Vegane Süßigkeiten: 10 Alternativen zu unveganen Süßigkeiten

Vegane Süßigkeiten: 10 Alternativen zu unveganen Süßigkeiten Bildquelle: Vorobyeva / shutterstock.com

Vegan naschen liegt im Trend. Immer mehr Supermärkte füllen ihre Regale mit veganen Süßigkeiten und bieten pflanzliche Alternativen zu Vollmilchschokolade, Gummibärchen und Co. an.

Ob Schokolade, Gummibärchen oder Chips – auch vegetarisch und vegan lebende Menschen naschen gern. Gerade Veganer können auf ein deutlich größeres Angebot zurückgreifen als häufig angenommen. Zahlreiche Produkte der Süßwarenabteilung sind ohnehin vegan. Zudem werden immer mehr Süßwarenklassiker bewusst ohne Milch, Ei oder Gelatine produziert.

Vegane Schokolade immer beliebter

Vor einigen Jahren waren lediglich die meisten Zartbitterschokoladen für Veganer geeignet. Mittlerweile erstreckt sich das vegane Schokoladensortiment von Reismilchschokolade über Nuss-Nougat bis hin zu weißer Schokolade. Viele vegane Schokoladenprodukte haben es damit in die Regale der großen Supermarktketten geschafft, denn auch hier wird erkannt: Vegan naschen liegt im Trend.

Zutaten bei Süßigkeiten führen zu Verunsicherungen

Das Erkennen von veganen und unveganen Süßigkeiten stellt jedoch auch erfahrene Vegetarier und Veganer immer wieder vor neue Herausforderungen. So führen Zutaten wie Milchsäure und Kakaobutter zu großer Verunsicherung und es wird sogar hinterfragt, ob weißer Zucker überhaupt vegan ist. Zucker soll angeblich mit Tierkohle entfärbt werden. Deutsche Raffinerien haben jedoch bestätigt, dass dies nicht der Fall ist.


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MACH ES OHNE – Versteckte tierische Inhaltsstoffe erkennen

In zahlreichen Lebensmitteln verbergen sich tierische Inhaltsstoffe. Der tierische Ursprung der Zutaten ist nicht immer gleich zu erkennen. MACH ES OHNE informiert und stellt vegane Optionen vor.

Zutaten können pflanzlichen oder tierischen Ursprung haben

Kakaobutter ist ein rein pflanzliches Produkt. Sie besteht aus dem Fett der Kakaobohne und hat nichts mit der aus Kuhmilch gewonnenen Butter zu tun. Allerdings ist Butterreinfett, welches in vielen Süßigkeiten enthalten ist, nicht vegan, da es aus Butter gewonnen wird. Der Begriff „Milchsäure“ ist zunächst sehr irreführend, denn Milchsäure ist nicht ausschließlich in Tiermilch enthalten. Sie entsteht beim sogenannten Vergärungsprozess, wenn Bakterien Zucker abbauen. Aus diesem Grund enthält zum Beispiel auch Sauerkraut von Natur aus Milchsäure. Sie kann also vegan sein, was sie in den meisten Fällen auch ist.

Mono- und Diglyceride sind meistens vegan

Bezeichnungen wie „Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren“ sorgen ebenfalls für Verunsicherung, da vor allem die Herkunft der Fettsäuren in Frage gestellt wird. Mono- und Diglyceride werden als Emulgatoren in Süßwaren eingesetzt, sie erzeugen also aus einer öligen und einer wässrigen Komponente eine homogene Masse. Die Fettsäuren und Glycerine, aus denen sie gewonnen werden, haben in der Regel einen pflanzlichen Ursprung und können daher auch in veganen Süßigkeiten Verwendung finden.

Logo V-Label

V-Label – Siegel für vegetarische und vegane Produkte

Wenn die Zutatenliste nicht eindeutig ist, sorgt das V-Label für Transparenz. Das vom VEBU vergebene Siegel kennzeichnet verlässlich, welche Produkte vegetarisch oder vegan sind.

