Zöliakie – Grundlagen der glutenfreien Ernährung

Zöliakie – Grundlagen der glutenfreien Ernährung Bildquelle: shutterstock.com / aboikis

Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) erklärt, was Glutenunverträglichkeit bedeutet, wer betroffen sein kann und wie die Therapie aussieht.

Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms. Sie beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem Klebereiweiß Gluten, welches vor allem in den Getreidearten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste und Hafer vorkommt.

Von Zöliakie kann jeder betroffen sein

Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten. Bei der Erkrankung spielen erbliche Faktoren eine wichtige Rolle. Ein geschwächtes Immunsystem, Infektionen und Umweltfaktoren können Zöliakie jedoch ebenfalls begünstigen. Die komplexen Zusammenhänge sind heute noch nicht abschließend erforscht. Bis vor Kurzem war die allgemeine Annahme, dass durchschnittlich etwa einer von 1.000 Menschen in Deutschland von Zöliakie betroffen ist. Neuere Untersuchungen haben aber gezeigt, dass jeder 250. Deutsche (etwa 0,4 %) das Klebereiweiß Gluten nicht verträgt.

Was passiert, wenn glutenhaltige Nahrung verzehrt wird?

Im Dünndarm wird die Nahrung in ihre Bestandteile zerlegt, die über die Dünndarmschleimhaut in den Körper gelangen. Bei Zöliakie-Betroffenen führt die Zufuhr von Gluten zu einer Entzündung der Darmschleimhaut. Dies hat zur Folge, dass nicht genügend Nährstoffe vom Körper aufgenommen werden und Mangelerscheinungen auftreten können.

Symptome der Zöliakie

Die Symptome sind sehr vielfältig. Durchfall ist das klassische Symptom einer Zöliakie. Aber auch Eisenmangel, Wesensveränderungen wie Unzufriedenheit oder Weinerlichkeit sowie stagnierendes Wachstum bei Kindern – oder in späteren Jahren Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Depressionen – sind mögliche Anzeichen für Zöliakie. Keine zwei Krankheitsverläufe gleichen einander. Aufgrund der vielfältigen Symptome wissen viele Betroffene nicht, dass sie an Zöliakie leiden.

Diagnose einer Zöliakie

Beim ersten Verdacht auf eine Zöliakie sollten vor Umstellung der Ernährung zunächst Antikörper aus dem Blut bestimmt werden. Hierbei sollten Gewebstransglutaminase- IgA- und / oder Endomysium- IgA-Antikörper untersucht werden beziehungsweise bei IgA-Mangel die zur IgG-Klasse gehörenden spezifischen Antikörper. Die endgültige Absicherung der Diagnose erfolgt durch eine endoskopische Dünndarmbiopsie. Auch diese muss vor Beginn einer glutenfreien Ernährung vorgenommen werden, um sichere Befunde zu erhalten.

Glutenfreie Ernährung als Therapie

Die einzige Therapie ist eine lebenslange glutenfreie Ernährung. Nur so kann sich der angegriffene Dünndarm erholen. Erneute Beschwerden sowie Folgekrankheiten von Zöliakie können damit vermieden werden. Das Klebereiweiß Gluten kommt vor allem in Getreide wie Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen, Gerste (Malz), Kamut und Hafer vor. Diese Getreidesorten sowie alle Lebensmittel, die sie enthalten (wie Brotsorten, Getreideflocken, Backwaren und Seitan), müssen Zöliakie-Betroffene meiden. Zweifel, ob ein Produkt Gluten enthält oder nicht, können durch einen Blick auf die Verpackung ausgeräumt werden.

Label bringt Sicherheit

Glutenfrei SiegelSeit November 2005 müssen glutenhaltige Produkte entsprechend gekennzeichnet sein. Viele glutenfreie Lebensmittel sind für Verbrauchende an dem speziellen Siegel erkennbar: einer durchgestrichenen Ähre. Dies erleichtert die glutenfreie Ernährung. Die Deutsche Zöliakie-Gesellschaft (DZG) führt dieses Glutenfrei-Symbol als eingetragenes Warenzeichen in Deutschland und vergibt es an nationale Herstellerbetriebe und Vertriebe glutenfreier Lebensmittel. Bevor ein Lizenzvertrag abgeschlossen werden kann, ist eine Gluten-Analyse der betreffenden Produkte erforderlich.

Glutenfreie Ernährung mit glutenfreien Lebensmitteln

Für Zöliakie-Betroffene stehen anstelle glutenhaltiger Lebensmittel Mais, Reis, Hirse, Soja, Amarant, Erdmandel, Esskastanie, Quinoa, Teff oder Buchweizen auf dem Speiseplan. In den Regalen fast aller Supermärkte findet man ein großes Sortiment glutenfreier Produkte und Spezialitäten: von einfachen Backwaren über Reisbier bis hin zu Fertiggerichten. Das vielfältige Angebot an glutenfreien Produkten hält für jeden Gaumen etwas bereit, steht herkömmlichen Produkten geschmacklich in nichts nach und ermöglicht eine glutenfreie Ernährung.

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Fazit

Was auf den ersten Blick als eine große Beeinträchtigung erscheint, bedeutet für die meisten Betroffenen nach einer ersten Umstellungsphase in der Regel eine große Erleichterung. Bereits wenige Wochen oder Monate nach der Ernährungsumstellung geht es ihnen besser, die Beschwerden verschwinden.

Sofia Beisel, DZG – Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e. V.