheit und somit nicht darauf angewiesen ist.

Würdest du ein (gefährliches) Tier aus Notwehr töten?
Diese Frage lässt sich ebenso schwierig beantworten wie die Frage: “Würdest du einen Menschen aus Notwehr töten?” Ob man ein Tier oder einen Menschen tatsächlich ernsthaft verletzen oder töten kann, hängt ganz davon ab, wie bedroht man sich fühlt. Diese Frage kann, da es sich um eine Extremsituation handelt, in welcher jeder Mensch auf andere Weise reagiert, nicht allgemein beantwortet werden. Die meisten Menschen werden eine solche Situation nie erleben. Vor den Supermarktregalen steht man allerdings fast täglich und trifft dort die Entscheidung, dass unschuldige, wehrlose Tiere weiterhin getötet werden.
Darf ich ein Tier verwerten, das bereits tot ist?

Sogenannte Nutztiere werden für den Fleischverzehr des Menschen getötet. Aufgrund des unnötigen Leidens, dem die Tiere damit ausgesetzt werden, ließe sich ableiten, dass die Verwertung des Tieres “falsch” ist. Ein Tier, das eines natürlichen Todes gestorben ist und nicht durch Menschenhand getötet wurde, könnte man dieser Logik nach im Umkehrschluss verwerten. Viele Vegetarier lehnen aber auch das aus ethischen Gründen ab.

Und wer Pelz oder Leder trägt, weil das Tier ja vielleicht ohnehin für sein Fleisch geschlachtet wurde, bedient sich einer nicht haltbaren Argumentationsstruktur, da dadurch auf indirektem Wege trotzdem die Fleischindustrie unterstützt wird.

Warst du jemals im Schlachthaus, bei der Jagd oder in einem Tierversuchslabor?

Es ist nicht zwangsläufig notwendig, die grausame Tötung von Tieren hautnah mitzuerleben. Gleichermaßen verhält es sich beispielsweise mit Sklaverei, Vergewaltigung und Krieg. Allein das Wissen um deren Existenz und unsere Vorstellungskraft genügen, um uns die Schreckenstaten bewusst zu machen und ethisch abzulehnen.

Menschen, die immer noch an eine schmerzfreie, harmlose sogenannte “artgerechte” Tötung der Tiere glauben, könnte solch ein Erlebnis jedoch die Augen öffnen.

Wenn die Mauern der Schlachthöfe aus Glas wären, würde jeder Vegetarier werden. Paul McCartney

Und wenn alle Menschen so leben würden?

Alles ausklappen
Was würde mit all den Tieren in der Massentierhaltung geschehen?

Je mehr Menschen sich für eine vegan-vegetarische Lebensform entscheiden, desto stärker wird auch die Nachfrage nach Fleisch zurückgehen, was wiederum zur Folge hätte, dass auch die Tierzucht minimiert würde. Ohne weitere Tierzucht, werden in der industriellen Tierhaltung auch keine Tiere mehr geboren. In einer Gesellschaft, in der nicht Profitgier, sondern Umsicht und Vernunft im Vordergrund steht, könnte den übrigen Tieren endlich das Leben in Frieden ermöglicht werden, das ihnen eigentlich zusteht.

Weitere Informationen:

„Nutztiere“ und die Reduktion der natürlichen Lebenserwartung
Es würde weniger Tiere auf der Welt geben

Für Tiere in Massentierhaltung wäre es ohne Zweifel besser, nie gelebt zu haben. Tieren ein solch unwürdiges und qualvolles Leben zu bereiten, dessen Bestimmung es einzig und allein ist, als Fleisch für unseren Konsum herzuhalten, ist mit Sicherheit kein gutes Werk.

Würde man das Getreide, das man auf den riesigen landwirtschaftlichen Flächen zur Fütterung von Vieh anbaut, direkt an die Menschen verteilen, würden immense Landflächen der Wildnis zurückgegeben werden können. Dadurch würde in absehbarer Zeit ein dicht bevölkertes Ökosystem heranwachsen, wodurch es auch weiterhin viele Tiere geben würde. So viele Tiere unterschiedlichster Arten, wie seit langem nicht mehr. Im Gegensatz zu den vielen eingesperrten Tieren, wären diese Tiere frei und könnten wirklich tiergerecht leben.

Weitere Informationen:

„Nutztiere“ und die Reduktion der natürlichen Lebenserwartung
Viele Bräuche und Traditionen würden zerstört werden

Veränderungen müssen nicht immer etwas Schlechtes sein, vor allem wenn die Traditionen mit dem Blutvergießen unschuldiger Lebewesen in Verbindung stehen. Grausame Brauchtümer wie öffentliche Hinrichtungen auf dem Marktplatz gehörten früher zum gesellschaftlichen Leben dazu, doch ist man heute nicht unendlich dankbar dafür, dass diese Gräueltaten heute verboten sind? Natürlich müssen nicht alle jahrhundertealten Traditionen und Kulturbestände im Eilverfahren wegrevolutioniert werden, doch auch sie müssen sich dem wandelnden ethischen Zeitgeist anpassen.

