Fischersatz: 10 vegane Alternativen zu Fisch, Kaviar und Co.

Fischersatz: 10 vegane Alternativen zu Fisch, Kaviar und Co. Bildquelle: Mateusz Gzik / shutterstock.com

Der Verzehr von Fischen hat schwere ökologische Auswirkungen und birgt zudem gesundheitliche Gefahren. Die Lösung können vegane Fischalternativen sein, deren Auswahl stetig steigt.

Fische erhalten im Tierschutz wenig Beachtung

Wale, Delfine und Schildkröten sind Meerestiere, für deren Schutz sich Menschen schon seit vielen Jahren einsetzen. Bei Fischen hört der Tierschutzgedanke jedoch oftmals auf, weil sich ihr Leiden unserer Wahrnehmung entzieht. So bezeichnen viele Kulturen Fisch nicht einmal als Fleisch und der sogenannte Pescetarier lehnt prinzipiell den Verzehr von Tieren ab, macht bei Fischen jedoch eine Ausnahme. Sie selbst bezeichnen sich als Vegetarier, die Fisch essen. Dieser Neologismus hat bislang allerdings noch keinen Einzug in die Wörterbücher erhalten.

Fisch gilt laut Definition nicht als Fleisch

Fleisch wurde für den Warenverkehr in der EU rechtlich definiert und bezeichnet demzufolge alle genießbaren Teile von warmblütigen Tieren wie Rinder und Schweine sowie Geflügel und frei lebendes Wild. Doch eine Definition sollte nicht darüber entscheiden, ob wir ein Lebewesen schützen und wertschätzen oder nicht.

Fische leiden stumm

Fische werden beim Fischfang oft aus der tiefen See abrupt in die Höhe gezogen. Infolge der wechselnden Druckverhältnisse zerreißen ihre Schwimmblasen und die Augen treten aus den Höhlen. Hunderttausende von Individuen sterben so bei einem einzigen Holvorgang eines Fabrikschiffes schon auf dem Weg nach oben. Spätestens auf dem Schiff angekommen ersticken sie dann qualvoll. Da Fische jedoch nicht schreien, während sie tödliche Schmerzen verspüren, fehlt uns häufig das Unbehagen, das wir empfinden, wenn wir zum Beispiel Schweine, Rinder und Hühner leiden sehen.

Mehr zum Fischfang und der Haltung von Fischen in Aquafarmen erfahren: Das Leben der Fische – zwischen Fischfang und Aquafarmen

Überfischung schadet den Meeren und dem gesamten Ökosystem

Der Verzehr von Fischen hat schwere ökologische Auswirkungen. Der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch von Fisch und sogenannten Meeresfrüchten lag laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung für das Jahr 2014 bei 14 Kilogramm. Zu den beliebtesten Fischen zählen dabei Lachs, Hering, Thunfisch und Kabeljau. Als Meeresfrüchte werden Meerestiere bezeichnet, die keine Wirbeltiere sind, wie zum Beispiel Muscheln, Wasserschnecken, Tintenfische, Garnelen, Krabben und Hummer. Viele Bundesbürger greifen dabei auf heimische Gewässer zurück, da sie dies für besonders nachhaltig halten. Allerdings warnt sogar das Bundesministerium für Bildung und Forschung davor, dass die Ostsee seit Jahren überfischt ist. Dabei schadet dem Meer nichts so sehr wie die Überfischung.

Hätten Sie’s gewusst?

Hätten Sie’s gewusst?

Jährlich werden weltweit 80 Millionen Tonnen Fisch und Meerestiere gefangen und getötet. Selbst in der als überfischt geltenden Nord- und Ostsee sind es jährlich über 3 Millionen Tonnen Fisch.

Fische enthalten Quecksilber, Dioxin und Blei

Aus gesundheitlichen Gründen gilt Fisch immer noch als unverzichtbar. Allein die Tatsache, dass Fische alle Schadstoffe im Wasser aufnehmen und in ihren Körpern anreichern, sollte den Konsumenten jedoch nachdenklich stimmen. So nimmt man mit dem Verzehr von Fischen zum Beispiel Quecksilber, PCB (Polychlorierte Biphenyle), Dioxin, Blei und Arsen auf, wodurch Gesundheitsprobleme von Nierenschäden über gestörte geistige Entwicklung und Krebs bis hin zum Tod entstehen können. Die auf Aquafarmen gezüchteten Fische sind dabei keine gesündere Alternative, da sie mit Antibiotika und Chemikalien gefüttert werden, um Parasiten, Haut- und Kiemeninfektionen zu kontrollieren.

