Rheumatoide Arthritis: Vegane Ernährung kann positiv wirken

Rheumatoide Arthritis: vegane Ernährung kann positiv wirken Bildquelle: PathDoc / shutterstock.com

Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine entzündliche Gelenkerkrankung. Eine vegetarisch-vegane Ernährung kann den Verlauf der rheumatoiden Arthritis positiv beeinflussen.

Häufigkeit der rheumatoiden Arthritis

In Deutschland leiden schätzungsweise 0,5-1 % der Bevölkerung an der entzündlichen Gelenkerkrankung. Besonders Frauen sind davon betroffen. Die rheumatoide Arthritis ist mit starken Schmerzen, insbesondere in Händen und Fingern, verbunden und kann langfristig zu Bewegungseinschränkungen und Gelenkschäden führen.

Entstehung der rheumatoiden Arthritis

Für die Entstehung der rheumatoiden Arthritis sind genetisch bedingte Autoimmunreaktionen verantwortlich, möglicherweise auch Lebensmittelallergien oder -intoleranzen. Die Gelenkschmerzen werden durch sogenannte Entzündungsmediatoren verursacht.

Entzündungsmediatoren sind Stoffe, die im Körper gebildet werden und Entzündungsreaktionen einleiten oder aufrechterhalten. Eine wichtige Ausgangssubstanz der Entzündungsmediatoren ist die Arachidonsäure, eine langkettige Omega-6-Fettsäure, die besonders in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Ei vorkommt.

Prävention und Therapie der rheumatoiden Arthritis

Zur Häufigkeit der rheumatoiden Arthritis bei Vegetariern und Veganern liegen keine Daten vor. Eine vegetarisch-vegane Kost, teilweise mit vorherigem Fasten, führte jedoch in verschiedenen Studien zu einer Linderung der Krankheitssymptome der rheumatoiden Arthritis.1,2

Die positive Wirkung vegetarischer Kostformen wird vor allem auf die geringere Aufnahme von Arachidonsäure sowie die reichliche Zufuhr von antioxidativen Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen aus Obst und Gemüse zurückgeführt. Diese Substanzen wirken der Bildung aggressiver Sauerstoffradikale entgegen, die bei rheumatoider Arthritis in erhöhtem Maße entstehen.

Zusammenhänge zwischen rheumatoider Arthritis und Lebensmittelintoleranzen sind wissenschaftlich nicht bestätigt. Es treten jedoch häufig Besserungen beim Meiden von Genussmitteln (Alkohol, Kaffee, Tee, Nikotin), Fleisch, Wurst, Zucker, Weißmehl- und Milchprodukten auf.3

Fazit

  • Eine vegetarisch-vegane Ernährung kann den Verlauf der rheumatoiden Arthritis positiv beeinflussen.
  • Wichtigster Faktor ist das Meiden von Fleisch und Fisch und die damit verbundene geringere Zufuhr von Arachidonsäure.
  • Auch die bessere Versorgung mit Antioxidantien dürfte das Risiko für rheumatoide Arthritis bei vegetarisch-vegan lebenden Menschen verringern.

Literatur

1 Müller H, de Toledo FW, Resch KL (2001): Fasting followed by vegetarian diet in patients with rheumatoid arthritis: a systematic review. Scand J Rheumatol 30 (1), 1-10

2 McDougall J, Bruce B, Spiller G, Westerdahl J, McDougall M (2002): Effects of a very low-fat, vegan diet in subjects with rheumatoid arthritis. J Altern Complement Med 8 (1), 71-5

3 Kasper H (2009): Ernährungsmedizin und Diätetik. Urban & Fischer, München, 11. Aufl., S. 420