An Weihnachten beispielsweise kommt es auf ein besinnliches Beisammensein und eine harmonische Tischgemeinschaft an. Den Gänsebraten durch einen vegetarischen Festtagsbraten auszutauschen, dürfte wirklich keinem das Weihnachtsfest verderben.

Weitere Informationen:

Rette die Gans – vegane Weihnachten
Vegan Grillen – den Sommer fleischfrei genießen
Vegan Bakesale – Backen ohne Milch und Ei
Es würde nicht genug Nahrung geben

Ein Drittel der weltweiten Ackerflächen werden mittlerweile, laut der FAO-Studie “Livestock’s Long Shadow”, für die Produktion von Viehfutter verwendet. Zur Produktion von 1 kg Rindfleisch werden 16 kg Getreide und ca. 16.000 l Wasser benötigt. Auf der dafür genutzten Ackerfläche könnte man stattdessen beispielsweise 200 kg Tomaten oder 160 kg Kartoffeln anbauen. Die Hälfte der weltweiten Erträge von Getreide und 80 Prozent der weltweiten Sojaernte werden für die Fütterung von Nutztieren eingesetzt.

Die Fleischindustrie verschlingt riesige Mengen an Ressourcen, um einen verhältnismäßig kleinen Teil der Weltbevölkerung mit Lebensmitteln zu versorgen. In Anbetracht der Unwirtschaftlichkeit der Fleischproduktion, würde, laut Brot für die Welt, der Umstieg auf eine pflanzliche Ernährungsweise einen unfassbar großen Nahrungsmittelgewinn mit sich bringen.

Viele Menschen würden ihre Arbeit verlieren

Die Entwicklung zu einer vegan-vegetarischen Lebensweise ist ein allmählicher Prozess, der nicht von heute auf morgen geschieht. Eine stetig sinkende Nachfrage nach tierischen Produkten würde eine gleichzeitig steigende Nachfrage nach Alternativprodukten mit sich bringen, was wiederum zur Schaffung neuer Arbeitsplätze führen würde. So entstünde zum Beispiel ein neuer bzw. erweiterter Markt für Fleischersatzprodukte, Milchalternativen oder synthetisches Leder, welche bereits jetzt tierischen Produkten täuschend ähnlich sein können. Jeder Industriezweig muss seinen Beitrag zur allmählichen Transformation unserer Gesellschaft und Umgebung leisten. Auch die Lebensmittelindustrie kann nicht ewig in ihrer konservativen Form stagnieren.

Bereits jetzt werden unzählige Betriebe und Bauernhöfe durch Millionenbeträge subventioniert – gegen das Interesse des Konsumenten. Das ist erstens nicht nachhaltig und zweitens verlieren gerade dadurch viele Menschen ihre Arbeit, nämlich in jenen Ländern, in welche die durch Subventionen entstandenen Nahrungsmittelüberschüsse exportiert und die heimischen Märkte damit zerstört werden. Aber auch hierzulande geben immer mehr kleinbäuerliche Betriebe auf.

Weitere Informationen:

Vegan-Trend: Daten und Fakten zum Veggie-Boom

Menschliche Überheblichkeit

Alles ausklappen
Menschen sind wichtiger als Tiere

Viele meinen, dass die menschliche Intelligenz den Menschen zu einem überlegenen Wesen macht. Damit einhergehend wird auch meist die Ansicht formuliert, dass das menschliche Leben mehr wert sei, als das eines Tieres. Wäre der Wert eines Lebens an die Intelligenz des jeweiligen Wesens geknüpft, würde es dann nicht auch bedeuten, dass ein weniger intelligenter Mensch wertloser ist, als ein ihm “überlegener” Mensch?

Nein! Im deutschen Grundgesetz ist verankert, dass ein jeder Mensch ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat. Warum sollte einem Tier also dieses Recht abgesprochen werden? Anstatt menschliche Intelligenz als Richtlinie zu sehen, anhand derer andere Lebewesen degradiert werden, sollte sie lieber dafür genutzt werden, Tieren ihr Recht auf ein würdevolles Leben zuzusprechen. Heutzutage steht in Deutschland eine völlig teilnahmslose Stammzelle, die weder in der Lage ist zu leiden noch zu kommunizieren, unter dem Schutz des obersten Gerichtes. Doch Laborratten, die ein hochkomplexes Leidens- sowie Sozialverhalten haben, werden tausendfach hingerichtet und qualvollen Experimenten ausgesetzt.

Angenommen, man ließe diese Aussage als Tatsache stehen, wäre dann nicht gerade die überlegene menschliche Intelligenz ein Argument für eine pflanzliche Ernährung? Seine überlegene Intelligenz müsste dem Menschen aufzeigen, dass auch Tiere Respekt verdienen und als Lebewesen geachtet werden müssen.

