Vegane Kosmetik selbst machen – Körperpflege ohne Plastik

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Tierversuche und tierische Bestandteile in Kosmetik? Wer auf Nummer sicher gehen will, dass für die eigene Körperpflege kein Tier leiden musste und noch dazu jede Menge Verpackungsmüll sparen möchte, stellt seine Kosmetikprodukte am besten selbst her. Mit den Tipps von Nadine Schubert geht das ganz einfach.

Mit dem Start in mein plastikreduziertes Leben habe ich viele Produkte im Bad von der Einkaufsliste gestrichen. Und ich war erstaunt, wie einfach es ist, sich mit wenigen Mitteln zu pflegen. Manche Produkte, die ohne Plastik und auch noch ohne tierische Bestandteile daherkommen, sind sehr vielseitig einsetzbar. Zwei positive Nebeneffekte: Man spart Platz im Bad und auch noch Geld. Denn die Zeiten, in denen mir die Werbung diktiert hat, was ich Neues brauche, sind vorbei.

Alleskönner Kokosöl

Kokosöl im Glas (möglichst mit Papieretikett) ist ein wahrer Alleskönner. Es ersetzt unter anderem Make-up-Entferner, Rasierschaum und Haarspülung. Außerdem wird es verwendet, wenn man Deo oder Bodylotion selbst machen möchte.

  • Do it yourself (DIY): Bodylotion

    • 135 g Sheabutter
    • 25 g Mandel- oder Olivenöl
    • 35 g Kokosöl
    • 10–15 Tropfen ätherisches Öl (nach Belieben)

    Alle Fette in eine Metallschüssel geben und im Wasserbad schmelzen, mit ätherischem Öl mischen. Die Mischung auf Zimmertemperatur abkühlen lassen. Anschließend zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Mit einem Handmixer wird die kalte Masse schaumig gerührt. Zum Schluss die Körpercreme in ein verschließbares Glasgefäß geben oder direkt verwenden. Die Bodylotion hält mehrere Monate und muss nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Plastikfreies Peeling

Ein weiteres problematisches Pflegeprodukt sind Peelings. Nicht nur, dass sie in Plastikflaschen stecken, sondern sie enthalten häufig auch viel Mikroplastik. Dabei ist es einfach, sich ein pflegendes und duftendes Peeling selbst zu mischen. Man braucht dazu nur wenige Zutaten, die sich in fast jeder Küche finden.

  • DIY: Körperpeeling

    • 1 Tasse weißer Zucker
    • ¼ Tasse grober Rohrzucker
    • ½ Tasse Pflanzenöl (Olive, Sonnenblume oder Raps)
    • 1 TL Lebkuchengewürz oder Zimt
    Optional: 20 Tropfen ätherisches Öl (zum Beispiel als Ersatz für Lebkuchengewürz im Sommer – für alle, die es fruchtig mögen)

    Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und in ein Schraubglas füllen.
    Tipp: Zum Peelen eignen sich ebenso Salz oder getrockneter Kaffeesatz.

Wundermittel Heilerde

Sehr vielseitig einsetzbar ist auch Heilerde, die in Drogeriemärkten und Apotheken erhältlich ist. Das in Papier verpackte Pulver eignet sich zur Behandlung von Schürfwunden, empfindlicher Kopfhaut und Herpes. Zur Behandlung von Herpes einen Brei aus Heilerde und Wasser anrühren und auf die Herpesbläschen auftragen. Über Nacht ist die nässende Stelle trockengelegt. Genauso verfährt man bei Wunden.

  • DIY: Deckender Gesichtspuder

    Um einen deckenden Puder herzustellen, wird gemahlener Ton benötigt, den man in jeder Apotheke kaufen kann:
    • 1 EL Heilerde
    • 1 TL Ton

    Heilerde in ein Schraubglas geben. Ton hinzugeben und die beiden Pulver miteinander vermengen.
    Tipp: Den vorhandenen Puder danebenstellen, um den richtigen Farbton zu treffen. Ein Glas mit weiter Öffnung verwenden, sodass der Puderpinsel hineinpasst.
    Ersetzt man den Ton durch Maisstärke, erhält man transparentes Gesichtspulver, welches dem Teint ein frisches, unverbrauchtes Strahlen verleiht.

Besser leben ohne Plastik
Anneliese Bunk und Nadine Schubert

Besser leben ohne Plastik

oekom 2016, 112 Seiten, 12,95 €
ISBN 978-3-86581-784-6

  • Tierversuche

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