Auswirkungen von Soja auf das Prostatakrebsrisiko

Auswirkungen von Soja auf das Prostatakrebsrisiko Bildquelle: Image Point Fr / shutterstock.com

Untersuchungen zeigen, dass Männer, die häufig Sojalebensmittel essen, im Vergleich zu Männern, die selten Soja verzehren, im Rahmen einer traditionellen asiatischen Ernährung ein um 30 % geringeres Risiko für Prostatakrebs haben.

Prostatakrebs – die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern

Die Prostata ist eine kleine Drüse, die unterhalb der Harnblase liegt und zum Fortpflanzungssystem des Mannes gehört. Sie bildet ein Sekret, das dem Schutz und der Bewegung der Spermien dient. Prostatakrebs ist weltweit nach Lungenkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung und Krebstodesursache bei Männern. In asiatischen Ländern wie Japan und China tritt Prostatakrebs deutlich seltener auf als in westlichen Industrienationen, was auf die traditionelle asiatische Ernährung und die entsprechende Lebensweise zurückzuführen ist. Kleine Prostatatumore kommen jedoch auch in asiatischen Ländern gleichermaßen oft vor wie hierzulande, was darauf hindeutet, dass Elemente der fernöstlichen Lebens- und Ernährungsweise das Wachstum der Tumore verlangsamen. Der Krebs bleibt ohne Symptome und hat keine klinische Bedeutung. Da sich die Lebensgewohnheiten in Asien den westlichen zunehmend angleichen, wird Prostatakrebs auch dort immer häufiger diagnostiziert.

Einfluss der Ernährung auf das Prostatakrebsrisiko

Die Ursachen von Krebserkrankungen lassen sich sowohl in der genetischen Veranlagung als auch im Lebensstil finden. Der Weltkrebsforschungsfonds (WCRF) betont, dass pflanzliche Lebensmittel eine wichtige Rolle zur Reduzierung des Krebsrisikos spielen. Demnach sollten täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte verzehrt werden. Zur Verringerung des Risikos für Prostatakrebs ist vor allem der Verzehr von Getreide, Sojalebensmitteln, Obst und Gemüse von Bedeutung, da diese Lebensmittel zahlreiche Inhaltsstoffe enthalten, die der Entstehung und dem Fortschreiten der Krankheit vorbeugen.

Einfluss von Sojalebensmitteln auf das Prostatakrebsrisiko

Untersuchungen zeigen, dass Männer, die häufig Sojalebensmittel essen, im Vergleich zu Teilnehmern, die selten Soja verzehren, im Rahmen einer traditionellen asiatischen Ernährung ein um 30 % geringeres Risiko für Prostatakrebs haben. Diese Ernährungsweise führt gleichzeitig zu einer höheren Aufnahme von Isoflavonen, einer bedeutenden Gruppe der in Soja vorkommenden sekundären Pflanzenstoffe. Weitere Studien beschäftigen sich mit der Rolle von Sojalebensmitteln für das Prostataspezifische Antigen (PSA). Dieses Protein wird in der Prostata gebildet und dient als Indikator für Prostatakrebs. Geringe PSA-Werte lassen sich im Blut von allen Männern nachweisen, höhere Werte deuten auf Prostatakrebs hin. So scheint der Verzehr von Sojaprodukten an mindestens zwei Tagen pro Woche das Krebsrisiko zu senken und die Soja-Isoflavone können die PSA-Werte bei bereits bestehender Prostatakrebserkrankung positiv beeinflussen. Asiatische Männer, die als Bestandteil ihrer traditionellen Ernährung viel Soja verzehren, haben höhere Isoflavonkonzentartionen im Prostatasekret, was auf eine biologische Aktivität der Isoflavone in der Prostata hindeutet. Der gegenwärtige Forschungsstand deutet darauf hin, dass der Verzehr von Soja die Entwicklung und das Fortschreiten von Prostatakrebs verhindern kann

Praktische Tipps

Zahlreiche Sojaprodukte sind inzwischen in nahezu allen Lebensmittelgeschäften zu finden. Dazu zählen beispielsweise Sojadrinks, -joghurts, -desserts, -burger und Tofu. Mit der Verwendung von Sojasahne, -drink und -fleisch lassen sich gewohnte Gerichte auch mühelos rein pflanzlich zubereiten.

Zusammenfassung

Prostatakrebs ist weltweit die zweithäufigste Krebserkrankung bei Männern und kommt bei einer traditionellen asiatischen Lebens- und Ernährungsweise seltener vor als in westlichen Industrienationen.
Neben einem gesunden Lebensstil kann der Verzehr von Sojalebensmitteln als Teil einer pflanzenbetonten Ernährung zur Verringerung des allgemeinen Krebsrisikos und zum Schutz vor Prostatakrebs beitragen.

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