Davon abgesehen, dass niemand es gutheißen würde, wenn der Wert eines Menschen nach seiner Intelligenz bemessen werden würde, haben Tiere bereits unzählige Male das Potenzial ihrer Intelligenz bewiesen, die dem Menschen in mancher Hinsicht durchaus ebenbürtig ist. Menschen sind nicht die besseren Tiere, Tiere sind schlicht völlig anders, weswegen wir sie – was unsere animalische Natur entlarvt – als fremd und minderwertig betrachten. Der Mensch als Krone der Schöpfung an oberster Stelle des Evolutionsstammbaumes – das ist reaktionäres Gedankengut aus vergangenen Jahrhunderten.

Und selbst wenn Tiere hinsichtlich ihrer Schnittmenge mit menschlichem Verhalten beurteilt werden, kann man feststellen, dass beispielsweise ein Schwein ungeahnte Fähigkeiten besitzt: Schweine sind neugierige, empfindsame und soziale Wesen – verspielt, loyal und fähig zu Trauer und Schmerz. Sie gehen enge Bindungen ein, hören auf ihren Namen, mögen Musik, gehen baden und relaxen in der Sonne. Schweine sind erwiesenermaßen intelligenter als Hunde, doch dass in China nach alter Tradition ab und an auch Hunde zubereitet werden, löst hierzulande Empörung aus.

Tiere leiden nicht so intensiv wie Menschen

Nach heutigem Wissen ist für das Empfinden von Schmerz die Existenz eines zentralen Nervensystems entscheidend. Es gilt mittlerweile als erwiesen, dass alle Tiere – darunter auch Fische – ein ausgeprägtes Schmerzempfinden besitzen. Tiere haben Angst, sie können trauern, leiden, schreien und fliehen. Das Leiden von Mensch und Tier lässt sich schwer vergleichen, leidet doch kein Mensch wie ein anderer.

Da Menschen über sich selbst nachdenken können, ist es ihnen möglich, psychisches Schmerzempfinden zu lindern, indem sie sich mit positiven Gedanken trösten. Ob das Tiere können, die zur Schlachtbank geführt werden, die überall das Schreien der anderen Tiere hören sowie das Blut riechen, können wir nur erahnen. Und selbst wenn Tiere etwas weniger leidensfähig wären als Menschen – was für eine Rechtfertigung hätte man dadurch?

Weitere Informationen:

Schweinemast: Schweine in der Schweinehaltung
Mit menschlichem Leid sollten wir uns zuerst befassen

Das Leid der Tiere in der industriellen Massentierhaltung wird von Menschen verursacht. Aus diesem Grund ist es Pflicht, sich dafür einzusetzen, dass Tiere nicht mehr länger für menschliche Zwecke leiden müssen.
Darüber hinaus steht menschliches Leid oft in direktem Zusammenhang mit tierischem Leid. Fleischkonsum führt zu exzessiver Tierhaltung, welche wiederum enorme Mengen an Ressourcen verschwendet, die stattdessen dafür eingesetzt werden könnten, den Hunger in der Welt zu bekämpfen.

Futtermittel wie Soja, Mais und Weizen könnten die Menschen zum Beispiel direkt verspeisen, ohne “Veredelungsverluste” von bis zu 90 Prozent in Kauf zu nehmen. Die Folgen der Klimaerwärmung sorgen ebenfalls für großes Menschenleid – würden global gesehen weniger tierische Produkte verzehrt und andere Maßnahmen verfolgt werden, könnten die negativen Auswirkungen eingedämmt werden.

Vegetarismus ist keine realitätsferne Ethikspielwiese, sondern ein Beitrag zum Lösen unserer globalen Probleme – und zwar der menschlichen Probleme.

Tiere können nicht rational urteilen

Nicht nur Menschen sind in der Lage rational zu urteilen. Über Rationalität, die sich im Vorderhirn abspielt, verfügen alle Wirbeltiere. Zwar ist das Vorderhirn der Menschen mit relativ hochkomplexen Strukturen ausgestattet, unterschiedlichste Tierarten (von Schimpansen über Tintenfische bis hin zu Ameisen) beweisen jedoch, dass auch sie äußerst lernfähig sind, logisch denken können und sogar sehr komplexe gesellschaftliche Strukturen aufweisen.

Ein erwachsenes Pferd oder ein Hund sind unvergleichlich viel rationaler und kommunikativer als ein menschliches Kleinkind im Alter von einem Tag, einer Woche oder sogar einem Monat. Aber was besagt das schon? Es kommt nicht darauf an, ob ein Lebewesen denken oder sprechen kann, sondern ob es leiden kann!

Fragen zur Gesundheit

Alles ausklappen
Menschen brauchen Fleisch

Zahlreiche Studien haben mittlerweile belegt, dass eine gesunde Ernährung auf rein pflanzlicher Basis problemlos möglich ist. So berichtet beispielsweise die Amerikanische Gesellschaft der Ernährungswissenschaftler (A.N.D.) in ihrem Positionspapier “Vegetarische Ernährung”, dass sich vernünftig geplante vegetarische Ernährungsformen als gesund, dem Nährstoffbedarf angemessen sowie für die Prävention und Behandlung verschiedener Krankheiten als vorteilhaft erwiesen haben. Darüber hinaus geht aus der Studie hervor, dass eine vegetarische Lebensweise für alle Phasen des Lebens geeignet ist.