Gesundheitliche Gefahren durch steigenden Zuckerkonsum

Bei all der Nascherei sollten aber auch die gesundheitlichen Aspekte nicht in den Hintergrund geraten. Der Film „Voll verzuckert – That Sugar Film“ zeigt den Selbstversuch von Damon Gameau. Er untersucht in seinem Dokumentarfilm die Auswirkungen von übermäßigem Zuckerkonsum auf seinen Körper. Dafür isst er 2 Monate lang jeden Tag 40 Teelöffel Zucker – die Menge, die ein durchschnittlicher Bundesbürger pro Kopf verzehrt. Aber nicht in erster Linie in Form von Fast Food und Süßigkeiten, sondern vorwiegend mit vermeintlich gesunden Lebensmitteln wie fettarmem Joghurt, industriellen Frühstücksflocken oder Saft. Die Entwicklung seines Körpers ist alarmierend. So wuchs sein Bauchumfang um 10 cm, sein Körperfettanteil stieg um 7 % und seine Leber- und Blutfettwerte verschlechterten sich. Eine Fortführung des Experiments hätte zu einer Fettleber, Insulinresistenz oder Diabetes führen können. Allerdings handelt es sich bei solchen „Experimenten“ nicht um ein allgemeingültiges Forschungsvorhaben, sondern letztlich um Entertainment.

Hoher Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln begünstigt Krankheiten

Der aktuelle Stand der Wissenschaft bestätigt, dass ein hoher Zuckerkonsum das Risiko zahlreicher Krankheiten erhöht. Neben dem Risiko für Karies fallen darunter auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht, was wiederum die Entstehung von Diabetes begünstigt. Laut dem statistischen Bundesamt hat mittlerweile jeder zweite Erwachsene in Deutschland Übergewicht. Dies ist nicht zuletzt dem hohen Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln geschuldet, welcher häufig vollkommen unbewusst jeden Tag in großen Mengen aufgenommen wird.

Offizielle Empfehlungen zum Zuckerkonsum

Es gibt klare ernährungswissenschaftliche Empfehlungen was den Zuckerkonsum betrifft. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Zucker und Lebensmittel beziehungsweise Getränke, die mit verschiedenen Zuckerarten wie Honig oder Sirup hergestellt wurden, nur selten zu konsumieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird noch konkreter und empfiehlt, maximal 6 Teelöffel Zucker pro Tag zu sich zu nehmen.

  • Vegane Ernährungspyramide für die Praxis

    Die wissenschaftlich fundierte vegane Ernährungspyramide des VEBU hilft Veganern dabei, die Empfehlungen für eine gesundheitsfördernde vegane Ernährungsweise in die Praxis umzusetzen.

10 vegane Alternativen zu unveganen Süßigkeiten

Wer hin und wieder Süßigkeiten naschen will, kann das bei einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung guten Gewissens tun. Der Vorteil von veganen Süßigkeiten liegt dabei klar auf der Hand. Der Zuckergehalt ist zwar in der Regel derselbe wie in unveganen Süßigkeiten, aus ökologischer oder ethischer Sicht stellen vegane Schokolade, Gummibärchen und Co. aber die bessere Wahl dar. Es stehen zahlreiche pflanzliche Alternativen zur Verfügung.

Vegane Schokolade

Zartbitterschokolade mit bis zu 99 % Kakaoanteil ist in der Regel vegan. Vegane Schokolade ist darüber hinaus in diversen weiteren Sorten erhältlich: von veganer Vollmilchschokolade über vegane Nuss-Nougat-Schokolade bis hin zu veganer weißer Schokolade. Auch rein pflanzliche Alternativen mit ganzen Nüssen, Crisps, Kokosflocken, Rosinen oder anderen Trockenfrüchten sind vorhanden. Ausgefallene Kreationen mit Cappuccino, gesalzenen Erdnüssen oder Matcha-Tee sind ebenfalls erhältlich. Die Grundlage von veganer Schokolade ist meist Zucker, Kakao und Kakaobutter – wie bei jeder anderen Schokolade. Für die cremige Konsistenz wird meist noch Lupinenmehl oder Sojaprotein hinzugefügt. Erhältlich ist vegane Schokolade in Supermärkten und Drogeriemärkten sowie in Reformhäusern und Biomärkten. Eine besonders große Auswahl bieten vegane Supermärkte und Onlineshops.

