Veganer Honig: Die 10 besten Alternativen zu Honig

Veganer Honig: Die 10 besten Alternativen zu Honig Bildquelle: AleksandrJunaev / shutterstock.com

Vegane Honig-Alternativen bieten ökologische und ethische Vorteile und sind in den meisten Supermärkten erhältlich. Für die Gesundheit ist nicht das Süßungsmittel, sondern die Menge entscheidend.

Honig – ökologisch und ethisch problematisch

Viele Menschen mögen den lieblichen, fein-süßen Geschmack von Honig. Dennoch steigt die Nachfrage nach pflanzlichen Alternativen. Bei vielen Verbrauchern steigt das Bewusstsein dafür, dass die Honigproduktion negative ökologische Folgen mit sich zieht und auch aus tierethischer Sicht äußerst kritisch ist. Vor allem vegan lebende Menschen entscheiden sich deshalb dafür, keinen Honig zu verzehren und stattdessen Honigersatz zu verwenden. Zumal Honig ohnehin ein von Tieren hergestelltes Erzeugnis und daher nicht vegan ist.

Nachfrage nach Honig kann nur durch Importe gedeckt werden

Laut dem Landwirtschaftsministerium liegt der bundesweite Pro-Kopf-Verzehr an Honig mit über einem Kilogramm pro Jahr weltweit an der Spitze. Das hat allerdings auch zur Folge, dass der lokale Markt die Nachfrage nicht decken kann. So stammen etwa 80 % aus Importen, meist aus Lateinamerika, Spanien, Bulgarien und China, und nicht von biozertifizierten Imkern aus Deutschland.

Bienen sammeln Ausscheidungen von Pflanzenläusen

Die Honigsorten werden in Blüten- und Waldhonig unterschieden. Für den Blütenhonig sammeln die Bienen den Blütennektar von Obst- und Gemüseblüten, aber auch von Raps oder Sonnenblumen. Diese Honigsorten sind eher hell und mild. Beim Waldhonig sammeln die Bienen die zuckerhaltigen Ausscheidungen von Pflanzenläusen, den sogenannten Honigtau. Diese Honigsorten sind eher dunkel und haben einen kräftigen, leicht herben Geschmack.

Honig gehört in die Kategorie „Zucker“

Als Süßungsmittel suggeriert Honig eine besondere Natürlichkeit und wird gern als gesunde Alternative zu Zucker angepriesen. Dabei weist Honig gegenüber Zucker keine gesundheitlichen Vorteile auf. Honig besteht hauptsächlich aus Glukose und Fruktose und ist daher in die Kategorie „Zucker“ einzustufen. Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren kommen nur in geringen Mengen vor, sodass ihnen keine ernährungsphysiologische Bedeutung zugemessen werden kann. Die in der Volksheilkunde nachgesagte therapeutische Wirkung ist zudem umstritten. Außerdem wirkt Honig aufgrund seiner Klebrigkeit sogar noch Karies auslösender als Haushaltszucker.

Hoher Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln begünstigt Krankheiten

Ein hoher Zuckerkonsum – egal ob Honig oder Haushaltszucker – erhöht das Risiko zahlreicher Krankheiten. Neben dem Risiko für Karies fallen darunter auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht, was wiederum die Entstehung von Diabetes begünstigt. Laut dem statistischen Bundesamt hat mittlerweile jeder zweite Erwachsene in Deutschland Übergewicht. Dies ist nicht zuletzt dem hohen Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln geschuldet, welcher vollkommen unbewusst jeden Tag in großen Mengen aufgenommen wird. Honig wird vor allem in Lebensmitteln wie Cornflakes, Gebäck, Müsliriegeln, Bonbons und Soßen als Süßungsmittel eingesetzt.

Maximal 6 Teelöffel Zucker pro Tag

In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker bei 90–100 Gramm pro Tag. „Zu viel“, sagt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese hat nun eine Empfehlung ausgesprochen, maximal 5–10 % der täglichen Kalorien in Form von Zucker zu sich zu nehmen. Das wären etwa 25 Gramm Zucker, also 6 Teelöffel für einen Erwachsenen. Für Kinder wären demnach maximal 3 Teelöffel erlaubt.

Aufgenommene Zuckermenge wird oft unterschätzt

Zucker wird in erster Linie über industriell hergestellte Getränke, Backwaren, Brotaufstriche und Milchprodukte aufgenommen. Vor allem Fertiggerichte und Softdrinks wie Limonaden, Eistees und Energydrinks enthalten große Zuckermengen. Dadurch ist jedoch den wenigsten bewusst, welche Mengen sie tatsächlich zu sich nehmen. Sogar Krankenkassen fordern die Bundesregierung mittlerweile auf, etwas gegen den steigenden Zuckerkonsum zu unternehmen.