Weitere Informationen:

Veggie in jeder Lebensphase
Menschen können Fleisch essen und trotzdem gesund bleiben

In der Tat ist der menschliche Organismus dazu in der Lage, gewisse Mengen an Fleisch zu verarbeiten, ohne dass gesundheitliche Schäden die Folge wären. Die Tatsache jedoch, dass eine vegetarische sowie vegane Lebensweise den menschlichen Körper mit allen nötigen Nährstoffen versorgen kann, spricht dafür, dass eine fleischhaltige Ernährung nicht notwendig ist. Darüber hinaus spricht die Anatomie des menschlichen Körpers ebenfalls dafür, dass wir eher Pflanzen- als Fleischfresser sind.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum fand heraus, dass Menschen, die viel Schweine-, Rind- und/oder Kalbfleisch essen, häufiger an Darmkrebs erkranken. Außerdem: Etwas zu konsumieren, nur weil es einem nicht unmittelbar schadet, ist irrsinnig.

Weitere Informationen:

Wir würden Unmengen essen müssen

Eine pflanzliche Ernährung steht in keinerlei Zusammenhang mit Unterernährung. Eine Versorgung mit allen nötigen Nährstoffen ist bei einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung problemlos möglich. Vegan-vegetarisch lebende Menschen haben im Durchschnitt ein niedrigeres Körpergewicht und einen niedrigeren BMI als Mischköstler, was von Vorteil für die eigene Gesundheit ist.

Eine überproportional größere Menge an Lebensmitteln ist jedoch in keinster Weise nötig, allein schon die Energiedichte von Nüssen ist hierfür ein Beweis.

Weitere Informationen:

  • Vegane Ernährungspyramide für die Praxis

    Die wissenschaftlich fundierte vegane Ernährungspyramide des VEBU hilft Veganern dabei, die Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde vegane Ernährungsweise in die Praxis umzusetzen.

Ist eine vegane/vegetarische Lebensweise während der Schwangerschaft und Stillzeit empfehlenswert?
Unabhängig von der Ernährungsform einer werdenden Mutter, sollte in jedem Fall sichergestellt werden, dass sowohl Mutter als auch Kind alle essentiellen Nährstoffe aufnehmen. Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung enthält grundsätzlich alle wichtigen Nährstoffe. Es kommt auf die ausreichende und abwechslungsreiche Zusammenstellung der Nahrungsmittel an.

Gut geplante vegane und andere Formen der vegetarischen Ernährung sind für alle Phasen des Lebenszyklus geeignet, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, früher und späterer Kindheit und Adoleszenz. A.N.D.

Wie sicher ist vegane/vegetarische Ernährung für Babys, Kinder und Jugendliche?
Unabhängig von der Ernährungsform von Babys, Kindern und Jugendlichen, sollte in jedem Fall sichergestellt werden, dass alle essentiellen Nährstoffe zugeführt werden. Eine ausgewogene pflanzliche Ernährung enthält grundsätzlich alle wichtigen Nährstoffe. Es kommt auf die ausreichende und abwechslungsreiche Zusammenstellung der Nahrungsmittel an.

Kinder, die mehr mit pflanzlicher Nahrung verköstigt werden, sind für gewöhnlich schlanker als ihre Altersgenossen, die Fleisch essen. Außerdem sind vegan-vegetarisch lebende Kinder weniger anfällig für Krankheiten, die im Zusammenhang mit Übergewicht entstehen.

Weitere Informationen:

Vegetarisch-vegane Ernährung bei Säuglingen und Kleinkindern
Vegetarisch-vegane Ernährung bei Kindern und Jugendlichen
Erfordert die vegane/vegetarische Ernährung ein besonderes Wissen?

Ist das Wissen über die Grundlagen einer gesunden und ausgewogenen Ernährung vorhanden, erfordert eine vegetarische Ernährung in der Regel kein zusätzliches Wissen. Was eine rein pflanzliche Lebensweise betrifft, sollte man sich zu Beginn in jedem Fall informieren, damit bei der Zusammensetzung veganer Speisen keine wichtigen Nährstoffe ausgelassen werden. In der Regel gelten die gleichen Prinzipien wie für alle Ernährungsformen. Zur ausgewogenen und ausreichenden Nährstoffaufnahme ist jedoch nicht ernährungswissenschaftliche Expertise, sondern schlicht Abwechslung, Experimentierfreude und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem oberstes Gebot.

Weitere Informationen:

Nährstoffe: Auf was Sie bei einer veganen Ernährung achten müssen

Fisch

Alles ausklappen
Fisch ist gesund

Untersuchungen der University of California, San Diego, haben ergeben, dass beispielsweise der Nordpazifik – eines der Hauptfanggebiete für Thunfisch – stark mit Plastikmüll verschmutzt ist. Inzwischen hat sich im Pazifikteil zwischen Kalifornien und Hawaii ein Plastikstrudel von der Größe Mitteleuropas angesammelt.

