Die 10 besten Ei-Alternativen: Kochen und Backen ohne Ei

Die 10 besten Ei-Alternativen: Kochen und Backen ohne Ei
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Das Ei als Nahrungsmittel hat eine lange Tradition. Die wenigstens wissen, dass für die Ei-Produktion jährlich 50 Millionen sogenannte Eintagsküken sterben müssen. Der VEBU stellt pflanzliche Alternativen vor.

Ob für Backwaren und Desserts oder für Mayonnaise, Panaden und Sauce hollandaise: Aufgrund seiner schäumenden und bindenden Eigenschaft stellt das Ei für viele Menschen eine wichtige Zutat dar. Laut Marktinfo Eier & Geflügel (MEG) liegt der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen bei 218 Eiern im Jahr.

Das Ei symbolisiert den Ursprung des Lebens

Das Ei hat als Nahrungsmittel eine lange Tradition. Es taucht in zahlreichen Mythen und Bräuchen auf und symbolisiert meist den Ursprung des Lebens. Nicht nur in Deutschland ist das Hühnerei ein beliebter Bestandteil der Ostertradition. Der christliche Brauch, Ostereier zu verschenken, ist mit dem Glauben an die Auferstehung Christi verbunden.

Eier bestehen zumeist aus gesättigten Fettsäuren

Gesundheitlich gesehen bietet der Konsum von Eiern neben wenigen Vorzügen eine Reihe von Nachteilen. Die biologische Wertigkeit des enthaltenen Eiweißes ist sehr hoch und auch die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sind enthalten. Jedoch besteht das enthaltene Fett zumeist aus gesättigtem, also ungesundem Fett.

Risikofaktor Cholesterin

Außerdem schlägt der hohe Cholesteringehalt zu Buche. Da etwa 64 % der Männer und 34 % der Frauen nach Ergebnissen der Nationalen Verzehrstudie II den Richtwert für Cholesterin überschreiten, sollte der Konsum von Eiern dringend überdacht und reduziert werden. Ein zu hoher Cholesterinspiegel ist ein Risikofaktor für Atherosklerose (Arterienverkalkung).

Salmonellen auf der Eierschale

Hinzu kommt noch, dass durch die meist katastrophalen Bedingungen in der Tierhaltung Eier der perfekte Wirt für Salmonellen sind. Diese Bakterien stellen einen der Hauptgründe für Lebensmittelvergiftungen dar. Der Hühnerkot ist außerdem eine hohe Umweltbelastung und wirkt sich negativ auf das Grundwasser aus.

Doppeltes Tierleid durch Fleisch- und Ei-Produktion

Hühner aus der Ei-Produktion, deren Legeleistung nachlässt, werden meist im Alter von eineinhalb Jahren geschlachtet. In Deutschland werden daher jedes Jahr über 31 Millionen Legehennen getötet.

Männliche Küken sind für die Ei-Produktion unbrauchbar, weil sie keine Eier legen können. So wird direkt nach dem Schlüpfen etwa die Hälfte aller Küken mit CO2vergast, geschreddert oder zerstampft. Die traurige Bilanz ist, dass für die Ei-Produktion jährlich 50 Millionen männliche Eintagsküken in Deutschland getötet werden.

Diese Maßnahmen treffen sowohl auf konventionelle als auch auf Bio-Haltung zu. Aus ethischen Gesichtspunkten stellen Bio-Eier daher keine wirkliche Alternative zu Käfig-Eiern oder Eiern aus Boden- und Freilandhaltung dar.

Der beste Weg, die Bedingungen von Hühnern zu verbessern, ist, keine Eier oder Produkte, die Ei-Bestandteile enthalten, zu konsumieren.

Mit tierfreundlichen Alternativen Traditionen weiterführen

Glücklicherweise ist hierzulande niemand auf den Konsum von Eiern angewiesen. Es sind die Tradition und der Geschmack, die uns weiterhin am Eierkonsum festhalten lassen. Traditionen wie Ostern gehören zur Identität eines Menschen und oftmals werden schöne Kindheitserinnerungen damit verbunden. Sie können jedoch mit tierfreundlichen pflanzlichen Alternativen weitergeführt werden.

Die 10 besten Ei-Alternativen

Eier vom Speiseplan zu streichen ist also nicht nur gesund, sondern auch aus Tierschutzgründen zu empfehlen. Der VEBU stellt nachfolgend die 10 besten Ei-Alternativen vor.

Stärke-/Sojamehl

Stärke- oder Sojamehl wird mit Wasser angerührt und eignet sich für Kuchen und Gebäck. Insbesondere Sojamehl kann einen charakteristischen Nachgeschmack hinterlassen. Ein Esslöffel Mehl ersetzt ein Ei.

Reife Banane

Eine reife Banane eignet sich gut für Kuchen, diese einfach zerdrücken und in den Teig einrühren. ½ Banane entspricht einem Ei. Die Banane schmeckt im Gebäck leicht durch.

Apfelmus

Apfelmus passt sehr gut bei Muffins und feuchten Teigen. Der Apfelgeschmack geht beim Backen fast vollständig verloren. 80 g Apfelmus entsprechen einem Ei.

Leinsamen

Leinsamen sind gut bei Vollkorngebäck. Zwei Esslöffel gemahlene Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser vermengt ersetzen ein Ei.

Ei-Ersatzpulver

Das fertige Bindemittel besteht hauptsächlich aus Maisstärke und Lupinenmehl und kann einfach mit Wasser angerührt werden. Es eignet sich ideal für leichtes Gebäck, Kuchen oder Bratlinge. Ein Teelöffel Ei-Ersatzpulver mit 40 ml Wasser gemischt ersetzt ein Ei. Ei-Ersatzpulver ist in Reformhäusern, Bioläden und gut sortierten Supermärkten erhältlich.

Seidentofu

Etwa 60 g Seidentofu, cremig gerührt oder püriert, ersetzen ein Ei. Der Tofu eignet sich sowohl für herzhafte als auch für süße Speisen, hat jedoch einen leichten Eigengeschmack.

Johannisbrotkernmehl

Das natürliche Verdickungs- und Bindemittel wird aus den Samen des Johannisbrotbaumes gewonnen. Da Johannisbrotkernmehl auch dann verdickt und bindet, wenn es nicht erhitzt wird, kann es sehr gut für kalte Speisen verwendet werden. Außerdem eignet es sich zum Verdicken von Süßspeisen wie Cremes, Puddings und Eis, aber auch von Soßen und Suppen.

Tomatenmark

Für pflanzliche Burger eignet sich Tomatenmark als natürliches Bindemittel. Etwa ein Esslöffel ersetzt ein Ei.

Kala Namak

Wer den typischen Geschmack von Eiern mag, kann seine Speisen mit Kala Namak (auch Schwarzsalz genannt) würzen. Es verleiht Speisen einen schwefeligen, aromatischen Geschmack und ist gut geeignet für veganes Omelette, Rührtofu oder Eiersalat.

Kurkuma

Das Gewürz, welches auch Gelbwurzel genannt wird, verleiht pflanzlichen Ei-Gerichten die typisch gelbe Farbe und gilt somit als natürliches Färbemittel. Noch dazu soll das enthaltene Curcumin krebshemmende Eigenschaften besitzen und sogar vor Alzheimer schützen. Kurkuma eignet sich sehr gut für veganes Omelette und Rührtofu und kann je nach Geschmack vor dem Anbraten hinzugefügt werden.

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

Autorin

Anna-Lena Klapp BSc. Ernährungswissenschaftlerin

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