Vegane Trüffel und Pralinen

Die Auswahl an veganer Confiserie ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Von veganen Nougatpralinen über roh-vegane Dattel-Nuss-Kugeln bis hin zu veganen Champagne-Trüffeln werden auch für besondere Anlässe rein pflanzliche Alternativen geboten. Die Basis besteht in der Regel aus Zucker, Kakao und Kakaobutter und wird meist mit Nussmus oder Kokosöl verfeinert. Vegane Pralinen und Trüffel sind in erster Linie in Reformhäusern und Biomärkten erhältlich. Eine besonders große Auswahl findet man in veganen Supermärkten und Onlineshops.

Vegane Riegel

Vegane Riegel sind der perfekte Begleiter für unterwegs. Ob Müsliriegel, klassische Schokoladenriegel oder gesunde Rohkost-Snacks – hier ist für jeden die passende vegane Süßigkeit dabei. Sogar bekannte Marken sind in rein pflanzlichen Versionen erhältlich. Die Grundlage der veganen Schokoladenriegel ist in der Regel Reismilchschokolade, die mit Karamell oder Nougat verfeinert wird. Vegane Riegel sind in den meisten Supermärkten verfügbar. Eine besonders große Auswahl findet man in Reformhäusern und Biomärkten sowie in veganen Supermärkten und Onlineshops.

Veganes Fruchtgummi und Lakritz

Eine Zutat, die meist ganz vorn in der Zutatenliste von Fruchtgummi und Lakritz steht, ist Gelatine. Gelatine ist nicht vegetarisch oder vegan, da sie aus Häuten und Knochen von toten Tieren gewonnen wird. Das finden viele Konsumenten abstoßend und fordern zunehmend rein vegane Bindemittel und Geliermittel. Daher verwenden immer mehr Hersteller pflanzliche Geliermittel wie Agar-Agar anstelle von Gelatine. Dieses wird aus getrockneten Meeresalgen gewonnen und enthält reichlich Ballast- und Mineralstoffe. Gleichzeitig ist der vegane Gelatine-Ersatz nahezu kalorienfrei und geschmacksneutral. Häufig werden vegane Gummibärchen aus Fruchtsaft hergestellt. Vegane Fruchtgummis und Lakritze sind in den meisten Supermärkten und Drogeriemärkten erhältlich und oftmals mit dem V-Label gekennzeichnet. Eine besonders große Auswahl bieten Reformhäuser und Biomärkte sowie vegane Supermärkte und Onlineshops.

Vegane Marshmallows

Vegane Marshmallows werden wie das Original auf der Basis von Zucker und Wasser hergestellt. Anstelle von Gelatine wird das Verdickungsmittel Carrageen oder Agar-Agar genutzt. Die Schaumzuckerspezialität aus den USA wird auch in Deutschland immer beliebter und oft als fluffige Zugabe zum Kakao verwendet oder am Lagerfeuer genascht. Vegane Marshmallows sind in ausgewählten Supermärkten sowie Biomärkten und Reformhäusern erhältlich. In veganen Supermärkten und Onlineshops finden sich zudem verschiedene Sorten wie Original, Vanille oder Erdbeere.

Vegane Chips

Kartoffelchips sind grundsätzlich vegan, da sie eigentlich nur aus Kartoffeln, Pflanzenfett und Gewürzen bestehen. Allerdings wird je nach Sorte und Hersteller Milchpulver, Käsepulver oder auch Kälberlab hinzugefügt. Klassiker wie Paprikachips oder Nachos (Tortilla-Chips) kommen in der Regel ohne diese Zusätze aus. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich jedoch meist. Teilweise versteckt sich hinter Gewürzmischungen nämlich auch Wild – ohne dass das auf der Verpackung vermerkt ist. Solche Chips, aber auch Chips mit Bacon (Schinken) sind nicht einmal vegetarisch. Viele Hersteller kennzeichnen ihre Produkte mittlerweile mit dem Hinweis „vegetarisch“ oder „vegan“ oder sie verwenden das V-Label. Vegane Chips sind in allen Supermärkten und Discountern erhältlich. Wer gern Bioqualität oder ausgefallenere Sorten wie Rote-Bete- oder Kochbananen-Chips kaufen möchte, wird in Reformhäusern und Biomärkten sowie in veganen Supermärkten und Onlineshops fündig, aber auch immer mehr Supermärkte führen entsprechende Bioangebote.