Die Plastikteilchen werden besonders von kleineren Fischen verspeist. Diese kleineren Fische werden nun wiederum von größeren Raubfischen, wie zum Beispiel Thunfischen, gefressen – so nehmen sie über die Nahrungskette indirekt die kleinen Plastikteile auf. Auf diese Weise gelangen schädliche Plastiksubstanzen in den menschlichen Organismus. Weitere gesundheitlich bedenkliche Stoffe sind Quecksilber, PCB, Dioxin, Blei und Arsen, die zu Nierenschäden, Krebs und Tod führen können.

Eine pflanzenbasierte Lebensweise kann den menschlichen Körper mit allen nötigen Nährstoffen versorgen, somit ist weder Fleisch noch Fisch notwendig, um gesund zu sein und zu bleiben.

Weitere Informationen:

Fischersatz: 10 vegane Alternativen zu Fisch, Kaviar und Co.
Fische fühlen keinen Schmerz

Unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungen haben mittlerweile nachgewiesen, dass Fische sowohl ein komplexes Nervensystem als auch hochempfindliche Schmerzrezeptoren besitzen. Zudem lassen sich bei Fischen typische Schmerzreaktionen beobachten, die eindeutig auf ein ausgeprägtes Schmerzempfinden schließen lassen. Der bereits im Jahre 1981 von der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) gesponserte “Medway Report” ergab, dass Fische, genau wie andere Wirbeltiere, in der Lage sind, Schmerzen zu empfinden.

Weitere Informationen:

Fische: Zwischen Fischfang und Fischzucht in Aquafarmen
Fische sind freilebend

Wenn von dem Begriff “Massentierhaltung” die Rede ist, wird dieser in der Regel mit in kleinen Käfigen zusammengepferchten Hühnern oder in winzigen Gitterboxen eingesperrten Schweinen und Rindern assoziiert. Was jedoch außer Acht gelassen wird, ist die Tatsache, dass mittlerweile rund die Hälfte des von uns konsumierten Fisches aus sogenannter Aquakultur stammt. Aquakultur ist im Prinzip nichts anderes als Unterwasser-Massentierhaltung, bei der Fische in Teichen, Bassins und Netzgehegen für den Verzehr gezüchtet werden.

Wie bei jeder anderen Form der Massentierhaltung werden auch hierbei möglichst viele Tiere auf möglichst kleinem Raum gehalten, was oft zu stark verschmutztem und sauerstoffarmem Wasser führt. Darüber hinaus setzt der geringe Bewegungsspielraum die Fische einem erheblichen Stress aus und bewirkt Fälle von Kannibalismus.

Zudem ist die Konzentration von Seeläusen in Fischzuchten bis zu dreißigmal höher als in freien Gewässern. Seeläuse setzen sich an den Fischen fest und beginnen dann, diese bei lebendigem Leibe anzufressen. Dies kann häufig zu schwerwiegenden Verletzungen führen, bei denen die Läuse sich bis zum Schädelknochen durchfressen. Diese Verletzung ist in der Fischindustrie schon so bekannt, dass sie sogar einen eigenen Namen hat: “death crown” (“Todeskrone”).

Weitere Informationen:

Fische: Zwischen Fischfang und Fischzucht in Aquafarmen
Gegen Fischfang ist nichts einzuwenden

Ist der Konsum von wild gefangenem Fisch eine humane Alternative? In freier Wildbahn gefangene Fische haben bis zu ihrem Fang sicherlich ein besseres Leben als Fische aus der Aquakultur, dafür sind die Fangmethoden umso grausamer. Eine gängige Methode ist beispielsweise die Grundschleppnetzfischerei, bei der ein Netz über den Meeresgrund gezogen wird, um Fische in Grundnähe zu fangen. Wiederholt wurde hierbei von Fällen berichtet, in denen Tiefseefischen aufgrund von Dekompression die Augen aus dem Kopf sprangen oder sich die Schwimmblase aus dem Maul nach außen stülpte. Der Fang von Wildfisch kann also bei weitem nicht als eine moralisch vertretbare Methode der Fischerei bezeichnet werden.

Neben der Grundschleppnetzfischerei zählen zu den gängigsten Fangarten die Langleinen- sowie die Ringwadenfischerei. Bei der Langleinenfischerei werden bis zu 120 km lange mit Haken und Bojen versehene Leinen ins Wasser gelassen und nach einiger Zeit wieder eingeholt. Pro Tag werden schätzungsweise 27 Millionen Haken über Langleinen ins Wasser gelassen. Neben den gewünschten Arten werden bei dieser Fangmethode jedoch bis zu 145 andere Arten als sogenannter “Beifang” mitgefangen. Dies betrifft nicht nur Meereslebewesen, denn jährlich fallen auch rund 75.000 Albatrosse den Langleinen zum Opfer. Insgesamt werden laut Sea Turtle Restoration Project jedes Jahr rund 4,5 Millionen Tiere als Beifang der Langleinenfischerei getötet. Bei der Ringwadenfischerei wird eine Netzwand um einen Fischschwarm geschlossen und am unteren Ende wie eine gigantische Tasche zugezogen. Da hierdurch komplette Fischschwärme mit einem Mal gefangen werden, kann durch diese Fangtechnik die Reproduktionsfähigkeit der Fischpopulation massiv gefährdet werden.

