Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn: Tierhaltung auf die Klimaschutzagenda!


 

UPDATE (08.11.2017): ProVeg übergibt Petition an Jochen Flasbarth (BMUB)

Heute Vormittag überreichte Felix Domke, Referent ProVeg-Politik, auf der Weltklimakonferenz (COP 23) die bis dahin gesammelten 66.340 Unterschriften an Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Dieser zeigte sich unterstützend für die Thematik und beeindruckt von unserer Arbeit für den Klimaschutz.

„Wir freuen uns, dass sich das Bundesumweltministerium so aufgeschlossen zeigt. Nun bleibt zu hoffen, dass das Thema in den zukünftigen politischen Verhandlungen eine größere Rolle spielt und die Beachtung findet, die es verdient”, so Domke. 

Wir bleiben beharrlich und treiben diese Diskussion weiter voran. Unterstützen Sie unsere Arbeit jetzt mit einer Spende.

Jan-Felix Domke (ProVeg-Politik), Jochen Flasbarth (BMUB), Patricia Witkowski (ProVeg-Campaigning)

 

UPDATE (20.10.2017): ProVeg unterzeichnet Sofortprogramm der Zivilgesellschaft für den Klimaschutz

Ohne weitere Anstrengungen wird Deutschland sein Klimaschutzziel für 2020 drastisch verfehlen. Das zeigen interne Berechnungen der Bundesregierung. Um das Klimaziel noch zu erreichen, muss die neue Regierung deshalb umgehend ein Sofortprogramm für Klimaschutz auf den Weg bringen. Teil des Programms ist die Forderung nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft, unter anderem durch eine Reduzierung der Massentierhaltung und Fleischüberproduktion. Das komplette Sofortprogramm finden Sie hier zum Download.

 

PETITION

Der Klimawandel ist aktuell die größte Herausforderung der Menschheit.
Vom 6. bis 17. November 2017 werden Delegierte aus der ganzen Welt, tausende Umweltschutzexperten und -aktivisten zur diesjährigen Weltklimakonferenz
(COP 23) nach Bonn reisen.

Das Problem

Bisher wurde auf den Weltklimakonferenzen und bei der Erarbeitung nationaler Klimaschutzpläne dem Thema Ernährung und insbesondere der landwirtschaftlichen Tierhaltung kaum Beachtung geschenkt. Fakt jedoch ist, dass die Tierhaltung einer der größten Klimakiller und global gesehen für 14,5 % der menschgemachten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist – mehr als der gesamte globale Transportsektor. Deutschland und die übrigen Industrieländer werden ihre Klimaschutzziele ohne eine maßgebliche Reduzierung der landwirtschaftlichen Tierhaltung nicht erreichen können.

Hätten Sie’s gewusst?

Hätten Sie’s gewusst?

Durch eine pflanzliche Ernährung könnten ernährungs- bedingte Emissionen bis zu 40 % gesenkt werden.2

Unser Ziel

Die Politik muss das Thema landwirtschaftliche Tierhaltung auf die globale Klimaschutzagenda setzen. Tierbestände müssen verringert und eine Ernährungswende eingeläutet werden, damit wir den Klimawandel eindämmen und unsere Umwelt nachhaltig schützen können. Wir fordern daher von der aktuellen und künftigen Bundesregierung, das Thema auf der COP 23 anzusprechen und in der Ausgestaltung des deutschen Klimaschutzplans zu berücksichtigen. Unterstützen Sie unsere Forderung jetzt mit Ihrer Stimme!

Was ProVeg (ehemals VEBU) macht

ProVeg gibt Ihrer Stimme Gewicht und sensibilisiert beispielsweise als Mitglied der Klima-Allianz Deutschland andere Mitgliedsorganisationen für die Relevanz tierischer Produkte in Sachen Klimaschutz. Außerdem setzen wir uns dafür ein, dass die Bundesregierung eine gesamtgesellschaftliche Strategie zur Reduktion des Konsums tierischer Produkte entwickelt.

Seien Sie Teil unserer Bewegung und helfen Sie uns, das Thema landwirtschaftliche Tierhaltung auf die Klimaschutzagenda zu setzen. Vielen Dank für Ihr Engagement!

