Hepatitis E in Wurst verdirbt Fleischfans den Appetit

Schweinemast: Schweine in Kastenständen Bildquelle: Pattakorn Uttarasak / shutterstock.com

Journalisten des SWR haben Hepatitis-E-Viren in roher Wurst entdeckt – ein Zeichen mangelnder Hygiene in Tierhaltungsbetrieben. Eine Ansteckung kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Da vergeht selbst dem hartnäckigsten Fleischfan der Appetit!

Hepatitis E – eine Leberentzündung, die durch das Hepatitis-E-Virus verursacht wird – ist hauptsächlich in Ländern mit geringen Hygienestandards verbreitet wie Südost- und Zentralasien oder Afrika. Doch auch immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Hepatitis E. Allein im Jahr 2015 waren 1.500 Menschen aufgrund des Konsums von rohem Schweinefleisch betroffen. Die Symptome einer Ansteckung mit Hep E sind meist schwer erkennbar. Bei bestimmten Risikogruppen kann eine Übertragung des Erregers bis zum Tod führen. Schutz bietet nur eine Vermeidung roher Wurstwaren wie Leberwurst, Mett, Salami und Co.

Ansteckung mit Hepatitis E

Eine aktuelle Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zeigt auf, dass jede fünfte Wurst Erbmaterial von Hepatitis-E-Viren enthält. Sind die geschlachteten Schweine mit Hepatitis E infiziert, weisen auch die verarbeiteten Produkte die gefährlichen Hepatitis-E-Viren auf. So wird Hep E durch den Konsum verseuchter Rohwürste auf den Menschen übertragen.

Symptome einer Erkrankung

Symptome einer Infektion mit Hepatitis E, insofern sie überhaupt auftreten, sind nur schwer erkennbar. Mögliche Symptome einer Hepatitis-E-Infektion sind Fieber, starke Müdigkeit, dunkel gefärbter Harn oder Gelbfärbung der Haut oder Augen. Seltener werden auch neurologische Beschwerden festgestellt, zum Beispiel Lähmungserscheinungen.

Hohes Risiko für chronisch Leberkranke und schwangere Frauen

Meist bringt eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus keine chronischen Folgen mit sich. Ein erhöhtes Risiko ergibt sich jedoch für schwangere Frauen und chronisch Leberkranke: Bei bis zu 20 % der Fälle verläuft eine Ansteckung mit dem Erreger tödlich. Auch Menschen mit einer Immunschwäche wie Transplantierte, Dialyse-, HIV- oder AIDS-Patienten müssen vorsichtig sein, da bei diesen Gruppen auch chronische Verläufe möglich sind.

Alternativen zu Wurst und Co.

Hepatitis-E-Viren wurden deutschlandweit nur in Rohwürsten gefunden. Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, sind also vor einer Ansteckung sicher – insofern sie nicht mit infizierten Tieren in Berührung oder indirekt über die Verarbeitung in gemischten Küchen damit in Kontakt kommen. Der VEBU rät daher zu einer ausgewogenen vegan-vegetarischen Ernährung. Dabei müssen auch keine geschmacklichen Abstriche in Kauf genommen werden, denn mittlerweile gibt es sehr viele Alternativen zu Fleisch und Wurst, die köstlich schmecken und den Originalen in nichts nachstehen.

Fazit

Lebensmittelskandale in der Fleischindustrie häufen sich immer mehr. Für den VEBU ist der Fund von Hepatitis-E-Viren in Rohwürsten keine Überraschung. Die Ergebnisse der Untersuchung bestätigen einmal mehr, dass die industrielle Massentierhaltung Leid und Gesundheitsgefahren hervorbringt – für Mensch und Tier.

Lisa Mair