Weitere Informationen:

Fische: Zwischen Fischfang und Fischzucht in Aquafarmen

Milch

Alles ausklappen
Es ist ganz natürlich Milch zu trinken

Das einzige Stadium im Leben eines Menschen, in dem es “natürlich” ist, Milch zu trinken, ist das Säuglingsalter – und zwar Muttermilch. Muttermilch ist genau auf die individuellen Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten. Kuhmilch und Menschenmilch unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung gravierend. Sobald der Mensch Zähne hat, endet für gewöhnlich die Stillzeit – das ist auch bei den Tieren so.

Es wäre vielleicht “natürlich”, wenn sich ein Mensch direkt unter eine Kuh legen und säugen würde – die im Handel erhältliche Kuhmilch jedoch wurde hocherhitzt, entrahmt, homogenisiert und ist mehrere Tage alt.
Genau wie beim Fleischkonsum handelt es sich beim Konsum tierischer Milch nicht um eine essentielle Notwendigkeit, sondern um reine Gewohnheit. Allein die Tatsache, dass der Großteil der Weltbevölkerung – 80 Prozent – eine Milchzuckerunverträglichkeit aufweist, belegt, dass Milch zu trinken kein Bestandteil einer “natürlichen” Ernährung ist.

Weitere Informationen:

Milchersatz: Die 10 besten veganen Milch-Alternativen
Menschen brauchen Milch

Alle für den Körper wichtigen Nährstoffe, welche in der Milch enthalten sind, können problemlos über pflanzliche Produkte aufgenommen werden. Soja, Tofu, Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse, Mandeln und Nüsse stellen beispielsweise reichhaltige Kalziumlieferanten dar. Gerade auch für Menschen mit Laktoseintoleranz bietet die Kalziumzufuhr über pflanzliche Nahrungsmittel den Vorteil, dass die unangenehmen Nebenwirkungen des Milchverzehrs ausbleiben.

Weitere Informationen:

Kalzium: Mit kalziumhaltigen Lebensmitteln optimal versorgt
Milch ist gut für den Menschen

Jeder siebte Deutsche leidet unter Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit), eine Folge des fehlenden Enzyms Laktase. Laktase wird benötigt, um im Darm den Milchzucker (Laktose) zu spalten. Nach dem Abstillen verlieren die meisten Menschen schrittweise die Fähigkeit, Laktose zu spalten – ein eindeutiges Indiz dafür, dass der Konsum tierischer Milch nicht der Natur des Menschen entspricht. Grundsätzlich ist dieser Mangel für den Menschen ungefährlich. Wenn jedoch Milch oder Milchprodukte verzehrt werden, kann es zu unangenehmen Nebenwirkungen wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen.Einige Kleinkinder, die nach dem Stillen Kuhmilch zugeführt bekommen, entwickeln auch eine Kuhmilchallergie.

In den letzten Jahren ist die Zahl der “Milchkühe” gesunken, bei einer gleichzeitigen Steigerung der Milchproduktion. “Milchkühe” wurden so weit überzüchtet, dass sie ein Vielfaches der ursprünglich normalen Milchmenge produzieren – die Anstrengung ist vergleichbar mit einem täglichen Marathon. Neben Aufbaupräparaten zur stetigen Leistungssteigerung werden den “Milchkühen” teilweise Medikamente verabreicht, um die durch die Überzüchtung verursachten Krankheiten zu bekämpfen. Wiederholt wurden Rückstände dieser Medikamente wie Antibiotika in Milchproben gefunden, welche durch den Konsum in den menschlichen Körper gelangen.

Weitere Informationen:

Milchersatz: Die 10 besten veganen Milch-Alternativen
Wir nehmen doch nur, was die Kuh nicht braucht

Eine Kuh gibt nur dann Milch, wenn sie ein Kalb zur Welt gebracht hat, das davon ernährt wird. Sobald das Kalb in der Lage ist, andere Nahrung zu sich zu nehmen, produziert seine Mutter auch keine Milch mehr. So wie bei allen Säugetieren inklusive dem Menschen.

Unter normalen Umständen würde eine Kuh nur so viel Milch geben, wie sie für ihr Kalb braucht. Die Milchindustrie jedoch manipuliert diesen Vorgang, um die Milchproduktion massiv zu steigern. Sobald die Kuh ihr Kalb ausgetragen hat, wird sie schnellstmöglich wieder künstlich befruchtet, um eine Art “Dauerschwangerschaft” zu erzeugen und somit für eine anhaltende Milcherzeugung zu sorgen. Nach etwa fünf Jahren lässt die Milchleistung nach und die Kuh wird geschlachtet – ihre natürliche Lebenserwartung beträgt 30 Jahre.