Süßstoffe und kalorienarme Süßungsmittel

Kalorienarme Süßungsmittel stellen nur bedingt eine Alternative zu Zucker und Honig dar. Aktuell sind laut EU-Lebensmittelrecht 9 Süßstoffe zugelassen, darunter Aspartam, Cyclamat und Saccharin. Sie besitzen eine 30- bis 3.000-mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker und gelten laut aktuellen Studien in verzehrüblichen Mengen als gesundheitlich unbedenklich. Allerdings mögen viele Konsumenten den Geschmack künstlicher Süßstoffe nicht und empfinden ihn als bitter und metallisch. Außerdem wird vermutet, dass sie Appetit anregend wirken, was sich wiederum negativ auf die Übergewichtsproblematik auswirken würde. Bei übermäßigem Verzehr können sie darüber hinaus abführend wirken.

Zuckeraustauschstoffe haben Vor- und Nachteile

Kalorienarme Zuckeraustauschstoffe wie Xylit oder Stevia werden gern als Alternative zu Zucker verwendet. Xylit wird häufig unter dem Namen „Birkenzucker“ verkauft. Der Kaloriengehalt von Xylit ist etwa 40 % geringer als bei Haushaltszucker. Er wirkt sich positiv auf die Zahngesundheit aus und ist auch für Diabetiker geeignet. Bei übermäßigem Verzehr kann jedoch eine abführende Wirkung auftreten.

Stevia ist bis zu 300-mal süßer als Zucker und hat fast keine Kalorien. Es wird aus der Pflanze „Stevia rebaudiana“ gewonnen und schmeckt nach Lakritz. Stevia ist ebenfalls für Diabetiker geeignet, steht allerdings auch im Verdacht, Appetit anregend zu wirken. Für die tägliche Aufnahme von Stevia wurde zudem ein Grenzwert von 4 Milligramm pro Körpergewicht erlassen.

Hoher Fruktose-Konsum kann Krankheiten begünstigen

In vielen Produkten wird außerdem reine Fruktose (Fruchtzucker) anstelle von Haushaltszucker verwendet. Fruktose hat die höchste Süßkraft der natürlichen Süßungsmittel. Sie findet sich in Früchten und ist Bestandteil von Haushaltszucker und Honig. Auch der beliebte pflanzliche Honigersatz aus der Agave besteht hauptsächlich aus Fruktose. Allerdings erhöht der Verzehr größerer Mengen Fruktose den Cholesterinspiegel und kann Unverträglichkeiten begünstigen. Im schlimmsten Fall kann ein hoher Verzehr von Fruktose sogar zu einer Leberzirrhose (Fettleber) führen, eine Erkrankung, die häufig auch bei Alkoholikern beobachtet wird.

Fazit: Süßungsmittel und Gesundheit

Welches Süßungsmittel ist also das gesündeste? Die Antwort lautet in diesem Fall: Die Dosis macht das Gift! Zucker sowie Lebensmittel und Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten gesüßt sind, sollten nur gelegentlich und in Maßen verzehrt werden. Das bestätigt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Bei der Wahl sollten neben den persönlichen Geschmacksvorlieben vor allem auch die ökologischen und ethischen Folgen der verschiedenen Zuckerarten berücksichtigt werden.

Honig vegan: Die 10 besten Alternativen zu Honig

Wer aus ökologischen und/oder ethischen Gründen keinen Honig verwenden möchte, dem stehen zahlreiche pflanzliche Alternativen zur Verfügung. Mittlerweile gibt es veganen Honigersatz in den meisten Supermärkten.

Agavensirup

Agavensirup oder auch Agavendicksaft wird aus dem Saft der Agave gewonnen. Er ist vergleichbar mit flüssigem Honig, jedoch etwas süßer. Agavensirup ist wohl der beliebteste und bekannteste vegane Honigersatz und mittlerweile in den meisten Supermärkten erhältlich. Der Sirup hat einen relativ neutralen, milden Geschmack und eignet sich für alle Lebensmittel, in denen auch Honig Verwendung findet, wie Tees, Smoothies, Müsli, Desserts, Backwaren und Salatsoßen.

Agavencreme

Agavencreme wird ebenfalls aus dem Saft der Agave gewonnen. Durch die Zugabe von Inulin, einem löslichen Ballaststoff, der in Pflanzen vorkommt, entsteht eine dickflüssige Masse, die vergleichbar mit cremigem Honig ist. Der Honigersatz ist daher ideal als Brotaufstrich, kann aber auch als Süßungsmittel wie Agavensirup verwendet werden. Erhältlich ist die Creme bisher nur in Biomärkten, Reformhäusern und Onlineshops.

