Gicht: vegetarisch-vegane Ernährung hilft vorbeugend

Gicht: vegetarisch-vegane Ernährung hilft vorbeugend Bildquelle: Hriana / shutterstock.com

Ein stark erhöhter Harnsäurespiegel wird als Hyperurikämie bezeichnet. Das klinische Erscheinungsbild der Hyperurikämie ist die Gicht, die häufigste Form rheumatischer Gelenkerkrankungen.

Entstehung von Gicht

Während die Gicht in früheren Jahrhunderten eine Krankheit der Reichen war, wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer typischen Wohlstandserkrankung der breiten Bevölkerung. Die Ursache von Gicht sind Störungen des Purinstoffwechsels. Purine sind Stickstoffverbindungen, die ein wichtiger Bestandteil der DNA von Menschen, Tieren und Pflanzen sind. Sie werden im menschlichen Organismus zu Harnsäure abgebaut. Bei einer Hyperurikämie bilden sich Harnsäurekristalle, die sich an verschiedenen Körperstellen, vor allem in Gelenken, ablagern und entzünden können. Durch Nahrungs- und Alkoholexzesse können akute Gichtanfälle mit starken Gelenkschmerzen entstehen.

Prävention und Therapie von Gicht

Die purinreichsten Lebensmittel sind Fleisch, Wurst, Fisch und andere Meerestiere. Für die Therapie sind ein geringerer Verzehr dieser Nahrungsmittel sowie ein eingeschränkter Alkoholkonsum entscheidend. In Deutschland stammen etwa 60 % der aufgenommenen Purine aus Fleisch.1 Bei pflanzlichen Lebensmitteln sollten besonders Hülsenfrüchte gemieden bzw. nur in moderaten Mengen verzehrt werden.

Männer sind bis zu zehnmal häufiger von Hyperurikämie betroffen als Frauen. In einer Studie mit über 47.000 Männern erhöhte sich das Gichtrisiko mit steigendem Konsum von Fleisch und Meerestieren. Der Verzehr von purinreichen Gemüsearten hatte keinen Einfluss auf das Gichtrisiko.2

In der Berliner Vegetarierstudie wurden bei vegetarisch lebenden Menschen niedrigere Blutkonzentrationen an Harnsäure festgestellt als bei Nichtvegetariern, was ein geringeres Auftreten von Gicht zur Folge hatte.3

Fazit

Eine vegetarisch-vegane Kost ist purinärmer als Mischkost und somit gut zur Prävention von Hyperurikämie und Gicht geeignet. Außerdem wird einem hohen Fettverzehr und damit der Entstehung von Übergewicht als weiterem Risikofaktor der Hyperurikämie vorgebeugt. Auch proteinreiche vegetarisch-vegane Fleischalternativen sind für eine purinarme Kost geeignet, da sie deutlich weniger Purine enthalten als Fleisch. Dies gilt besonders für Produkte auf der Basis von Weizenprotein oder einer Mischung von Weizen- und Sojaprotein.4

Literatur

1 Leitzmann C, Müller C, Michel P, Brehme U et al. (2009): Ernährung in Prävention und Therapie, 569 S. Hippokrates, Stuttgart, 3. Aufl., S. 444

2 Choi HK, Atkinson K, Karlson EW, Willett W, Curhan G (2004): Purine-rich foods, dairy and protein intake, and the risk of gout in men. N Engl J Med 350 (11), 1093-103

3 Rottka H, Thefeld W (1984): Gesundheit und vegetarische Ernährungsweise. Akt Ernährungsmed 9 (6), 209-16

4 Havlik J, Plachy V, Fernandez J, Rada V (2010): Dietary purines in vegetarian meat analogues.J Sci Food Agric 90 (14), 2352-7