Ein “Abfallprodukt” dieser Verfahrenstechnik ist daher ein Kalb pro Jahr. Damit das Kalb die wertvolle Milch seiner Mutter nicht verschwendet, wird es wiederum der Kuh nach der Geburt weggenommen und mit Ersatznahrung großgezogen, um später entweder selbst als “Milchkuh” zu dienen oder als Kalbfleisch – im Alter von 22 Wochen – auf dem Teller zu enden.

Weitere Informationen:

Kühe: Kuhhaltung in der Milchproduktion

Eier

Alles ausklappen
Es ist normal, dass Menschen Eier essen

Seit langem schon stehen Eier auf dem Speiseplan der Menschen. Doch wie normal ist es, Fortpflanzungsprodukte einer anderen Spezies mitsamt Keimzelle zu verspeisen? Die Menge von verzehrten Eiern – 210 Stück pro Kopf und Jahr – und die damit einhergehende Massentierhaltung hat jedenfalls nichts mehr mit einer “natürlichen” Ernährungsweise zu tun. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 40 Millionen “Legehennen” gehalten. In der Regel “leben” die Hennen in engen Käfigen oder zu Tausenden in Bodenhaltung. Da nach etwa 15 Monaten die Legeleistung abnimmt, werden die Hennen in diesem Alter geschlachtet. Ihre natürliche Lebenserwartung beträgt 20 Jahre.

Für die Eierproduktion finden männliche Küken logischerweise keine Verwendung, doch auch für die Fleischproduktion sind sie unrentabel, da sie nicht schnell genug Fleisch ansetzen. Aus diesem Grund werden jährlich rund 40 Millionen männliche Küken vergast, erstickt oder bei lebendigem Leibe zerschreddert. Statistisch gesehen kommt also auf jede “Legehenne” in Deutschland ein getötetes männliches Küken. Für die Fleischproduktion wird eine komplett andere Hühnerart verwendet, die wiederum keine Eier legt, weil sie bereits vor der Geschlechtsreife – im Alter von 6-8 Wochen – geschlachtet wird.

Für viele Menschen mag der Verzehr von Eiern normal sein, er ist jedoch alles andere als notwendig. Durch eine ausgewogene pflanzliche Ernährung können dem menschlichen Körper alle nötigen Nährstoffe ohne Probleme zugeführt werden.

Weitere Informationen:

Die 10 besten Ei-Alternativen: Kochen und Backen ohne Ei
Eier sind gesund

Es ist unumstritten, dass Eier nahrhaft sind, jedoch sind Eier auch die größten Überträger von Salmonellen auf den Menschen, haben einen relativ hohen Cholesteringehalt und enthalten viel gesättigte Fettsäuren. Die in Eiern enthaltenen Nährstoffe können auch in ausreichender Menge über pflanzliche Lebensmittel aufgenommen werden. Hierdurch fällt zudem das Risiko einer Salmonellenerkrankung weg, ganz zu schweigen von den ethischen Aspekten der Eierproduktion.

Weitere Informationen:

Die 10 besten Ei-Alternativen: Kochen und Backen ohne Ei
Den Hennen macht es nichts aus, wenn man ihnen ihre Eier wegnimmt

Die Eierindustrie nutzt einen Trieb der “Legehenne” aus, der auch bei jedem anderem Lebewesen zu finden ist: der Vermehrungstrieb zur Arterhaltung. In freier Natur würde die Henne ein Nest bauen, darin ihr Ei ablegen und es ausbrüten. Wird der “Legehenne” nun das Ei weggenommen, wird somit die Erfüllung des natürlichen Triebes unterbunden. Durch diesen “Trick”, das Hochleistungsfutter und die moderne Qualzucht sind Hühner heute in der Lage, 300 Eier jährlich zu legen – anstatt ursprünglich 20 Eier.

In der Regel “leben” die Hennen in engen Käfigen oder zu Tausenden in Bodenhaltung – beide Haltungsformen verursachen viel Leid. Wenn die Hühner geschlachtet werden – im Alter von 15 Monaten – sind sie bereits so ausgelaugt, dass sie nur noch als “Suppenhuhn” Verwendung finden.

Weitere Informationen:

Hühner: Hühnerzucht und Hühnerhaltung in der Eiproduktion
Hennen würden keine Eier legen, wenn sie nicht zufrieden wären

“Legehennen” in der industriellen Massentierhaltung werden ohne Kontakt zu natürlichem Tageslicht gehalten. Durch den Einsatz von Kunstlicht wird die innere Uhr der “Legehennen” manipuliert, indem eine längere Tageslichtzeit simuliert wird. In Kombination mit selektiver Züchtung und einer speziellen Diät soll somit eine maximale Legeleistung erreicht werden. Mit zufriedenen Hühnern hat die Legeleistung folglich nichts zu tun, sondern lediglich mit qualgezüchteten Tieren, die zu Tausenden in nicht artgerechten Käfigen gehalten werden.

