Rapper mit Herz: Moses Pelham über Veganismus und sein neues Album

Schon als Kind hat Moses Pelham nicht verstanden, warum Tiere gegessen werden. Nachdem er sich 18 Jahre lang vegetarisch ernährt hat, stieg er vor über 3 Jahren auf eine rein pflanzliche Ernährungsweise um. Im Interview verrät uns der Musikproduzent spannende Geschichten über sein Leben als veganer Rapper.

Dein neues Album „Herz“ wurde im August 2017 veröffentlicht. Arbeitest du in deinen Texten auch deine vegane Ernährungsweise auf?

Das Album „Herz“ beschäftigt sich insgesamt mit Liebe, wie der Name schon andeutet. Ich öffne mich darauf so sehr, dass nahezu alle Aspekte meines Lebens irgendwie zum Tragen kommen. So gibt es auch ein paar Zeilen, die auf meine pflanzliche Ernährung und die damit einhergehende Einstellung Bezug nehmen. In meinem Song „Neubeginn“ heißt es beispielsweise: „Die nennen mich naiv, […] aber ich bin jetzt Veganer und kein bisschen aggressiv“ oder „Das Gute wird nur besser, wenn man es macht wo’s schwer is’ […], bis auch der letzte Schlachthof leer is’“ in „An alle Engel“

Du ernährst dich seit rund 20 Jahren vegan-vegetarisch. Warum?

Bei dem offensichtlichen, unfassbaren und ganz und gar unnötigen Leid und der fürchterlichen Ungerechtigkeit, die mit dem massenhaften Quälen und Abschlachten fühlender Lebewesen einhergeht, muss die Frage ja eigentlich lauten, wie es mir gelang, das so lange zu ignorieren. Die Antwort darauf lautet: Verdrängung. Ich habe immer wieder ein paar Tage lang kein Fleisch gegessen, dann wieder vergessen, was damit einhergeht und munter wieder Schnitzel gegessen, das ja überall verfügbar ist, als sei überhaupt nichts dabei. Der Austausch mit anderen Menschen, die wie ich fühlten, aber konsequenter mit der Sache umgingen, ermunterte mich schließlich, das einzig Richtige zu tun.

Inwieweit siehst du dich als Rapper als Vorbild und Inspiration für andere?

Ich glaube, dass wir alle nur uns selbst haben, um die Welt mehr zu dem Ort zu machen, den wir gern hätten. Jeder von uns legt mit seinem Verhalten Zeugnis ab und dient irgendwem als Orientierung. Das erstreckt sich meiner Meinung nach bei allen Menschen auf alle Bereiche unseres Lebens.

Greifst du gern auf pflanzliche Käse-, Fleisch- und Wurstalternativen zurück oder nutzt du eher unverarbeitete Produkte?

Ich nutze sowohl pflanzliche Käse-, Fleisch- und Wurstalternativen als auch unverarbeitete Produkte. Wenn ich genügend Zeit habe, bereite ich gern alles Mögliche mit gebratenem Tofu, Kartoffeln, Pasta, Spinat und Bohnen zu, liebe Risotto und Suppen, mache aber auch gern Burger. Wenn es schnell gehen muss, gibt es Brot mit Avocado und Kala Namak (Schwarzsalz) oder einer Wurstalternative. Da gibt es ja super Produkte.

Du bist als Musikproduzent viel unterwegs. Fällt es dir leicht, dich auf Reisen vegan zu ernähren?

Irgendwas Veganes findet man immer. Im Zweifel Pommes oder Nudeln mit Tomatensoße, Erdnüsse, Chips, Oreos oder Mannerschnitten. Alles überhaupt kein Problem, wenn man das will. Es macht natürlich auch Spaß, in einer fremden Stadt ein veganes Restaurant zu besuchen, wenn es die Zeit zulässt.

Du lebst in Frankfurt am Main. Welche veganen Hotspots kannst du dort empfehlen?

Das Savory, ein veganer Burger-Laden in Rödelheim: Mittwochs gibt es da Döner-Burger, die sehr gut schmecken. Die Pizzeria Schlaflos hat zwar nicht ausschließlich veganes Essen, aber es gibt dort ein riesiges Angebot an veganen Pizzen. Mein dritter Tipp ist das Vevay, ein vegan-vegetarisches Restaurant, in dem frische und gesunde Speisen serviert werden.

Vielen Dank, Moses Pelham, für das Gespräch.

 

  • Moses Pelham

    Herz
    Columbia 2017, 12 Tracks, 16,99 €

Tourtermine 2018:

05.04.2018: 20 Uhr Dortmund, FZW
06.04.2018: 20 Uhr Köln, Gloria-Theater
07.04.2018: 21 Uhr Berlin, Heimathafen Neukölln
09.04.2018: 20 Uhr Stuttgart, im Wizemann
10.04.2018: 20 Uhr Frankfurt, Batschkapp – ausverkauft
12.04.2018: 20 Uhr München, Technikum
13.04.2018: 20 Uhr Nürnberg, Hirsch
14.04.2018: 20 Uhr Dresden, Reithalle Strasse E
16.04.2018: 20 Uhr Frankfurt, Batschkapp – ausverkauft
18.04.2018: 20 Uhr Bremen, Modernes
19.04.2018: 20 Uhr Hamburg, Mojo-Club
20.04.2018: 20 Uhr Hannover, Capitol
26.04.2018: 20 Uhr Frankfurt, Batschkapp – Zusatztermin

Irina Vollmer

Autorin

Irina Vollmer

Master of Science in Public Health Nutrition