Löwenzahnhonig

Veganer Löwenzahnblütenhonig lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Geschmack und Konsistenz erinnern stark an Honig. Der einzige Nachteil ist, dass man die Blütezeit des Löwenzahns abwarten muss, welche von April bis Juni ist. Im Handel ist veganer Löwenzahnblütenhonig bei vegablum.de erhältlich.

  • Veganen Honig kaufen

    Vonig ist die vegane Alternative zum Honig. Er hat die Konsistenz von Honig und wird zudem noch in verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten.

Ahornsirup

Ahornsirup wird aus dem Baum des Zucker-Ahorns gewonnen. Er ist hauptsächlich in Kanada und den nördlichen Bundesstaaten der USA ein beliebtes Süßungsmittel. Aber auch in Deutschland ist er mittlerweile sehr gefragt und in den meisten Supermärkten erhältlich. Ahornsirup findet vor allem als Süßungsmittel für Pancakes (Pfannkuchen) Verwendung, kann aber auch zum Verfeinern von Tees, Smoothies, Müsli, Desserts, Backwaren und Salatsoßen genutzt werden. Die Einteilung von Ahornsirup erfolgt in verschiedenen Qualitätsstufen. In Deutschland wird hauptsächlich der relativ helle und besonders milde Grad A verkauft. Grad B hingegen ist deutlich dunkler und sehr aromatisch. Grad C ist bernsteinfarben und hat einen ausgeprägten Eigengeschmack.

Birnendicksaft

Birnendicksaft wird aus eingedicktem Birnensaft hergestellt. Er hat einen fruchtig-süßen Eigengeschmack und eignet sich daher gut zum Süßen von Tees, Smoothies, Müsli und Desserts. Außerdem kann er auch zum Kochen, Backen und als Brotaufstrich verwendet werden. Birnendicksaft ist in Biomärkten und Reformhäusern sowie in einigen Supermärkten erhältlich.

Apfelsüße

Die helle, sirupartige Apfelsüße wird aus Äpfeln gewonnen und schonend eingekocht. Sie besitzt eine fruchtig-milde Süße und ist besonders gut löslich. Der vegane Honigersatz eignet sich zum Süßen von Tees, Smoothies, Müsli und Desserts. Außerdem kann er auch zum Kochen und Backen verwendet werden. Apfelsüße ist in Biomärkten, Reformhäusern und Onlineshops erhältlich.

Zuckerrübensirup

Zuckerrübensirup wird aus dem Saft der Zuckerrübe gewonnen. Er hat eine zähe, streichfähige Konsistenz, was ihn ideal als Brotaufstrich macht. Besonders beliebt ist der Honigersatz als Süßungsmittel für Pancakes (Pfannkuchen) und Waffeln. Er eignet sich aber auch generell zum Backen und Kochen und verleiht Speisen einen besonderen herb-süßen Geschmack. Erhältlich ist Zuckerrübensirup in den meisten Supermärkten, Biomärkten und Reformhäusern.

Kokosblütensirup

Kokosblütensirup wird aus den Blüten der Kokospalme gewonnen. Er schmeckt angenehm mild und ist ideal für Desserts, Cocktails, Tees, Salatdressings, Soßen oder Smoothies. Kokosblütensirup ist in Biomärkten, Reformhäusern und teilweise auch in Supermärkten erhältlich.

Heller Sirup

Heller Sirup besteht hauptsächlich aus Invertzucker (eine Mischung aus Frucht- und Traubenzucker) und Saccharose und wird meist aus Zuckerrüben gewonnen. Aussehen und Konsistenz erinnern sehr an Honig und daher eignet sich der Honigersatz ideal als Brotaufstrich. Mit der leichten Karamellnote lassen sich süße und herzhafte Speisen verfeinern, besonders beliebt ist der Einsatz beim Backen. Erhältlich ist der Sirup in den meisten Supermärkten und Onlineshops.

Reissirup

Reissirup oder auch Reishonig ist ein beliebter Honigersatz aus dem asiatischen Raum. Reissirup ist weniger süß als Honig oder Haushaltszucker, besitzt aber eine leichte Karamellnote. Da er keine Fruktose (Fruchtzucker) enthält, ist er sehr gut geeignet für Menschen, die unter einer Fruktoseintoleranz (Fruchtzuckerunverträglichkeit) leiden. Reissirup eignet sich als Brotaufstrich und zum Verfeinern von warmen und kalten Speisen und Getränken. Er ist in Biomärkten, Reformhäusern und Onlineshops erhältlich.

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Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

Autorin

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

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