Seit Januar 2010 ist es in Deutschland offiziell verboten, “Legehennen” in Käfighaltung unterzubringen. Dieser Beschluss ist jedoch trügerisch, da es noch genug Übergangslösungen und Ausnahmeregelungen gibt. Auch die neue Haltungsform in ausgestalteten Käfigen, die sogenannte “Kleingruppenhaltung”, stellt keinen merklichen Fortschritt gegenüber der konventionellen Käfighaltung dar:
In ausgestalteten Käfigen soll den “Legehennen” statt den ursprünglichen 550 cm2 ein Platzangebot von 800 cm2 zur Verfügung stehen sowie ein Legenest, Sitzstange und Einstreubereich. Diese Verbesserungen im Vergleich zur konventionellen Käfighaltung stellen sich bei näherer Betrachtung als Augenwischerei heraus. Statt 4-5 “Legehennen” werden nun über 30 Tiere in einem großen Käfig gehalten. Das ursprüngliche Platzangebot entsprach gerade einmal der Größe eines DINA4-Blattes, nun wurde die Fläche um fünf Kreditkarten erweitert. Von einer deutlichen Verbesserung kann hier nicht die Rede sein. So sind auch die zusätzlichen Ausgestaltungen der Käfige meist nicht hinreichend umgesetzt. Oft sind, laut Albert Schweitzer Stiftung, beispielsweise die Sitzstangen viel zu niedrig, sodass den “Legehennen” dort kein hinreichender Rückzugsort geboten wird.

Weitere Informationen:

Hühner: Hühnerzucht und Hühnerhaltung in der Eiproduktion
Was ist gegen Eier von freilaufenden Hühnern einzuwenden?

Auch für die Produktion von Freilandeiern (Freilandhaltung) sind männliche Küken wertlos und werden, genau wie bei jeder anderen Form der Eierproduktion, getötet. Darüber hinaus ist die Produktkennzeichnung “Freilandhaltung” sehr kritisch zu betrachten. Die offiziellen Richtlinien der Freilandhaltung sehen vor, dass jedem Huhn tagsüber ein uneingeschränkter Zugang zu einem Auslauf im Freien ermöglicht wird. Hierbei sollen jedem Huhn 4 m2 Freilauffläche mit Unterschlupfmöglichkeiten und Tränken zur Verfügung stehen. Im Vergleich zur Käfighaltung klingt dies nach paradiesischen Zuständen. Das erste Problem liegt aber bereits bei der räumlichen Zugangsmöglichkeit des Freilandauslaufs.

Laut Tierschutznutztierverordnung muss pro 500 Hennen ein Durchgang von 100 cm Breite zur Verfügung gestellt werden. Wenn jedoch das Stallklima aufgrund fehlender technischer Einrichtungen nur durch unverhältnismäßigen Aufwand aufrechterhalten werden kann, wird, laut Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL), der gleiche Durchgang für 1000 Hennen verlangt. Das bedeutet, dass sich bis zu 1000 Hennen durch einen gerade einmal ein Meter breiten Durchgang quetschen müssen. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass einige Hühner, obwohl theoretisch die Möglichkeit gegeben ist, gar nicht nach draußen gelangen können.

Ein weiteres Problem ist zudem, dass den Hennen in einigen Legebetrieben erst gar nicht der Zugang zum Freilaufbereich ermöglicht wird, wie mehrere Nachforschungen diverser Tierschutzorganisationen nachgewiesen haben. Es zeigt sich also: Wo Freiland draufsteht, ist nicht unbedingt Freiland drin. Auch in dieser Haltungsform werden die Hühner nach 15 Monaten geschlachtet.

Weitere Informationen:

Hühner: Hühnerzucht und Hühnerhaltung in der Eiproduktion
Hennen legen unbefruchtete Eier, die sonst nutzlos weggeworfen würden

Das südostasiatische Bankivahuhn gilt als Ursprung aller unserer domestizierten Haushuhnrassen und ist somit der Vorgänger der modernen “Legehenne”. Das Bankivahuhn lebt in Kleingruppen von 5-6 Hennen und einem Hahn und legt durchschnittlich 20 Eier pro Jahr. Im Gegensatz dazu lebt die moderne “Legehenne” in überfüllten Käfigen mit tausenden ihrer Artgenossen und legt im Durchschnitt 300 Eier pro Jahr. Dies hat längst nichts mehr mit dem “natürlichen” Verhalten eines Huhns zu tun, sondern ist einzig und allein auf den manipulativen Eingriff durch uns Menschen zurückzuführen.

Eine Henne würde normalerweise nur so viele Eier legen, wie es für die Fortpflanzung und Arterhaltung notwendig wäre. Ein unbefruchtetes Ei an sich ist kein von der Natur vorgesehener Zustand – diesen millionenfach herbeizuführen, ist alles andere als naturgemäß. Jede Frau produziert Eizellen – nicht zur Stammzellenforschung, sondern zur Fortpflanzung. Keiner würde sagen, dass diese Eizellen verschwendet werden, wenn sie nicht der Forschung dienen. So werden auch Eier zur Fortpflanzung gelegt und nicht um als Nahrungsmittel für Menschen zu dienen.

Weitere Informationen:

Hühner: Hühnerzucht und Hühnerhaltung in der Eiproduktion