10 empfehlenswerte Kinderbücher, nicht nur für vegane Kinder

Vegane Kinderbücher

Wer vegetarisch oder vegan lebt, möchte seine ethische Grundeinstellung auch an Kinder weitergeben und Bücher mit ihnen anschauen und lesen, die nicht komplett gegenteilige Werte transportieren. ProVeg hat sich diesbezüglich für Sie auf dem Buchmarkt umgeschaut und stellt 10 vegan-freundliche Kinderbücher vor.

Viele renommierte Bilderbuchautoren und -autorinnen sowie Illustratoren und Illustratorinnen bedienen sich der Tradition, Tieren menschliche Eigenschaften und Verhaltensweisen zuzuschreiben wie in Fabeln, Märchen oder Sagen. Dies geht sogar häufig so weit, dass „Mama Muh“ plötzlich auf zwei Beinen läuft oder eine Siebenschläferfamilie bändeweise das Familienideal der 50er-Jahre nachspielt.

Veggie-freundliche Kinderbücher liegen im Trend

Auf der anderen Seite gibt es immer mehr vegane Kinderbücher, die eine pflanzliche Botschaft vermitteln: Ein Kind rettet ein Tier aus der Massentierhaltung und isst danach kein Fleisch mehr. Eine solche Geschichte kann helfen, mit Kindern das eigene Lebensmodell zu besprechen und auch anderen zu erklären, warum kein Fleisch auf den Grill kommt.

Ein kleiner Trend sind vegane Kinderbücher, in denen Tiere pflanzlich leben. Erzählungen, in denen Wölfe mit Kaninchen befreundet sind und Füchse nur Gänseblümchen essen, sind jedoch nicht sehr tiergerecht. Aber natürlich kann man sie auch als Variante des geradezu klassischen Themas lesen: den eigenen Weg finden und gehen, auch wenn man anders ist als die anderen.

Ganz ohne Pfannkuchentorte oder Würstchen geht es in den meisten Kinderbüchern wie „Pettersson und Findus“ nicht zu. Aber sollte man sie deswegen meiden? Je besser ein Buch, desto mehrschichtiger und bunter ist es, so wie das Leben selbst. In solchen Geschichten können sich Kinder wiederfinden und sehen, welche Möglichkeiten es noch gibt, zu leben oder sich zu verhalten. Im Folgenden stellt ProVeg 10 vegan-freundliche Kinderbücher vor, in denen beide Welten und beide Wesensarten nebeneinander bestehen: die der Menschen und die der Tiere.

 

Pappbilderbuch für die Kleinsten

Vegane Kinderbücher1. Das Pappbilderbuch „Kind und Katze“ (von Suse Schweizer und Manuel Süess, atlantis 2014, 20 Seiten, 8,95 €, ISBN 978-3-7152-0674-5, ab 2 Jahre) begleitet ein kleines Kind und dessen Katze durch ihren Tagesablauf: Das Kind steht auf – die Katze reckt sich, das Kind frühstückt – die Katze schlabbert im Wassernapf … Klare Formen, kräftige Farben, feste Pappe für kleine Kinderhände – ein absolutes Lieblingsbuch, nicht nur für vegan-vegetarisch lebende Kinder.

Bilderbücher zum Anschauen und Vorlesen

Vegane Kinderbücher2. „Lass mich frei“ (von Patrick George, Moritz 2016, 54 Seiten, 12,95 €, ISBN 978-3-89565-311-7, ab 3 Jahre) ist ein Bilderbuch ohne gedruckte Worte (und somit für alle Kinder geeignet, egal welche Sprache sie sprechen), aber mit ganz viel Inhalt. Auf jeder rechten Buchseite ist eine Szene aus unserem Alltag abgebildet wie Tigerfelle als Teppiche oder Elefanten im Zirkus. Links ist ein Bild aus der freien Natur, in der Mitte eine Folie und darauf ein Tier, das beim Umblättern von der rechten Seite auf die linke wandert. So wird das Fell vor dem Kamin zu einem Tiger, der durch das hohe Gras pirscht, oder man sieht den kleinen Zirkuselefanten, der nun hinter seiner Mutter durch die Savanne trottet. Man kann gar nicht genug davon bekommen, die Tiere durch das Hin- und Herblättern wieder zu lebendigen, freien Wesen werden zu lassen.

 

Vegane Kinderbücher3. In „Mathildas Monster“ (von Michelle Knudsen, Orell Füssli 2016, 40 Seiten, 13,95 €, ISBN 978-3-280-03524-5, ab 3 Jahre) haben die Kinder keine Haustiere, sondern Monster – nur Mathilda noch nicht. Sie hofft, wartet und gibt sich Mühe, von ihrem Monster gefunden zu werden, denn so funktioniert es mit den Monstern, man kann sich nicht einfach eines holen. Insgesamt eine bunte, fröhliche Geschichte mit vielen liebenswerten Monsterfiguren und Lebensweisheiten.