Schwangere sollten den Verzehr von Fisch einschränken

Vor allem Schwangere sollten den Verzehr von Fisch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt bei regelmäßigem Verzehr davor, dass ein Teil des Quecksilbers in Fischen die Plazenta leicht passieren und somit direkt in den Organismus des Kindes gelangen kann. Wegen der besonderen Empfindlichkeit des heranwachsenden Organismus besteht die Sorge, dass dort Entwicklungsschäden ausgelöst werden könnten. Daher lautet die Empfehlung des BfR für schwangere und stillende Frauen, vorsorglich den Verzehr von Fischen einzuschränken.

Omega-3-Fettsäuren aus pflanzlichen Lebensmitteln

Die lebensnotwendigen Omega-3-Fettsäuren, die in Fisch enthalten sind, können auch mit pflanzlichen Lebensmitteln aufgenommen werden. So decken bereits etwa 2 EL Leinöl den täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren. Zu beachten ist, dass Leinöl nicht erhitzt werden darf und sich deshalb nur für die kalte Küche eignet. Nach Anbruch sollten Leinölflaschen im Kühlschrank gelagert und zügig verbraucht werden. Weitere Lieferanten von Omega-3-Fettsäuren sind Raps-, Walnuss- und Hanföl.

Hätten Sie’s gewusst?

Hätten Sie’s gewusst?

1 EL Leinöl liefert so viel Omega-3-Fettsäuren wie 100 Gramm Forelle.

Die 10 besten Alternativen zu Fisch

Wer aus gesundheitlichen, ökologischen oder ethischen Gründen keinen Fisch verzehren möchte, für den stehen zahlreiche pflanzliche Alternativen zur Verfügung.

Algen

Algen, insbesondere Seetang, werden in der japanischen Küche und immer öfter auch in Europa verwendet. Je nach Sorte haben sie einen würzig-salzigen Geschmack und werden meist zu Salaten verarbeitet oder in Suppen gegeben. Als Fischersatz bringen die Algen das Meeresaroma in die Speisen und liefern noch dazu eine Reihe wertvoller Mineralstoffe wie zum Beispiel Jod. Nori-Algen können auch als Gewürz verwendet werden, wenn sie mit den Fingern zerkrümelt werden. Erhältlich sind Algen in Biomärkten und Reformhäusern sowie ausgewählten Supermärkten. Eine besonders große Auswahl findet man in asiatischen Supermärkten.

Veganer Fischburger

Veganer Fischburger wird auf der Basis von Sojaeiweiß und Weizenstärke hergestellt. Dieser Fischersatz erhält durch eine Gewürzmischung – bestehend aus Zwiebelpulver, Petersilie und Hefeextrakt – seinen typischen Geschmack. Erhältlich ist der vegane Fischburger in Biomärkten und Reformhäusern sowie veganen Supermärkten und Onlineshops.

Veganes Fischfilet

Anbieter von veganem Fischfilet nehmen als Basis oftmals Weizeneiweiß. Das Meeresaroma dieses Fischersatzes wird durch die Zugabe von Seetang (Algen) erzeugt. Veganes Fischfilet ist vielseitig in verschiedenen Speisen wie Suppen, Salate und Nudelgerichte verwendbar. Erhältlich ist die zarte Fischalternative in veganen Supermärkten und Onlineshops.

Vegane Fischstäbchen

Vegane Fischstäbchen lassen sich ganz einfach aus Tofu, Algen und einer Panade selbst herstellen. Besonders bei Kindern ist dieser vegane Fischersatz sehr beliebt und liefert wertvolles Eiweiß und gesunde Fettsäuren. Die Zutaten bekommt man in den meisten Supermärkten. Manche Hersteller bieten auch fertige vegane Fischstäbchen an. Diese werden meist auf der Basis von Soja hergestellt und sind in veganen Supermärkten und Onlineshops erhältlich.