#TierhaltungAufDieKlimaschutzagenda

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Klima-Allianz Deutschland
Die Klima-Allianz Deutschland ist ein breites Bündnis von mehr als 100 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter unter anderem BUND, Brot für die Welt, Oxfam und WWF. Das Bündnis setzt sich für politische Rahmenbedingungen ein, die eine drastische Senkung der Treibhausgase in Deutschland bewirken. ProVeg engagiert sich als Mitglied der Klima-Allianz Deutschland für die Berücksichtigung der erheblichen klimawirksamen Emissionen der landwirtschaftlichen Tierhaltung und will andere Mitgliedsorganisationen für die Thematik sensibilisieren und gemeinsam mit ihnen das Thema öffentlichkeitswirksam kommunizieren.
Weltklimakonferenz (COP 23)
COP 23 ist die Weltklimakonferenz, die dieses Jahr vom 6. bis 17. November in Bonn stattfindet. Hier werden die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention zusammenkommen. Im Fokus wird stehen, wie das 2015 beschlossene Pariser Klimaabkommen (COP 21) im Detail umgesetzt werden kann. Die Präsidentschaft der Konferenz liegt dieses Mal bei der Republik Fidschi, einem Inselstaat, der durch den Klimawandel stark bedroht ist. Aufgrund begrenzter räumlicher Möglichkeiten wird die Konferenz jedoch von und in Deutschland ausgerichtet.
Pariser Klimaschutzabkommen (COP 21)
Auf der Weltklimakonferenz COP 21 in Paris wurde im Jahr 2015 das Übereinkommen von Paris verabschiedet, das die Begrenzung der menschgemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter vorsieht. In der nationalen Umsetzung bedeutet das für die unterzeichnenden Staaten die Notwendigkeit einschneidender Reduzierungen der Emissionen von Treibhausgasen in allen Sektoren.
Klimakiller: landwirtschaftliche Tierhaltung

Das grundsätzliche Klimaproblem ist, dass tierische Produkte im Vergleich zu pflanzlichen Produkten aufgrund der ineffizienten Umwandlung bei ihrer Herstellung deutlich mehr Ressourcen verbrauchen und somit auch mehr Emissionen verursachen.

Fleischproduktion nimmt unmögliche Ausmaße an

Das Ausmaß der landwirtschaftlichen Tierhaltung ist grotesk: Ein Drittel der weltweiten Getreideernte landet in Futtertrögen statt direkt auf dem Teller.3 Die Höhe der weltweiten Fleischproduktion beträgt über 300 Millionen Tonnen pro Jahr, Tendenz stark steigend.4 Bei gleichbleibendem Nachfrageanstieg muss sich die Menge an Fleisch auf rund 455 Millionen Tonnen bis 2050 steigern5, was angesichts der planetaren Grenzen kaum möglich ist. Wenn wir die Verpflichtungen des Pariser Übereinkommens ernst nehmen, brauchen wir eine radikale Ernährungs- und Produktionswende!

Deutschland: Tierhaltung als Hauptverursacher klimarelevanter Emissionen

Allein die Zahlen für Deutschland sprechen eine deutliche Sprache: 25 % der THG-Emissionen sind auf die Ernährung zurückzuführen. Die Tierhaltung ist dabei Hauptverursacher klimarelevanter Emissionen im landwirtschaftlichen Bereich: Rund zwei Drittel der in der deutschen Landwirtschaft emittierten CO2-Äquivalente stammen aus der Tierhaltung.2

Verzehr tierischer Lebensmittel: Höchstes Treibhausgas-Minderungspotenzial

Die Wissenschaftlichen Beiräte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft halten fest, dass im gesamten Konsum-Bereich eine Reduktion des Verzehrs tierischer Lebensmittel das höchste Treibhausgas-Minderungspotenzial bietet: „Im Hinblick auf die ambitionierten nationalen und internationalen Ziele zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen sind Überlegungen zur Verminderung von Treibhausgas-Emissionen aus der Ernährung unvermeidlich.”2

 

Quellen

[1] FAO (2013): Tackling climate change through livestock. Online unter: http://www.fao.org/docrep/018/i3437e/i3437e.pdf [13.09.2017].

[2] Wissenschaftlicher Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik beim BMEL (2016): Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten Bereichen Ernährung und Holzverwendung. Gutachten. Berlin. S. IV. Online unter http://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ministerium/Beiraete/
Agrarpolitik/Klimaschutzgutachten_2016.pdf?__blob=publicationFile [13.09.2017].

[3] FAO (2017): Crop Prospects and Food Situation. No. 1. Rome (March 2017). Online unter: http://www.fao.org/3/a-i6903e.pdf [13.09.2017].

[4] FAO (2017): FAOStat Statistics Database. Online unter http://www.fao.org/faostat/en/#data/QL [13.09.2017].

[5] FAO (2012): World agriculture towards 2030/2050 – The 2012 Revision. Online unter http://www.fao.org/docrep/016/ap106e/ap106e.pdf [13.09.2017].

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