Sachbücher im weitesten Sinne

Vegane Kinderbücher4. „Die Grüne Meeresschildkröte“ (von Isabel Müller, Gerstenberg 2014, 40 Seiten, 12,95 €, ISBN 978-3-8369-5780-9, ab 5 Jahre) fasziniert und verzaubert gleichermaßen. Der anschauliche Text schafft Identifikation mit dem fremdartigen Reptil, ohne es im Geringsten zu vermenschlichen. Mit bunt collagierten Unterwasserwelten erzählt jede Seite über das Leben und Reisen einer Meeresschildkröte – und alle zusammen die Geschichte vom Kreislauf des Lebens.

 

Vegane Kinderbücher5. Um alltägliche Wunder der Verwandlung geht es in „Metamorphosen“ (von Frédéric Clément, Knesebeck 2016, 40 Seiten, 14,95 €, ISBN 978-3-86873-939-8, ab 6 Jahre): So wird zum Beispiel aus einer Blumenzwiebel eine prachtvolle Tulpe und aus einer Kaulquappe ein Frosch. Die Schritt-für-Schritt-Bilder der einzelnen Wandlungen sind naturgetreu und gleichzeitig poetisch aufgebaut. So wird Wissenschaft schön verpackt transportiert.

 

Vegane Kinderbücher6. Ein originelles, veganes Kinderbuch ist „Warum wir keine Tiere essen“ (von Ruby Roth, Echo 2010, 48 Seiten, 14,90 €, ISBN 978-3-926914-51-4, ab 6 Jahre). Kantig und doch knuffig gezeichnete Schweine, Kühe und Hühner sowie bunte Landschaften untermalen die Fakten globaler Ernährungszusammenhänge und nicht-artgerechter Lebensweisen. Ein bisschen mutet man den Kindern damit zu, aber so ist die Welt nun einmal. Inhaltlich eher ein Sachbuch, aber mit einem sehr erzählenden, ruhigen Tonfall.

Romane zum Vor- und Selberlesen

Vegane Kinderbücher
7. Kinder lieben Alltagsgeschichten, die nur unwesentlich schöner und spannender sind als ihr eigener Alltag. Frech, vielseitig und lustig sind
„Die wilden Zwerge“ (von Meyer, Lehmann und Schulze, Klett, 8,95 €, ab 4 Jahre): eine Kindergartengruppe mit vorlauten, ruhigen, ängstlichen, mutigen, hellen, dunklen, dicken und dünnen Kindern, die vom Schwimmbadausflug bis zur Vogelbeerdigung in jeder Folge so einiges erleben. Mittlerweile sind die Zwerge in der Schule und auch dort geht es munter weiter.

 

Vegane Kinderbücher8. In der mittlerweile vierteiligen Serie für Grundschulkinder „Erwin, König der Wüste – Ein Erdmännchen-Abenteuer“ (von Ian Whybrow, Fischer KJB 2013, 224 Seiten, 6,99 €, ISBN 978-3-596-81200-4, ab 8 Jahre) erzählt der ehemalige König der Erdmännchen seinen Schützlingen unten im Bau von der Welt da oben: von Wüstenuhus, Schakalen, Brumm-Brumms und Blah-Blahs (das sind die Menschen) und dass er einst auch König der Klick-Klicks (Menschen mit Kameras) war. Natürlich ist es der Autor, der Erwin aus diesem Blickwinkel auf die Menschenwelt schauen lässt, aber allein dass beide Sichtweisen nebeneinanderstehen (also auch die des Kameramanns), ist gut umgesetzt. Außerdem ist das Kinderbuch lustig und informativ – und selbst als Hörbuch großartig.

 

Vegane Kinderbücher9. „Viktor und der Wolf“ (von Hannes Klug, Rowohlt 2016, 192 Seiten, 9,99 €, ISBN 978-3-499-21746-3, ab 10 Jahre): Viktor ist ein einsamer Junge, der eines Tages auf einen verletzten Wolf trifft, um den er sich fortan kümmert. Als das Tier gefangen wird und eingeschläfert werden soll, setzt Viktor alles daran, das zu verhindern. Kenntnisreich und artgerecht wird der Wolf vom Autor als der gezeigt, der er ist: weder Kuscheltier noch Bestie, sondern einfach ein Wolf. Dazu gibt es diverse kinderbuchtypische Nebenhandlungen und auch der Kinder-Krimi-Anteil ist gesichert. Am Ende des Buches haben die kleinen Leser nicht nur viel erlebt, sondern auch viel gelernt.

 

Vegane Kinderbücher10. Kinder retten ein Schwein vor dem Schlachter – aber mit was für einer turbulenten und lustigen Vor-, Neben- und Hauptgeschichte: Ein Ferkel als Hauptgewinn und schon steht der Alltag Kopf. Die Familie zieht aufs Land, wo Schwein Rudi Platz zum Schnüffeln, Toben und Rennen hat. Dort entdeckt man sein Talent als Rennschwein, denn er ist ziemlich schnell. „Rennschwein Rudi Rüssel“ (von Uwe Timm, Hanser 2014, 144 Seiten, 9,99 €, ISBN 978-3-446-24518-1, ab 10 Jahre) ist auch als Film ein Klassiker.

 

Sigrid Tinz, Diplom-Geoökologin und Fachjournalistin