ProVeg Niederlande stellt sich vor

ProVeg Niederlande (von links nach rechts Nicoll Peracha, Pablo Moleman, Jesse Van Elzelingen und Veerle Vrindts)

Mit Aktionen wie der 30-Tage-Veggie-Challenge oder Kampagnen für pflanzliche Optionen in Imbissen schafft es ProVeg Niederlande, die vegan-vegetarische Bewegung anzutreiben. Um die Vielfalt weiter zu fördern, sind viele Projekte geplant. Lesen Sie mehr über die Entstehung von ProVeg Niederlande.

Veerle Vrindts gründete 2010 gemeinsam mit Pablo Moleman Viva Las Vega’s, eine überwiegend ehrenamtlich geführte Nichtregierungsorganisation in den Niederlanden, die sich wie ProVeg der Verbreitung der pflanzlichen Ernährungsweise verschrieben hat. Seit ihrem 11. Lebensjahr ernährt sich Veerle vegetarisch, seit 2008 lebt sie vegan. Inspiriert durch die Öffentlichkeitsarbeit von verschiedenen Organisationen, wie der niederländischen Tierschutzpartei Partij voor de Dieren, entschied Veerle, sich aktiv für den Veganismus einzusetzen. Seit 7 Jahren organisiert sie verschiedene Veggie-Veranstaltungen und hat beispielsweise die sehr erfolgreiche 30-Tage-Veggie-Challenge ins Leben gerufen.

Pablo Moleman wollte schon immer zu einer friedlicheren und gerechteren Welt beitragen. Bereits während seines Studiums beschäftigte er sich mit Umweltschutz, Tierrechten und weltweiter Armut. Aus diesem Grund setzt er sich heute für die Verbreitung der veganen Lebensweise ein. Pablo arbeitete zuvor im EU-Parlament als politischer Assistent für die Partij voor de Dieren und ist Mitbegründer von Viva Las Vega’s.

Nicoll Peracha arbeitete unter anderem für Ärzte ohne Grenzen, als Anwältin für bedürftige Menschen und als Projektmanagerin für den Kinderschutzdienst, bevor sie 2016 Teil von Viva Las Vega’s wurde. Heute kümmert sie sich bei ProVeg Niederlande um die Freiwilligenkoordination und organisiert unter anderem die VeggieWorld sowie die Wanderausstellung Vegxperience.

Wie wird der vegan-vegetarische Lebensstil in den Niederlanden wahrgenommen?

Veerle: Seit einigen Jahren boomt der Veggie-Lebensstil in den Niederlanden. Genau wie in Deutschland haben sich die Großstädte schnell an den Trend angepasst. Es gibt permanent mehr vegane Imbisse und Restaurants, immer mehr Promis ernähren sich pflanzlich und sogar in konventionellen Supermärkten sind komplett vegane Regale nicht länger die Ausnahme.

Ende 2017 wurde Viva Las Vega’s zu ProVeg. Was bedeutet das für euch?

Veerle: Viva Las Vega’s war schon immer eine wirkungsorientierte Organisation. Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Lebensmittelindustrie über die niederländischen Grenzen hinausreicht. Aus diesem Grund waren wir von Anfang an sehr daran interessiert, uns mit gleichgesinnten Organisationen zusammenzutun. Unser Ziel war, mit einer stärkeren Stimme aufzutreten und unseren Einfluss darauf, wie wir als Gesellschaft mit den Tieren und unserem Planeten umgehen, zu verstärken. Die meisten unserer Unterstützerinnen und Unterstützer befürworten die Umstellung zu einer internationalen Organisation. Es wird unsere Aufgabe sein, den Namen ProVeg in den Niederlanden zu einer bekannten und beliebten Marke zu machen und unsere Zielgruppe dafür zu begeistern, gemeinsam mit ProVeg die Welt zu verändern. Momentan arbeiten wir intensiv daran, unsere Kommunikationskanäle an ProVeg anzupassen. Im Dezember haben wir die erste internationale Kampagne als ProVeg gestartet und während der Veggie-World Winter Fair Ende 2017 haben wir die Namensänderung offiziell bekannt gegeben. Wir freuen uns darauf, den Erfolg der Veggie-Challenge, die in den letzten Jahren 25.000 Menschen dazu gebracht hat, ihre Ernährung zu ändern, in weitere ProVeg-Länder auszuweiten.

Was waren bisher ProVeg Niederlandes größte Erfolge?

Pablo: Wir haben schon viel erreicht. Beispielsweise haben wir eine Kampagne mit der Forderung geleitet, vegane Mayonnaise in Imbissen anzubieten. Noch vor einem Jahr war es geradezu unmöglich, Pommes mit veganer Mayo zu bestellen, heute gibt es sie in über Hundert Imbissen, auch in großen Ketten. Außerdem konnten wir in einer der führenden Kaffeeketten in den Niederlanden veganen Kuchen einführen. Unser größter Erfolg jedoch ist unsere Veggie-Challenge. Allein im letzten Jahr nahmen über 15.000 Menschen daran teil. Zusammen retten sie jährlich über 96.000 Tierleben. Und 2.500 Menschen leben auch nach Ende der Challenge weiterhin vegan!

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Woran arbeitet ihr aktuell?

Pablo: Momentan sind wir dabei, die Arbeit der Corporate-Outreach-Abteilung auszuweiten. Unter anderem arbeiten wir mit Lebensmittelherstellern daran, Eier in Salaten, Backwaren und Fleischalternativen komplett durch pflanzliche Produkte zu ersetzen.

Was kannst du uns in puncto veganes Essen in den Niederlanden empfehlen?

Nicoll: Obwohl veganes Essen in den Niederlanden nicht so sehr verbreitet ist wie in England oder Deutschland, gefällt mir dennoch die Vielfalt. Zu meinem Lieblingsessen zählt unter anderem chinesisches Essen von De Oude Plek in Rotterdam oder Yuan in Lelystad, aber auch das vegane Buffet bei Spirit in Rotterdam oder Amsterdam ist empfehlenswert. Außerdem sind Snacks zum Beispiel bei De Vegetarische Snackbar in Den Haag toll. Und natürlich Pommes mit veganer Mayo, die mittlerweile dank unserer Arbeit im ganzen Land zu finden sind!

Was wollt ihr mit ProVeg Niederlande langfristig erreichen?

Nicoll: ProVeg Niederlande hat zum Ziel, dass veganes Essen zum Hauptnahrungsmittel wird und die Menschen irgendwann nach Restaurants suchen müssen, die tierische Produkte anbieten. Der erste Schritt auf dieser Reise für ProVeg Niederlande ist meiner Meinung nach, die Organisation zur Anlaufstelle für alle Fragen zum Thema pflanzliche Ernährung zu machen. Außerdem werden wir überzeugende Kampagnen entwickeln, die zu einem schnellen und positiven Verhaltenswandel führen.

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Eileen Valy