Auswirkungen von Soja auf das Brustkrebsrisiko

Auswirkungen von Soja auf das Brustkrebsrisiko Bildquelle: Polarpx / shutterstock.com

Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und verursacht die meisten Krebstode unter Frauen. Sojaprodukte können als Teil einer pflanzenbetonten Ernährung einen Beitrag zur Krebsvorbeugung leisten.

Brustkrebs – die häufigste Krebserkrankung bei Frauen

Brustkrebs ist weltweit die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und verursacht die meisten Krebstode unter Frauen. Allein in der Europäischen Union wird alle 2,5 Minuten bei einer Frau Brustkrebs diagnostiziert, alle 7,5 Minuten stirbt eine Frau an dieser Krankheit. Laut ENCR (Europäisches Netzwerk der Krebsregister) starben 2002 etwa 130.000 Frauen in Europa an Brustkrebs. Studien zeigen, dass Brustkrebs in asiatischen Ländern wesentlich seltener vorkommt als in Europa. Aufgrund der zunehmenden Anpassung an den westlichen Lebensstil steigen die Erkrankungsraten auch in asiatischen Ländern stetig an.

Ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs haben Frauen mit Krankheitsfällen im unmittelbaren Familienkreis, mit frühem Beginn der Menstruation, spätem Beginn der Wechseljahre, ohne Kinder beziehungsweise mit hohem Alter bei der Erstgeburt sowie bereits bestehenden Erkrankungen von gutartigen Tumoren.

Einfluss der Ernährung auf das Brustkrebsrisiko

Wissenschaftliche Forschungen weisen auf einen Zusammenhang von gesunder Ernährung und Lebensführung mit dem Brustkrebsrisiko hin. Der Weltkrebsforschungsfonds (WCRF) betont, dass pflanzliche Lebensmittel eine wichtige Rolle zur Reduzierung des Krebsrisikos spielen. Demnach sollten täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte verzehrt werden. Gesunde Ernährungsgewohnheiten helfen außerdem, Übergewicht zu verhindern, das nach den Wechseljahren für ein erhöhtes Brustkrebsrisiko sorgt. Auf diese Weise können künftige Generationen von Frauen vor dieser Krankheit geschützt werden.

Einfluss von Sojalebensmitteln auf das Brustkrebsrisiko

Sojalebensmittel können als Teil einer gesunden Ernährung das Risiko für Brustkrebs reduzieren. Dieser Effekt ist auf die in Soja enthaltenen Isoflavone, die zu den sekundären Pflanzenstoffen zählen, zurückzuführen. Wissenschaftliche Studien untersuchen die Annahme, dass besonders der Verzehr von Sojaprodukten im Kindes- und Jugendalter bereits positive Effekte auf das spätere Brustkrebsrisiko hat. Erste Untersuchungen in Asien unterstützen den Fakt, dass ein lebenslanger, regelmäßiger Sojakonsum zu einem geringeren Risiko für Brustkrebs führt. Das Ergebnis: Die Probandinnen mit mittlerem und hohem Sojaverzehr in der Kindheit hatten im Vergleich zur Gruppe mit niedrigerem Konsum ein um 60 % verringertes Brustkrebsrisiko. Möglicherweise ist der biologische Mechanismus dieser Beobachtungen mit den vor Brustkrebs schützenden Effekten einer Schwangerschaft in jungen Jahren vergleichbar.

 

Besteht eine Brustkrebserkrankung bereits, sollten Frauen sich vor einer Umstellung auf Sojalebensmittel an ihren Arzt wenden. Studien zufolge gibt es keine nachteiligen Auswirkungen des Sojaverzehrs auf den Krankheitsverlauf, Wechselwirkungen mit Medikamenten zur Krebsbehandlung sollten jedoch in jedem Fall ausgeschlossen werden.

Unser Tipp

Unser Tipp

Frauen in und nach der Menopause sollten längerfristig keine Nahrungsergänzungsmittel mit einem hohen Gehalt an Isoflavonen verwenden.

Zusammenfassung

  • Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen.
  • Besonders Frauen in Europa und Nordamerika sind von dieser Krankheit betroffen, deren Ursachen sowohl genetisch als auch im Lebensstil bedingt sind.
  • Sojalebensmittel können als Bestandteil einer pflanzenbetonten Ernährung einen wichtigen Beitrag zur Krebsvorbeugung leisten.
  • Frauen können mit einer gesunden Ernährung und einem gesunden Lebensstil das Brustkrebsrisiko künftiger Generationen reduzieren.

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