Veganer Kaviar

Die vegane Alternative zu Kaviar, also Fischeiern, wird auf Basis von Algen hergestellt. Je nach Hersteller sind allerdings auch Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe enthalten, sodass dieser Fischersatz nur gelegentlich konsumiert werden sollte. Am besten eignet er sich zum Dekorieren von Gerichten für Buffets und festliche Platten. Veganer Kaviar ist in einigen Biomärkten und Reformhäusern erhältlich sowie veganen Supermärkten und Onlineshops.

Veganes Lachsfilet

Veganes Lachsfilet wird meist auf der Basis von Soja- und Weizeneiweiß hergestellt. Das Meeresaroma dieses Fischersatzes wird durch die Zugabe von Seetang (Algen) erzeugt. Aussehen, Konsistenz und Geschmack kommen je nach Hersteller dem Original aus Fisch sehr nahe. Erhältlich ist veganes Lachsfilet in veganen Supermärkten und Onlineshops.

Vegane Riesengarnelen

Vegane Riesengarnelen werden auf der Basis von Yamswurzelpulver hergestellt. Die Yamswurzel ist eine stärkehaltige Wurzelknolle, deren süßlicher Geschmack Esskastanien und Kartoffeln ähnelt. Dieser Fischersatz gilt als äußerst authentisch und solang er frei von Farb- und Konservierungsstoffen ist, kann er Teil einer gesunden Ernährung sein und beispielsweise für Paella verwendet werden. Erhältlich sind vegane Riesengarnelen in veganen Supermärkten und Onlineshops.

Vegane Scampis

Vegane Scampis werden wie vegane Riesengarnelen auf der Basis von Yamswurzelpulver hergestellt. Sie sind allerdings deutlich kleiner und daher eignet sich dieser Fischersatz besonders gut für Gemüsepfannen oder auch für den Klassiker Spaghetti mit Scampi-Knoblauchsauce. Erhältlich sind vegane Scampis in veganen Supermärkten und Onlineshops.

Veganer Thunfisch

Veganer Thunfisch wird auf der Basis von Soja- und Weizeneiweiß hergestellt. Dieser Fischersatz erhält seinen typischen Geschmack durch die Kombination von Seetang (Algen), Reiswein und Sojasauce. Veganer Thunfisch eignet sich besonders gut für Pizza, Pasta oder Salat. Erhältlich ist die rein pflanzliche Alternative in veganen Supermärkten und Onlineshops. Ein veganes Thunfisch-Sandwich kann auch leicht selbst hergestellt werden.

Vegane Calamari und Tintenfischringe

Vegane Tintenfischringe oder auch Calamari werden auf der Basis von Curdlan-Gel und Glucomannan hergestellt. Curdlan ist ein Kohlenhydrat aus Glukose, das von Bakterien gebildet wird. Es ist als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und soll einen positiven Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Glucomannan ist Hauptbestandteil der Teufelszunge (Pflanzenart aus der Familie der Aronstabgewächse) und ebenfalls als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Die Stärke-ähnliche Substanz wird als Verdickungsmittel eingesetzt und gilt als wertvoller Ballaststoff mit positiver Auswirkung auf die Darmgesundheit. Dieser Fischersatz passt sehr gut zu mediterranen Pasta- und Reisgerichten oder auch paniert und frittiert mit einem Dill-Dip als Fingerfood. Erhältlich sind vegane Tintenfischringe in veganen Supermärkten und Onlineshops.

MACH ES OHNE

MACH ES OHNE – Versteckte tierische Inhaltsstoffe erkennen

In zahlreichen Lebensmitteln verbergen sich tierische Inhaltsstoffe. Der tierische Ursprung der Zutaten ist nicht immer gleich zu erkennen. MACH ES OHNE informiert und stellt vegane Optionen vor.

MACH ES OHNE: Versteckter Fisch in Saft und Wein

Manche Safthersteller verwenden Fischgelatine als Trägerstoff für Vitamine und auch die Fischblase ist ein weitverbreitetes Hilfsmittel zur Klärung von Weinen. Durch das Hinzufügen der Fischblase flocken Trübstoffe in der Flüssigkeit aus und setzen sich so schneller am Boden ab. Dadurch lassen sich die Trübstoffe leichter herausfiltern. Das Verwenden von Fischgelatine oder Fischblase bei Getränken steht nicht auf der Zutatenliste.

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

Autorin

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

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