Rezept für Grünkohlchips, auch Kale-Chips genannt, sind ein besonderer Knabber-Trend aus den USA. Diese Chips lassen sich ganz einfach selbst machen und stellen eine gesunde Alternative zu Kartoffelchips dar.

Vegane Kekse

Supermärkte bieten eine Vielzahl an veganen Keksen. Eine Besonderheit halten hier Reformhäuser und Biomärkte sowie vegane Supermärkte und Onlineshops bereit: Sie bieten den allseits beliebten Doppelkeks in den verschiedensten Geschmacksrichtungen an: Von Kakao über Vanille bis hin zu Erdbeere und Orange. Vegane Kekse lassen sich auch ganz einfach selbst zubereiten: Rezept für Triple-Chocolate-Cookies.

Jahrmarkt-Klassiker: Veganes Popcorn, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, schokolierte Bananen und Liebesäpfel

Klassiker, denen man auf jedem Volksfest oder Weihnachtsmarkt begegnet, sind Popcorn, Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, schokolierte Bananen und Liebesäpfel. All diese Naschereien sind meist vegan und bestehen in der Regel aus nur wenigen Zutaten. So werden für Popcorn lediglich Maiskörner, etwas Öl und Zucker oder Salz benötigt. Auch gebrannte Mandeln enthalten meist nur Mandeln, Zucker und etwas Wasser. Wenn Bananen, Erdbeeren oder andere Früchte mit rein pflanzlicher Zartbitterschokolade ummantelt werden, ist diese Süßigkeit ebenfalls vegan. Die als Liebesäpfel bekannten karamellisierten Äpfel sind vegan, sofern nicht der Farbstoff Karmin (E 120) verwendet wurde. Der rote Farbstoff wird aus getrockneten, weiblichen Schildläusen gewonnen. Da eine Kennzeichnungspflicht besteht, sollte dies auf Nachfrage in Erfahrung gebracht werden können. Nachfragen hilft auch bei Marzipan oder Nougat, diese Süßigkeiten sind ebenfalls häufig vegan. Die bei Kindern besonders beliebte Jahrmarktsüßigkeit Zuckerwatte ist ebenfalls vegan und wird aus Haushaltszucker hergestellt. Der Zucker wird in einer Zuckerwattemaschine erhitzt, verflüssigt und mittels Zentrifugalkraft gesponnen.

Vegane Bonbons, Lutscher und Kaugummis

Bonbons, Lutscher und Kaugummis enthalten häufig tierische Bestandteile wie Honig, Bienenwachs oder Gelatine. Hier lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste. Durch die steigende Nachfrage nach veganen Alternativen gibt es aber mittlerweile nicht nur vegane Bonbons, Lutscher und Kaugummis, sondern auch Süßes ohne Kristallzucker und Aspartam. So kommt oftmals der Zuckeraustauschstoff Xylit zum Einsatz. Xylit beziehungsweise Xylitol ist ein in vielen Früchten, Gemüsesorten und Pilzen natürlich vorkommender Zuckeralkohol. Er besitzt dieselbe Süßkraft wie Haushaltszucker, weist aber nur halb so viele Kalorien auf. Xylit besitzt eine antikariogene Wirkung, das heißt, der Zuckeraustauschstoff wirkt sich positiv auf das Kariesrisiko aus. Vegane Bonbons, Lutscher und Kaugummis sind in den meisten Supermärkten sowie Reformhäusern und Biomärkten erhältlich. Eine besonders große Auswahl ist in veganen Supermärkten und Onlineshops zu finden.

Veganes Eis

Selbst namhafte Supermarktketten bieten mittlerweile eine große Auswahl an veganer Eiscreme, welche dem tierischen Milcheis in nichts nachsteht. Die Grundlage bilden dabei meist Sojabohnen, Lupinen oder Mandeln, aber auch Kokosmilch. Das vegane Sortiment umfasst vom klassischen Eisbecher über Waffeleis bis hin zu in Schokolade gehülltem Eis am Stiel viele verschiedene Eisvariationen. Erhältlich ist veganes Eis in den meisten Supermärkten sowie in Reformhäusern und Biomärkten. Eine besonders große Auswahl bieten vegane Supermärkte.

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

Autorin

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

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